Wirtschaft

Schäuble erwägt Aufspaltung Universalbanken müssen zittern

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Die Aufspaltung von Banken könnte das Finanzsystem entflechten und weniger anfällig für Krisen machen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Finanzminister Wolfgang Schäuble schließt nicht aus, deutsche Banken zwangsweise in Investmentbanking und Privatkundengeschäft zu spalten. Damit wäre verboten, dass eine Bank gleichzeitig mit Spekulationen am Finanzmarkt und mit Angeboten für Privatpersonen Geld verdient. In der Finanzwelt regt sich Widerstand.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schließt eine Aufspaltung von Großbanken in Privatkundengeschäft und Investmentbanking nicht aus. "Wenn es in Europa nachgewiesenen Bedarf für einen solchen Schritt gibt, wird Deutschland sich nicht sperren", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Allerdings, so der Minister, hingen die Probleme des Finanzsektors in Deutschland nicht mit der Existenz von Universalbanken zusammen.

Das Frankfurter Bankhaus Metzler warnte daraufhin vor Schnellschüssen. " Mit scheinbar einfachen Lösungen bekommt man die komplexen Fragen nicht in den Griff", sagte Gesellschafter Emmerich Müller. "Wir leben in Zeiten, in denen die eine oder andere Regulierung geboren wird, die nicht zu Ende gedacht oder unkoordiniert ist."

Universalbanken können systemrelevant sein

Das Argument für ein Trennbankensystem ist, dass systemrelevante Investmentbanken im Falle ihres Zusammenbruchs abgewickelt werden könnten, ohne das die Einlagen von Privatkunden und die Finanzierung kleiner Unternehmen gefährdet würden. In den Jahren 2008 und 2009 mussten auch in Deutschland mehrere Banken vom Staat gestützt werden, weil das Risiko einer Pleite für das eng vernetzte Bankensystem als zu hoch eingeschätzt wurde. Derzeit werden spanische Banken mit europäischem Geld vor der Pleite bewahrt.

Die Banken fürchten, dass die Forderung in den kommenden Wahlkämpfen eine größere Rolle spielt.

Manager-Boni begrenzen

Schäuble will sich auch die Vergütung von Managern vornehmen. "Der Gesetzgeber könnte die Vorschriften verschärfen, die dafür sorgen sollen, dass variable Bezüge nicht mehr kurzfristig ausgezahlt, sondern längerfristig angelegt werden", sagte er der Zeitung.

In der Vergangenheit sind die Regeln für die Finanzbranche laut Schäuble zu sehr gelockert worden. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch SPD und Grüne. "Wir alle miteinander sind bei der Deregulierung, die Ende der 90er-Jahre begann, zu weit gegangen. Damals regierte Rot-Grün", sagte der Minister. Ein Jahrzehnt später hätten die Finanzmärkte auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen. "Das war notwendig, um Schlimmeres zu verhindern. Aber wir müssen nun für Regeln sorgen, die eine Wiederholung verhindern."

Quelle: ntv.de, che/dpa/rts/AFP

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