Wirtschaft

Es waren einmal 182 Mrd. Dollar USA steigen bei AIG aus

AIG darf wieder ohne Staat.

AIG darf wieder ohne Staat.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

2008 macht der US-Versicherer AIG 99,3 Mrd. Dollar Verlust - der höchste der US-Wirtschaftsgeschichte. Danach muss der Staat mit Garantien und Kapitalhilfen von 182 Mrd. Dollar einspringen. Der drohende Kollaps wird abgewendet, AIG dafür ein Staatsunternehmen. Jetzt wollen die USA sich als Anteilseigner verabschieden - und das mit Gewinn.

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Einen Schlussstrich unter die größte Rettungsaktion der Finanzkrise wollen die USA ziehen. Das US-Finanzministerium kündigte an, sich von den restlichen Anteilen der American International Group (AIG) trennen zu wollen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg sollen die restlichen der noch im Staatsbesitz befindlichen 234,2 Millionen Aktien für 32,50 Dollar das Stück platziert werden. Der Verkauf würde der US-Regierung damit rund 7,6 Mrd. Dollar bringen.

Die investierte Milliardensumme hat der Staat inzwischen wieder mehr als hereingeholt. Zuletzt hatte er sich im September von einer Tranche an dem New Yorker Versicherer getrennt. Bisher hat die US-Regierung mit der Platzierung von AIG-Anteilen sowie Gebühren und Zinsen für die Hilfsmaßnahmen bereits rund 15 Mrd. Dollar verdient.

Die Vereinigten Staaten hatten den Konzern in der Finanzkrise im Jahr 2008 mit Garantien und Kapitalhilfen in einem Rahmen von 182 Mrd. Dollar vor dem Untergang bewahrt. Der einstige Vorzeigekonzern war nach den Maßnahmen praktisch komplett in Staatsbesitz. Die Regierung hatte in der Spitze 92 Prozent der Anteile gehalten - zuletzt waren es noch knapp 16 Prozent. AIG gelang das Kunststück, auch durch Verkauf von Tochterfirmen, die Staatshilfen wieder zurückzuzahlen.

AIG war 2008 in den Strudel der Finanzkrise geraten, weil der Konzern die windigen Hypothekenwetten der Banken und Fonds abgesichert hatte. Das geschah durch Kreditausfallversicherungen oder Credit Default Swaps (CDS). Ein Zusammenbruch des AIG-Konzerns hätte weitreichende Folgen für die gesamte Finanzwelt gehabt. Um einen Dominoeffekt zu verhindern, legte die US-Regierung das Rettungspaket auf. Von diesem profitierten zahlreiche andere Finanzkonzerne wie auch die Deutsche Bank, da die AIG mit dem Staatsgeld unter anderem Schulden bei diesen begleichen konnte.

Der Konzern hatte im Krisenjahr 2008 mit 99,3 Mrd. Dollar den höchsten Verlust der US-Wirtschaftsgeschichte eingefahren. Kaum ein Beobachter hatte damals damit gerechnet, dass sich das Unternehmen in absehbarer Zeit wieder berappeln würde. Dem Versicherer kam dabei auch die Erholung der Weltwirtschaft nach der Rezession zugute.

Quelle: ntv.de, dpa/rts/DJ

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