Wirtschaft

Chef der Porsche-Familien-Holding Winterkorn will Einfluss bei VW behalten

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Ein Rücktritt reicht bei Martin Winterkorn nicht, um sich vom VW-Konzern zu verabschieden.

(Foto: REUTERS)

Die Ära Winterkorn ist bei Volkswagen keineswegs beendet. Neben dem Vorstandsvorsitz im VW-Konzern hat der Manager noch zwei andere mächtige Posten. Für manche Aufsichtsräte ist das ein Skandal. Dabei haben die Aufseher offensichtlich selbst geschlafen.

Berichten zufolge will sich der zurückgetretene VW-Vorstandschef Martin Winterkorn keineswegs ganz aus dem Konzern zurückziehen. Einen sehr einflussreichen Posten wolle der Manager behalten, den des Vorstandschefs der Porsche Automobil Holding SE, berichten "Spiegel" und "Bild". In dieser Gesellschaft - nicht zu verwechseln mit dem Sportwagenbauer und VW-Tochterunternehmen Porsche - sind die VW-Anteile der Familien Porsche und Piëch gebündelt. Mit ihrer Stimmenmehrheit von 51 Prozent in der Hauptversammlung kontrolliert die Holding den Volkswagen-Konzern weitgehend.

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Bislang führte Winterkorn beide Gesellschaften, den VW-Konzern und die Porsche SE, in Personalunion. Wobei der Chefposten der Holding, die keinen anderen Zweck hat, als die VW-Anteile der Eigentümerfamilien zu verwalten, eine Art Nebenjob war.

Mit dem Rücktritt Winterkorns von der VW-Spitze im Zuge des Abgasskandals gingen viele Aufsichtsratsmitglieder offenbar davon aus, dass er auch den Posten bei der Porsche SE freiwillig räumen würde. Doch das ist offenbar nicht der Fall.

Ein Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding sagte nun dem "Spiegel": "Das geht überhaupt nicht." Der namentlich nicht genannte Aufseher stößt sich an einem Interessenskonflikt. Als Chef der Porsche SE hat Winterkorn nicht nur weiter generell großen Einfluss auf Entscheidungen bei VW. Der designierte VW-Aufsichtsratschef Dieter Pötsch ist auch Mitglied im Vorstand der Holding und Winterkorn damit dessen direkter Vorgesetzter.

Dieses Vorgesetztenverhältnis beißt sich mit der aktuell wohl wichtigsten Aufgabe Pötschs als neuer VW-Aufsichtsratschef: die Versäumnisse Winterkorns und anderer Topmanager in der Abgasaffäre aufzuklären. Zudem ist Winterkorn immer noch Aufsichtsratschef der VW-Tochter Audi. Ein VW-Aufsichtsratsmitglied sagte "Bild" dazu: "Das ist im Präsidium bisher offenbar niemandem aufgefallen …"

Quelle: ntv.de, mbo

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