Wirtschaft

Milliardenschwere Einigung? Toyota will Ermittlungen loswerden

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Toyota hat in den vergangenen Jahren Millionen Autos in die Werkstätten gerufen.

(Foto: REUTERS)

Der japanische Hersteller ruft nach einem tödlichen Unfall mehr als 20 Millionen Autos in die Werkstätten. Doch ein Problem wird nicht gefunden. Das Verhalten Toyotas bei der Aktion ruft die Behörden auf den Plan. Nun sind die Japaner wohl zu einem Vergleich bereit.

Der weltgrößte Autobauer Toyota steht offenbar kurz vor einem Vergleich wegen möglichen Fehlverhaltens bei Rückrufaktionen. Dieser könnte die Japaner mehr als eine Milliarde US-Dollar kosten. Hintergrund sind strafrechtliche Ermittlungen in den USA, wie Toyota mit Beschwerden von Autofahrern wegen der unbeabsichtigten Beschleunigung des Fahrzeugs umgegangen ist. Eine Einigung könnte, so sagen mit dem Vorgang vertraute Personen, innerhalb der nächsten Wochen erzielt werden und würde vierjährige Ermittlungen von US-Staatsanwälten beenden.

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Es gebe allerdings noch einige offene Punkte in den Verhandlungen, die eine Vereinbarung verzögern oder diese sogar ganz verhindern könnten. Auch die Höhe der Vergleichszahlung könnte sich noch ändern.

Keine Beweise für technische Defekte

Eine Toyota-Sprecherin betonte die enge Kooperation des Unternehmens mit der Staatsanwaltschaft. In den vier Jahren seit Beginn der Ermittlungen habe Toyota die Reaktion auf Kundenreklamationen grundlegend verändert und arbeite weiter an Verbesserungen.

Toyota könnte zu einem Kompromiss bereit sein, um den Fall abzuschließen, auch wenn es bislang keine Beweise für mechanische oder elektronische Defekte an den betroffenen Wagen gab. Die US-Behörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hatte entsprechende Untersuchungen vorgenommen und war zu der Erkenntnis gekommen, dass die Fehler beim Fahrer selbst oder bei Bodenmatten zu suchen seien, die ungewollt auf das Gaspedal gedrückt hätten.

Die Staatsanwälte hätten untersucht, ob das Unternehmen bei der NHTSA falsche oder unvollständige Angaben über mögliche Defekte in den Wagen gemacht habe, sagten die Informanten. Sollte es zu einem Vergleich mit einer Milliarden-Zahlung kommen, wäre dies eine der höchsten gegen einen Autohersteller verhängten Strafen.

Familie verunglückt

Die unerklärbare Beschleunigung von Toyota-Fahrzeugen war 2009 ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt, als ein Autobahnpolizist und seine Familie bei einem Unfall starben. Dabei waren sie in einem geliehenen Wagen der Toyota-Luxusmarke Lexus mit mehr als 190 Stundenkilometern von der Straße abgekommen und tödlich verunglückt. Aus den Aufzeichnungen des telefonischen Notrufs des Fahrers gingen seine verzweifelten, aber erfolglosen Bemühungen hervor, den Wagen zu stoppen.

In der Folge wurden mehrere hundert Klagen gegen Toyota eingereicht. Zwischenzeitlich zahlte Toyota 1,1 Milliarden Dollar an Autobesitzer als Ausgleich für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge durch die ungeklärten Vorfälle. Außerdem rief Toyota 10,2 Millionen Wagen in den USA und 12,2 Millionen in anderen Ländern für eine Überprüfung in die Werkstätten.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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