Wirtschaft

Ukrainische Krise Wie stark leiden Russlands Banken?

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Sberbank-Zentrale in Moskau

(Foto: picture alliance / dpa)

In Moskau reagiert man beunruhigt auf die Ereignisse in der Ukraine. Ein Grund ist auch die desolate finanzielle Lage des Nachbarlandes und die daraus resultierende Gefahr für die eigenen Banken. Die Ratingagenturen sind sich bei der Bewertung uneinig.

Unter den Ratingagenturen gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob Zahlungsausfälle ukrainischer Kunden russische Banken in Bedrängnis bringen könnten. Die US-Agentur Fitch erklärte, sollten die Probleme in der Ukraine Kreditausfälle nach sich ziehen, werde dies russischen Geldhäusern erheblich zusetzen. Im schlimmsten Fall müssten diese dann möglicherweise selbst gestützt werden, etwa von der Regierung in Moskau, sagte Fitch-Experte Alexander Danilow.

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Die Agentur Moody's dagegen hatte die Einschätzung geäußert, die russischen Banken würden die Finanzkrise der Ukraine wohl weitgehend unbeschadet überstehen. Das Engagement der Institute dort sei zwar beträchtlich, aber handhabbar, hatte der zuständige Moody's-Direktor Jaroslaw Sowgyra gesagt.

Wie viel Geld die Banken etwa an Unternehmen oder Geschäftsleute in der Ukraine verliehen haben, ist nicht genau bekannt. Moody's hatte im Dezember geschätzt, allein bei den vier Häusern Gazprombank, VEB, Sberbank und VTB seien es wohl insgesamt 20 bis 30 Milliarden US-Dollar.

Die russische Zentralbank hatte im Dezember mitgeteilt, die Banken ihres Landes seien mit weniger als einem Prozent der Bilanzsumme in der Ukraine engagiert.

Quelle: ntv.de, wne/rts