Wirtschaft

Diskriminierungsvorwürfe Wal-Mart entgeht Sammelklage

Der oberste Gerichtshof der USA erklärt eine milliardenschwere Sammelklage wegen angeblicher Benachteiligung von Frauen gegen den weltgrößten Einzelhändler Wal-Mart für unzulässig. Einzelklagen sind zwar weiter möglich, dabei hat Wal-Mart aber deutlich weniger zu befürchten.

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(Foto: REUTERS)

Der Oberste Gerichtshof der USA hat einer Diskriminierungsklage von historischem Ausmaß gegen die Supermarkt-Kette Wal-Mart einen Riegel vorgeschoben. Die Richter urteilten in Washington, dass rund 1,5 Millionen aktuelle und ehemalige weibliche Angestellte der Unternehmens-Kette Wal-Mart keine Sammelklage wegen ungerechter Bezahlung anstrengen dürfen. Die Frauen seien von dem Konzern nicht systematisch aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert geworden.

Wal-Mart hatte den Supreme Court angerufen, nachdem ein Bundesberufungsgericht im US-Bundesstaat Kalifornien im vergangenen Jahr grünes Licht für eine Sammelklage gegeben hatte. Am Anfang des Rechtsstreits stand 2001 die Klage von nur einer Handvoll weiblicher Wal-Mart-Angestellter, die dem Unternehmen vorwarfen, Frauen systematisch schlechter zu bezahlen als Männer. Die Klägerinnen wollten eine rückwirkende Anpassung ihrer Gehälter und Strafzahlungen für Wal-Mart erreichen. Sammelklagen sind im US-Rechtswesen ein weit verbreitetes Mittel, um hohe Entschädigungen zu erreichen.

Die Obersten Richter in Washington sahen allerdings die Grundlage für ein gemeinsames juristisches Vorgehen nicht gegeben. Die Entscheidungen über Beförderung und Bezahlung von Angestellten würden bei Wal-Mart nicht zentral gefällt, sondern den Leitern der einzelnen Filialen obliegen. Das Unternehmen ist der größte private Arbeitgeber der USA, es betreibt dort 3400 Filialen und setzt weltweit jährlich 400 Mrd. Dollar um.

Wal-Mart umschifft durch den Richterspruch potenzielle Schadenersatzforderungen in zweistelliger Milliardenhöhe, auch wenn betroffene Frauen einzeln eine Klage gegen das Unternehmen anstrengen können. Die Entscheidung aus Washington dürfte auch weitreichende Auswirkungen auf das Arbeitsrecht in den USA haben. Mit der Ablehnung der Sammelklage verhinderten die Richter einen Präzedenzfall, der eine Flut von Diskriminierungsklagen von Frauen, Behinderten oder Angehörigen von Minderheiten gegen Unternehmen hätte nach sich ziehen können. Mit der Entscheidung dürften die Möglichkeiten von Frauen, sich bei Diskriminierungen gegen ihren Arbeitgeber geschlossen zur Wehr zu setzen, künftig eingeschränkt sein.

Quelle: ntv.de, AFP/rts

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