Wirtschaft

Keine Gerüchte, keine Hiobsbotschaften VW fährt mit nackten Zahlen vor

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Die Jahresprognose sollte stehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Zahlenreigen geht weiter: Das dritte Quartal von VW müsste besser gelaufen sein als das Vorjahresquartal, prognostizieren Analysten. Wie groß der Abstand zum Jahresziel ist, muss sich zeigen. Vielleicht müssen die Wolfsburger noch mal Gas geben.

VW Vorzüge
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Volkswagen hat bewegte Monate hinter sich. Gerüchte über den Gesundheitszustand von Konzernpatriarch Ferdinand Piëch und anschließend über angebliche Renditeprobleme sorgten dafür, dass in Wolfsburg von einem Sommerloch in diesem Jahr keine Rede sein konnte. Heute dürfte Europas größter Autobauer mit robusten Drittquartalszahlen erneut Schlagzeilen schreiben - diesmal wohl positive.

Analysten gehen davon aus, dass der Volkswagen-Konzern im dritten Quartal trotz des weiter schwierigen Umfelds vor allem in Europa mit den Verkäufen auch Einnahmen und operativen Gewinn steigern konnte. Damit dürften sich die Niedersachsen erneut von der europäischen Konkurrenz im Volumensegment abheben, die nach wie vor stark unter der Last des schwachen hiesigen Automarktes ächzt.

Diese kann VW auf anderen Kontinenten - zuletzt weniger in den USA, sondern vor allem in Asien - wettmachen. Allerdings gehen die widrigen Bedingungen in Europa auch am Branchenprimus nicht spurlos vorüber: In den ersten drei Quartalen schrumpften die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf dem alten Kontinent um rund 2,5 Prozent.

Bestmarke beim Autoabsatz

Auch damit schlug sich VW aber besser als das Gros der Konkurrenz, da der Gesamtmarkt im gleichen Zeitraum fast doppelt so stark einbrach und in diesem Jahr wohl das niedrigste Niveau seit Anfang der 1990er Jahre markieren wird. Und weltweit gesehen gab es für die Niedersachsen sowieso Wachstum: Erstmals wurde bereits nach drei Quartalen die Marke von sieben Millionen Verkäufen geknackt - ein Plus von 4,8 Prozent.

Dass VWs Gewinn vor und nach Steuern im dritten Quartal trotzdem eingebrochen sein dürfte, sollte indes niemanden beunruhigen. Schließlich hatten die Wolfsburger im vergangenen Jahr den Sportwagenhersteller Porsche komplett übernommen, was milliardenschwere positive Bewertungseffekte nach sich gezogen und die Ertragskennziffern entsprechend künstlich aufgebläht hatte.

An der Jahresprognose dürfte VW nach Einschätzung von Analysten festhalten. Die Verkäufe sollen 2013 erstmals die Marke von 9,5 Millionen knacken, der Umsatz zulegen. Beim operativen Ergebnis will VW den Rekordwert aus dem Vorjahr von mehr als 11 Milliarden Euro wieder erreichen, obwohl massive Investitionen in neue Produkte, Werke und Technologien auf der Profitabilität lasten.

Quelle: ntv.de, ddi/DJ