Wirtschaft

Mission erfüllt Whitacre verlässt GM

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen: Diesen Ratschlag beherzigt Ed Whitacre und hört am 1. September als Chef von General Motors auf. Sein Nachfolger wird Daniel Akerson. Unter Whitacre ist GM wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Noch in diesem Jahr soll es sogar wieder an die Börse gehen.

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Ed Whitacre hat GM wieder auf Kurs gebracht.

(Foto: picture alliance / dpa)

General-Motors-Chef Whitacre tritt zurück. Sein Nachfolger im Amt werde zum 1. September Daniel Akerson, sagte Whitacre. Sein Amt als Chef des Verwaltungsrates werde er allerdings bis Ende des Jahres ausüben, fügte der Manager hinzu. Whitacre - langjähriger Chef des Telekommunikationsriesen AT&T - hatte erst zu Anfang des Jahres das Ruder bei der Opel-Mutter übernommen.

Der 68-Jährige war im Sommer 2009 als Verwaltungsratschef zu GM gekommen und hatte Anfang Dezember die Lenkung des Konzerns nach dem Abgang von Fritz Henderson zunächst nur vorübergehend übernommen.

Unter Whitacre kam GM wieder zunehmend in Fahrt. Für das zweite Quartal wies der Opel-Mutterkonzern einen Nettogewinn von 1,3 Milliarden Dollar aus. Nach einer Rosskur mit Fabrikschließungen und dem Abbau Tausender Arbeitsplätze war das Traditionsunternehmen erst im Vierteljahr davor mit einem Plus von 865 Millionen Dollar wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Umsatz belief sich im zweiten Quartal auf 33,2 Milliarden Dollar. Vor Zinsen und Steuern lag der Gewinn bei 2,0 Milliarden Dollar.

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Dan Akerson wird neuer GM-Chef.

(Foto: AP)

Sein Ziel sei es gewesen, GM wieder in die Erfolgsspur zu bringen, erläuterte Whitacre, der nur acht Monate an der Spitze des Konzerns stand. "Wir sind eindeutig auf diesem Weg. Es gibt eine gute Basis." Deshalb sei der Zeitpunkt für seinen Abgang richtig gewählt. Dieser war weitgehend erwartet worden. Dass sein Rücktritt jedoch so kurz vor dem Börsengang erfolgte, überraschte die Branche.

Die US-Regierung hatte den einst weltgrößten Autohersteller 2009 mit rund 50 Milliarden Dollar vor dem Aus gerettet. Seither hält der Staat knapp 61 Prozent. Ein Jahr nach der erfolgreich überstandenen plant GM nun Kreisen zufolge, bis Ende November wieder an die Börse zurückzukehren. Es könnte sein, dass GM dafür am Freitag die Unterlagen einreicht. 

Erfolg für Obama

Vor rund einer Woche hatte GM erstmals öffentlich erklärt, auf das Börsenparkett zurückkehren zu wollen. Ein Datum hatte Whitacre nicht genannt. Mit dem Börsengang soll die US-Regierung vom Groß- zum Minderheitsaktionär werden, GM will den Schatten der unbeliebten Rettungsaktion durch den Staat abschütteln.

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An den GM-Förderbändern ist wieder richtig Betrieb.

(Foto: REUTERS)

Im vergangenen Sommer durchlief GM unter staatlicher Lenkung ein Insolvenzverfahren. Ein Jahr nach der erfolgreich überstandenen Insolvenz hat GM sein Händlernetz um ein Viertel auf etwa 4500 Betriebe zusammengestrichen. Zudem wurde die Zahl der US-Marken halbiert - nur Chevrolet, GMC, Buick und Cadillac blieben. Dank der Rosskur, die mit Fabrikschließungen und dem Abbau Tausender Arbeitsplätze verbunden war, gelang dem Konzern im ersten Quartal die Rückkehr in die Gewinnzone.

Ein erfolgreicher Börsengang von GM wäre ein bedeutender Sieg für US-Präsident Barack Obama, der von der Opposition für die staatliche Rettung des Traditionsunternehmens kritisiert worden war.

Opel bleibt im roten Bereich

Dagegen fährt Opel wie erwartet weiter Verluste ein. Im zweiten Quartal verlor GM mit seinem Europageschäft (Opel/Vauxhall) operativ 160 Millionen Dollar. Der Gesamtverlust im ersten Halbjahr summiert sich damit auf 637 Millionen Euro.

Dank Einsparungen fiel das Minus aber zumindest niedriger aus als zuletzt: Zum Jahresauftakt hatte GM in Europa 477 Millionen Dollar verloren, Ende 2009 sogar 799 Millionen Dollar. Firmenchef Nick Reilly will Opel 2011 aus der Verlustzone führen, 2012 soll der Hersteller wieder Geld verdienen.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/dpa

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