Wirtschaft

Jahresziele bestätigt VW muss nur noch etwas Gas geben

Volkswagen liegt gut in der Spur. Europas größter Autobauer verdient im abgelaufenen Quartal operativ wieder mehr. Allerdings hinkt er bei den Planungen auf Jahressicht etwas hinterher. Analysten und Anleger äußern sich trotzdem positiv. Der Kurs steigt.

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Das Geschäft von Volkswagen entwickelt sich weiterhin solide. Trotz des schwierigen Wirtschaftsumfelds steigerten die Wolfsburger im dritten Quartal den Absatz. Auch der operative Gewinn legte nach einem schwächeren Jahresstart wieder zu. An den Zielen fürs Gesamtjahr hält Europas Branchenprimus fest, muss im Schlussvierteljahr aber noch einen Endspurt hinlegen.

Zwischen Juli und September brachte VW knapp 2,4 Millionen Autos und Nutzfahrzeuge an die Kundschaft in aller Welt - ein Plus von knapp 5 Prozent. Der operative Gewinn stieg um fast ein Fünftel auf rund 2,8 Milliarden Euro. Damit traf der Konzern die Markterwartungen fast punktgenau. Positiv zu Buche schlugen unter anderem die guten Geschäfte der Tochter Porsche. 

Nach Steuern verdienten die Niedersachsen mit rund 1,9 Milliarden Euro erwartungsgemäß deutlich weniger als im Vorjahr, als milliardenschwere Bewertungseffekte im Zusammenhang mit der Porsche-Übernahme den Gewinn künstlich auf über 11 Milliarden Euro aufgebläht hatten.

Volle Fahrt in den Endspurt

Bis zum Jahresende wartet noch einiges an Arbeit: Denn trotz robuster Zahlen hängt der Autobauer bei den Planungen auf Jahressicht etwas hinterher. Mit nunmehr 8,56 Milliarden Euro Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für die ersten neun Monate muss sich VW zum Jahresende etwas strecken, um das 2013-Ziel von 11,5 Milliarden Euro zu erreichen. Auch der Umsatz fiel etwas niedriger aus als erwartet: Er sank im selben Zeitraum leicht auf 47 Milliarden Euro.

Stärkste Gewinnstützen waren in den ersten neun Monaten die Oberklassetochter Audi, deren operativer Gewinn allerdings auf 3,7 (Vj. 4,2) Milliarden Euro nachgab, und Porsche. Der seit einem Jahr zu dem Zwölf-Marken-Konzern gehörende Sportwagenbauer vervielfachte das Ergebnis auf 1,89 Milliarden Euro von 387 Millionen vor einem Jahr.

China-Geschäft brummt

Das China-Geschäft, das VW als Beteiligung im Finanzergebnis verbucht, lieferte 3,5 Milliarden Euro Betriebsgewinn. Vor einem Jahr waren es 2,8 Milliarden Euro gewesen. Der Blick auf die China-Zahlen ist wichtig bei VW, weil der Dax-Riese dieses Geschäft gesondert ausweist. Das liegt daran, dass VW in dem Riesenreich in Gemeinschaftsunternehmen arbeitet, den Gewinn nur anteilig kassiert und daher auch extra bilanziert. Für ein Gesamtbild muss China also zur übrigen Bilanz hinzugerechnet werden.

Die ersten Reaktionen von Branchenexperten fielen positiv aus: "Volkswagen liegt voll in der Spur", lautete das Fazit von Frank Biller von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Mit einem Gewinn von 2,8 Milliarden Euro hätten die Wolfsburger im dritten Quartal eine Punktlandung vollführt. Sehr positiv sei der Freie Cashflow von 3,2 Milliarden Euro. "Er stammt ganz überwiegend aus dem Industriegeschäft und belegt die gute Ertragskraft", sagte Biller. Mit einem Wert in dieser Höhe sei nicht zu rechnen gewesen.  Wichtig sei aber auch, dass VW den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt habe.

Die Wolfsburger haben sich fest vorgenommen, sowohl Auslieferungen, als auch Umsatz zu steigern. Nach Ansicht von Analysten ist das Ziel, den Betriebsgewinn von 11,5 Milliarden Euro aus dem Vorjahr zu erreichen, mit einer hohen Kostendisziplin verbunden. Anleger honorierten die guten Zahlen mit kräftigen Kursaufschlägen: Die VW-Aktien gehörten im frühen Handel zu den größten Gewinnern im Dax.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/DJ