Wirtschaft

IWF und EU machen Druck Ungarn spart nicht mehr

Ungarn braucht Milliardenkredite von IWF und EU. Im Gegenzug muss das Land einen Sparkurs fahren, doch die Regierung hält das für eine schlechte Idee.

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Der Forint verliert an Wert.

(Foto: REUTERS)

Das hoch verschuldete Ungarn hat weitere Sparmaßnahmen ausgeschlossen. Die Regierung habe dem Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Union mitgeteilt, dass zusätzliche Anstrengungen nicht in Frage kämen, sagte Wirtschaftsminister Gyorgy Matolscy. Die Regierung befürchte, die Wirtschaftserholung könne durch einen noch rigideren Sparkurs belastet werden.

Gespräche zwischen dem Land und dem IWF sowie der EU über die Freigabe verbliebener Tranchen eines vor zwei Jahren vereinbarten Hilfspakets über 20 Mrd. Euro waren am Wochenende abgebrochen worden. Der IWF hatte anschließend erklärt, um das angekündigte Ziel, das Defizit im laufenden Jahr auf 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 2011 auf unter drei Prozent des BIP zu senken, seien zusätzliche Maßnahmen nötig.

Börse und Forint unter Druck

Die Landeswährung Forint und die Börse in Budapest verbuchten nach den Äußerungen des Wirtschaftsministers starke Verluste. Der Forint verlor zum Dollar rund 2,7 Prozent, der ungarische Aktienmarkt rutschte um 4,7 Prozent ab. Der lokale Bankenindex fiel um mehr als acht Prozent. Ungarische Staatsanleihen wurden abgestoßen, so dass die Zinsen darauf zwischen 20 und 25 Basispunkte nach oben schnellten. Ungarn hatte im Zuge der Finanzkrise als erstes europäisches Land Hilfsgelder von IWF und EU erhalten. Die Kreditlinie über insgesamt 20 Mrd. Euro läuft im Oktober aus.

Mit den Plänen der ungarischen Regierung, eine Bankenabgabe einzuführen, um das Defizitziel von 3,8 Prozent zu erreichen, hätten sich die Vertreter von IWF und EU unzufrieden gezeigt, sagte der ungarische Wirtschaftsminister. "Die Partner habe diese Ansicht nicht geteilt." Der IWF habe stattdessen die prompte Umsetzung struktureller Reformen gefordert. Unstimmigkeiten habe es auch über die Bezahlung der Notenbanker im Lande gegeben. Matolcsy kündigte an, dass die Gespräche mit beiden Organisationen getrennt fortgesetzt würden.

Es gebe zwar viele Gemeinsamkeiten, allerdings blieben eine Reihe von Fragen offen, hatte der IWF nach über zweiwöchigen Beratungen mitgeteilt. Die EU wollte dem hoch verschuldeten Staat mehr Zeit zur Klärung der Haushaltspläne einräumen.

Quelle: ntv.de, rts/DJ

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