Wirtschaft

"Beige Book" deckt auf US-Wirtschaft geht am Stock

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Barack Obama und Ben Bernanke: Geteiltes Leid ist halbes Leid. (Archivbild)

(Foto: REUTERS)

Der Konjunkturbericht der Fed fällt erschreckend aus: Zum nicht enden wollenden Schuldenstreit bekommt die US-Regierung von Präsident Barack Obama weitere Probleme: Die US-Konjunktur schwächelt und verliert bereits wieder an Schwung. Den eh schon arg gebeutelten Arbeitsmarkt dürfte das weiter belasten.

Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich nach Einschätzung der US-Notenbank Federal Reserve zu Anfang des zweiten Halbjahres weiter abgeschwächt. In vielen Regionen habe die Konjunktur zwischen Anfang Juni und Mitte Juli weiter an Kraft verloren, hieß es in dem Konjunkturbericht der Fed, dem sogenannten Beige Book, der erneut Zweifel an der Erholung der US-Wirtschaft säte.

"Die wirtschaftliche Aktivität hat weiter zugenommen, aber das Tempo hat sich in vielen Regionen abgeschwächt", heißt es in dem Bericht. Der Arbeitsmarkt bleibe schwach, obwohl viele Regionen Neueinstellungen verzeichnet hätten. Auch am gebeutelten Immobilienmarkt konnten die Notenbanker wenig ermutigendes finden: Die Zahl der Hausverkäufe habe sich kaum verändert und die Preise stagnierten oder seien sogar rückläufig.

Solider Aufschwung Fehlanzeige

Der Fed-Bericht unterstreicht erneut, wie schwer es den USA fällt, aus der Wirtschaftskrise herauszufinden. Vor allem der gebeutelte Arbeitsmarkt bereitet große Sorgen: So zog die Arbeitslosenquote im Juni überraschend wieder auf 9,2 Prozent an - und das n einem Land, dass viele Jahre gewöhnt war, kaum Arbeitlose zu haben.

Auch ein solider, selbsttragender Aufschwung lässt auf sich warten: Anfang des Jahres war die Wirtschaft nur mit 1,9 Prozent gewachsen, das zweite Quartal dürfte ebenfalls nur zäh gelaufen sein. Darüber hinaus sind Republikaner und Demokraten seit Wochen in dem Streit um die Anhebung der Budgetgrenze verstrickt. Hier läuft die Zeit ab, denn wenn sich die Parteien nicht bald einig werden, droht der Weltmacht USA die Staatspleite.

Bernanke gefordert

Die Notenbank ist alarmiert. Sie hat bereits Notfallpläne erarbeitet für den Fall, dass es tatsächlich zur Zahlungsunfähigkeit kommt und das Finanzministerium keine Renten und Beamtengehälter mehr bezahlen kann und mit dem Schuldendienst in Verzug kommt.

Zugleich denken nicht wenige Zentralbanker - unter anderem Fed-Chef Ben Bernanke - inzwischen laut darüber nach, ob nicht schon bald die Zeit reif sein könnte für eine neue Runde von Staatsanleihenkäufen. Das zweite derartige Programm über 600 Mrd. Dollar war Ende Juni ausgelaufen.

Quelle: ntv.de, rts

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