Wirtschaft

Die Dividende rockt nicht Vorsicht bei RWE, Eon und K+S

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Aufgepasst: Auch Dividendenrenditen zwischen 6 und 9 Prozent machen alleine noch keinen König.

(Foto: Meyhome / Pixelio)

In unsicheren Zeiten wie diesen flüchten Anleger nicht nur in Gold und Silber, sondern gerne auch in dividendenstarke Aktien. Doch diese Titel haben Tücken. Telebörse.de verrät, wer der wahre Dividendenkönig ist.

Alle Jahre wieder ziehen Manager von Dividenden-Fonds durch die Lande und empfehlen Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Auf ihren Listen stehen auch Titel wie RWE und Eon, die für ihre hohen Ausschüttungen gefeiert werden. Doch wer auf den Kurszettel beim Dax schaut, wird feststellen, dass hohe Dividendenrenditen sehr häufig mit Kursverlusten einhergehen. Bestes Beispiel sind derzeit die Dividendenkönige im Dax: Deutsche Telekom, K+S sowie die bereits erwähnten Eon und RWE. Letztere bietet aktuell die höchste Dividendenrendite von 8,9 Prozent, aber nicht weil die Dividende so deutlich gesteigert werden konnte, sondern weil der Kurs dramatisch eingebrochen ist. Denn bei der Berechnung der Dividendenrendite wird der Aktienkurs durch die Dividendenzahlung geteilt. Damit hat ein sinkender Aktienkurs den gleichen Effekt auf die Dividendenrendite wie eine Dividendenerhöhung.

Hohe Dividenden machen misstrauisch

Der Kursrückgang RWE & Co. kommt nicht von ungefähr. Die Deutsche Telekom beispielsweise finanziert die Dividende zum großen Teil aus der Substanz. Fast der gesamte Gewinn wurde über Jahre an die Aktionäre in Form der Dividende ausgeschüttet. Gleichzeitig beschneidet das Unternehmen seine Investitionsmöglichkeiten, was bei der Deutschen Telekom in einem anhaltenden Seitwärtstrend der Aktie zum Ausdruck kommt. Im Prinzip kann sich die Telekom eine so hohe Ausschüttung nicht leisten. Bei Eon war es anders, aber nicht besser. Hier wurde die Dividende im Herbst 2012 gekürzt. Danach begann ein Wettrennen zwischen Dividendenkürzung und Kursverfall.

Gewonnen hat die Dividendenrendite, denn sie stieg genauso schnell, wie der Kurs nach Süden rauschte. Die Dividendenrendite allein kann also Sicherheit vorgaukeln. Analysten empfehlen daher meist neben der Dividendenrendite auf die Dividendenkontinuität eines Unternehmens zu achten. Gewinner im Dax ist hier über die vergangenen Jahre die Münchener Rück – nicht einmal wurde die Dividende gestrichen oder gekürzt, im Gegenteil fast immer angehoben. Genau diese Konstanz bei der Gewinnausschüttung hatten auch die Energieversorger jahrelang gezeigt. Erst mit der Energiewende kam Unruhe auf, das Geschäftsmodell bekam erste Risse und die Aktienkursentwicklung enttäuschte. Eigentlich logisch, denn Branchen die strukturelle Probleme haben, wie der Telekom- oder der Energie-Sektor, wollte man spätestens seit 2009 nicht mehr im Depot haben – Dividende hin oder her.

Wie am Beispiel von Eon deutlich wird, droht bei Unternehmen, die einem strukturellen Wandel unterliegen, eine Dividendenkürzung. Schon deshalb sollte der Blick nicht allein auf die aktuelle Höhe der Dividendenrendite fallen. Ähnliches trifft ebenfalls auf ausschüttungskräftige Banken zu. Die Deutsche Bank etwa liegt seit 2009 rund 50 Prozent in der Performance hinter dem Dax zurück.

Dividendenindizes sind keine Lösung

Warum einfaches Setzen auf Dividenden wenig Sinn ergibt, zeigt auch die Performance des DivDax-ETF von i-Shares. Beim DivDax werden 15 Dax-Werte mit der höchsten Dividendenrendite ausgewählt. Klingt auf den ersten Blick nach einer überzeugenden Strategie. Da aber häufig auch solche Aktien im Index enthalten sind, die deutliche Kurseinbußen erleiden mussten, schaffte der Fonds in den vergangenen drei Jahren lediglich ein Kursplus von vier Prozent. Eine enttäuschende Entwicklung, denn der Dax hat im gleichen Zeitraum angetrieben von Dividendenschwächlingen wie Henkel, Beiersdorf, Adidas oder BMW rund 24 Prozent Rendite geschafft.

Eine Aktie nur wegen der Dividendenhöhe zu kaufen, führt also in die Irre. Vielmehr sollten Anleger auf das Dividendenwachstum achten, da es für die Kursperformance meist besser ist, regelmäßig moderate Dividenden auszuschütten, aber diese dann beizubehalten oder gemäß der Geschäftsentwicklung anzuheben. Das macht die Auswahl zwar nicht unbedingt einfacher, aber Unternehmen, die sehr stark von der Konjunkturentwicklung abhängen, sollten in rezessiven Phasen unbedingt gemieden werden. Hier sind die Schwankungen bei der Dividendenausschüttung sehr hoch. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Lufthansa, die eine sehr große Bandbreite bei ihren Dividendenzahlungen aufweist und sie für das abgelaufene Geschäftsjahr sogar ganz gestrichen hat. Beständiger sind dagegen Unternehmen aus den defensiven Nahrungsmittel- oder Transport-Sektoren - die Aktienkursentwicklung ebenfalls.

Quelle: n-tv.de

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