Wirtschaft

"Visueller Protest" Toiletten gegen Zypern-Hilfspaket

3c5o4354.jpg3614811843284876260.jpg

Sein Werk spricht für sich, findet der Künstler.

(Foto: dpa)

Mit einer wenig subtilen Aktion macht ein zyprischer Künstler deutlich, was er von dem internationalen Hilfspaket für sein Land hält: Vor der Zentralbank in Nikosia stellt Andreas Efstathiou 20 Gips-Toiletten mit aufgeklapptem Deckel auf, die von hinten wie Grabsteine aussehen.

Kunst und Eurokrise: Mehrere Toiletten mit offenem Deckel hat ein zyprischer Künstler in einer Protestaktion vor die zyprische Notenbank gestellt. Der Bildhauer Andreas Efthymiou stellte die 20 aus Gips gebauten Toiletten auf dem Bürgersteig vor der Central Bank of Cyprus ab - als Verweis auf die Zwangsabgabe auf Geldeinlagen zur Rettung der zyprischen Banken.

"Meine Kunst-Installation ist ein visueller Protest gegen all die schlimmen Dinge, die Zypern geschehen", meinte der 49-Jährige im zyprischen Radio. Von vorn betrachtet sage sein Kunstwerk das aus, was man "allgemein auf Zypern über die Zwangsabgabe" denke. Von hinten wiederum sähen die Toiletten mit dem offenen Deckel "wie Grabsteine" aus.

Zypern hatte aufgrund einer drohenden Staatspleite Hilfskredite in Höhe von zehn Mrd. Euro mit Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds ausgehandelt. Die erste Hilfstranche für das wirtschaftlich und finanziell angeschlagene Land wurde bereits ausgezahlt. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung, 13 Mrd. Euro aus eigener Kraft aufzubringen, unter anderem durch eine Abgabe auf Bankvermögen.

Damit tragen die zyprischen Bankkunden die Last der Sanierung des Bankensystems mit, besonders die der zwei größten Geldinstitute. Die Kunden des Branchenführers Bank of Cyprus haben bereits 37,5 Prozent der großen Guthaben verloren. Weitere 22,5 Prozent der Ersparnisse über 100.000 Euro bleiben eingefroren, bis der Sanierungsbedarf der Bank of Cyprus endgültig geklärt ist. Die zweitgrößte Bank, die Laiki Bank, wird zerschlagen. Die Kunden dieser Bank verlieren alle ihre Ersparnisse über 100.000 Euro.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.