Wirtschaft

Auf der Watchlist von Moody's und S&P UBS kämpft mit Imageverlust

UBS_neu.jpg

Muss hier einer gehen?

(Foto: REUTERS)

Für die Schweizer UBS kommt es immer dicker: Nach dem Spekulationsskandal prüfen Moody's und S&P eine mögliche Abstufung des Instituts. Die Bank versucht zu retten, was zu retten ist. Presseberichten zufolge ist eine deutliche Verkleinerung des Investmentbankings geplant. Derweil wird der Ruf nach Ablösung von Bank-Chef Grübel immer lauter.

Nach dem Milliardenverlust eines ihrer Angestellten will die Schweizer Großbank UBS Berichten zufolge ihr Investmentbanking deutlich zurückfahren. Das Vorhaben werde bei der Investorenversammlung am 17. November bekanntgeben, berichtete die Schweizer Zeitung "Tages-Anzeiger" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Es könnte in diesem Zusammenhang zu "tausenden" Entlassungen kommen, heißt es in dem Bericht.

Grübel.jpg

UBS-Chef Oswald Grübel versucht vergeblich zu beschwichtigen. Die Rücktrittsforderungen werden lauter.

(Foto: REUTERS)

Die UBS-Aktionäre könnten nun nicht mehr mit Kosmetik abgespeist werden, zitierte die Zeitung einen UBS-Insider. Die Bank beschäftigt in der Sparte weltweit knapp 18.000 Personen.

Ruf nach Ablösung von Grübel

Nach Bekanntwerden des Spekulationsskandals wird auch der Ruf nach einer Ablösung von UBS-Chef Oswald Grübel sowie des Chefs der Investmentbanking-Sparte, Carsten Kengeter, lauter. Er müsse "Platz machen" forderte etwa das Wirtschaftsmagazin "Cash". Hoffnungen werden auf Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber gesetzt, der 2012 in den Verwaltungsrat der UBS einziehen soll und 2013 dort das Ruder übernehmen soll.

Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal hatte UBS bereits den Abbau von konzernweit 3500 von rund 65.000 Stellen angekündigt, der Schwerpunkt soll im Investmentbanking liegen. Wegen des Verlustes im Handel rechnet die Bank nun für das dritte Quartal mit einem Konzernverlust. Die Investmentbanking-Sparte werde das Gesamtjahr mit einem Verlust abschließen, erwartet Venditti. Das wäre der vierte Fehlbetrag in fünf Jahren. 

Mission Investmentbanking gescheitert

Die Sparte werde sich in Zukunft wohl auf die Aktivitäten beschränken, die zur Unterstützung der Vermögensverwaltung und des Asset Managements für institutionelle Kunden nötig seien, hieß es in einer Studie von JP Morgan. Mit den Ambitionen, in diesem Bereich weltweit ganz vorne mitzuspielen, sei die Bank nun endgültig gescheitert.         

UBS hatte am Donnerstag gemeldet, ein Londoner Händler habe mit unerlaubten Geschäften einen Handelsverlust von rund zwei Milliarden Dollar eingefahren. Der 31-jährige Kweku Adoboli wurde festgenommen und befand sich am Freitag noch in Polizeigewahrsam.       

UBS auf der Watchlist

Die Hiobs-Botschaft aus London hatte der UBS-Aktie am Vortag einen Verlust von zehn Prozent eingetragen. Mehrere Broker nahmen ihre Kursziele für die UBS-Aktie zurück.    

Auf der Aktie lastet nach Händlerangaben nun auch die Entscheidung der Ratingagentur Moody's, die UBS auf die Beobachtungsliste für eine Rückstufung von der bisherigen Noten  "Aa3" gesetzt hat. Der Handelsverlust sei für die Bank verkraftbar, aber er wecke Zweifel, ob UBS in der Lage sei, im Investmentbanking zu wachsen und gleichzeitig die Risiken angemessen unter Kontrolle zu halten, erklärte Moody's. Auch der Reputationsschaden und die damit verbundenen Folgen für das Vermögensverwaltungsgeschäft seien noch nicht absehbar.   

Nach Moody's stellte auch die zweite große Ratingagentur Standard & Poor's eine Zurückstufung der Bonitätsbewertung der Schweizer Großbank UBS in Aussicht. Das Langfrist-Rating "A+" stehe nach dem von der Bank bekanntgegebenen milliardenschweren Handelsverlust durch einen Mitarbeiter des Investmentbankings zur Disposition, teilte S&Pmit. Das Ereignis sei ein Rückschlag für die Bemühungen der UBS, ihre Reputation wiederzuerlangen und ein verstärktes Risikomanagement vorzuweisen, hieß es.

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP/dpa/DJ

Mehr zum Thema