Wirtschaft

Lockheed sticht Eurofighter aus Tokio wählt US-Kampfjets

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Gute Übersicht, schwer zu entdecken für den Gegner: Das Cockpit der "F-35".

(Foto: REUTERS)

Es ist eine Entscheidung von militärischer und politischer Tragweite: Bei der Auswahl eines neuen Kampfjets für die japanische Luftwaffe entscheidet sich Tokio für ein Modell aus den USA. Das Konkurrenzprodukt aus Europa unterliegt. Aus der Sicht der Japaner fehlen dem Eurofighter wesentliche Eigenschaften.

Die Auswahl ist getroffen: Die Luftverteidigung Japans stützt sich weiterhin auf Hightech-Flugzeuge aus US-amerikanischer Produktion.

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De Rivalen abgehängt: Lockheed konkurriert mit Boeing und dem Eurofighter-Konsortium.

(Foto: Reuters)

Japan wird zur Modernisierung seiner Luftwaffe 42 Kampflugzeuge von Typ "F-35 Lightning II" des US-Herstellers Lockheed Martin kaufen, wie Verteidigungsminister Yasuo Ichikawa mitteilte. Angaben zum Auftragsvolumen machte Yasuo nicht.

Beobachter schätzten den Geschäftsumfang auf rund 8 Mrd. US-Dollar (rund 6,15 Mrd. Euro). Das erscheint allerdings recht hoch gegriffen: Früheren Angaben zufolge liegt der Listenpreis des auch "Joint Strike Fighters" (JSF) genannten Jets bei 90 bis 100 Mio. US-Dollar - je nach Ausstattung und Paketumfang.

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Hightech im Cockpit: Anweisungen an den Bordcomputer gibt der Pilot per Spracheingabe. Die Waffenauswahl erfolgt am Touchscreen-Bildschirm.

(Foto: REUTERS)

Das japanische Militär legte mit der Entscheidung mehr Wert auf die Fähigkeit der "F-35", für das Radar unsichtbar zu sein, als auf die Einsatzerfahrung der "F/A-18" von Boeing und des.

Die Stealth-Technologie wird von den japanischen Militärs offenkundig als entscheidender Vorteil gewertet, zumal das benachbarte China im Januar den ersten Testflug eines Stealth-Kampfflugzeuges von Typ "J-20" bekanntgegeben hatte. Der chinesische Jet ähnelt in vielen Merkmalen der "F-35".

Blick nach China

Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums sollen Mitsubishi Heavy Industries und IHI Corp  in die Produktion des neu bestellten Kampfjets einbezogen werden.

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Die "J-20" im Fotovergleich mit der "F-22 Raptor": Einige Ähnlichkeiten ergeben sich schon aus den Anforderungen an die niedrige Radarsignatur.

(Foto: REUTERS)

Die neuen Kampfflugzeuge sollen Japans alternde Flotte von "F-4 Phantom"-Flugzeugen ersetzen. Die "Phantom" waren bis zur Ablösung durch den Eurofighter auch bei der Bundeswehr im Einsatz.

Die neuen Tarnkappen-Jets vom Typ "F-35" seien bestens für das sich ändernde Sicherheitsumfeld geeignet, hieß es. Ausgelegt als Mehrzweckkampflugzeug kann die Maschine sowohl als Luftüberlegenheitsjäger als auch als Jagdbomber eingesetzt werden.

Das US-Verteidigungsministerium begrüßte die japanische Entscheidung. Sie werde die Partnerschaft beider Staaten stärken.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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