Wirtschaft

Trotz Milliardenschäden durch "Sandy" Versicherer atmen durch

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Trotz Milliardenschäden durch Hurrikan Sandy war 2012 nur das drittteuerste Jahr der Versicherungsgeschichte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Den Versicherern gibt das vergangene Jahr trotz des Hurrikans "Sandy" Anlass zur Freude. Obwohl die Schäden höher ausfallen als angenommen, war 2012 nur das drittteuerste Jahr der Geschichte. Schuld daran ist aber nicht nur der Jahrhundertsturm, sondern eine andere Katastrophe in den USA.

Das Jahr 2012 war für die Versicherungsbranche teurer als zunächst angenommen. Neben Hurrikan "Sandy" schlugen Ernteausfälle in einem bisher nicht gekannten Ausmaß zu Buche, teilte Swiss Re mit. Die versicherten Schäden summierten sich demnach auf 77 Mrd. US-Dollar. In einer ersten Schätzung im Dezember war der zweitgrößte Rückversicherer der Welt noch von 65 Mrd. US-Dollar Schadenzahlungen ausgegangen.

Obwohl das Jahr damit nach Darstellung des Konzerns aus Zürich als drittteuerstes der Geschichte in die Annalen eingeht, kommt die Branche glimpflicher davon als 2011. Damals musste sie für die verheerenden Erdbeben und Überschwemmungen in Asien mit der Rekordsumme von 126 Mrd. US-Dollar geradestehen. Marktführer Münchener Rück hatte die Kosten für die Branche im Januar auf 65 Mrd. US-Dollar 2012 veranschlagt. Anders als bei den Schweizern sind darin keine von Menschen verursachten Desaster wie Schiffskatastrophen oder Ölunfälle berücksichtigt.

Weltweit verursachten Katastrophen 2012 laut Swiss Re insgesamt Schäden von 186 Mrd. US-Dollar. Alleine Wirbelsturm "Sandy", der Ende Oktober den Nordosten der USA mit der Millionenmetropole New York schwer getroffen hatte, richtete Schäden von 70 Mrd. US-Dollar an. Er war damit der zweitteuerste Sturm überhaupt nach Hurrikan "Katrina", der 2005 die Südstaatenmetropole New Orleans verwüstet hatte. Die Versicherer mussten bis zu 25 Mrd. US-Dollar davon stemmen, inklusive staatlicher Programme sind rund die Hälfte der von "Sandy" verursachten Schäden gedeckt. Trotz der hohen Schadenlast verdienten viele Versicherer 2012 blendend, auch dank guter Anlageergebnisse.

Ernteausfälle kosten 15 Mrd. Dollar

Rekordschäden zog die schlimmste Dürre in den USA seit mehr als einem halben Jahrhundert nach sich. Große Ernteausfälle im sogenannten "Corn Belt" richteten Schäden von rund 15 Mrd. US-Dollar an. Elf Mrd. US-Dollar davon waren - inklusive Zahlungen durch das staatliche Programm MPCI - durch Versicherungen gedeckt. Es ist der höchste je erfasste Schaden in der Agrarversicherung, wie Swiss Re feststellte.

Verheerend war auch die Serie von Erdbeben in der norditalienischen Region Emilia-Romagna Ende Mai mit 16 Mrd. US-Dollar Schäden, wovon die Versicherer allerdings nur ein Zehntel tragen mussten.

Die teuerste technische Katastrophe war die Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Concordia" vor der italienischen Insel Giglio im Januar. Sie kostete die Branche gut eine halbe Milliarde US-Dollar. Insgesamt verloren im Vorjahr bei Katastrophen rund 14.000 Menschen ihr Leben - weniger als halb so viel wie 2011 als alleine die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan rund 19.000 Tote forderte.

Quelle: ntv.de, rts