Wirtschaft

Irlands Problembanken Wirtschaftsminister will verkaufen

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Ausverkauf auf der Insel?

(Foto: picture alliance / dpa)

Kurz vor der Veröffentlichung der Stresstests irischer Banken bringt Irlands Wirtschaftsminister Richard Bruton den Verkauf einer der Problembanken ins Spiel. Bruton verspricht sich davon mehr Stabilität und Vertrauen in den Finanzsektor.

Der neue irische Wirtschaftsminister Richard Bruton hat kurz vor der Veröffentlichung der Stresstests irischer Banken den Verkauf einer heimischen verstaatlichten Problembank in Aussicht gestellt. "Wenigstens eine der großen Banken" solle internationalen Investoren angeboten werden, sagte Bruton in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt". Das würde dem irischen Finanzsektor sowohl Stabilität als auch einen Vertrauenszuwachs bringen. "Deshalb verfolgen wir das Ziel, die Allied Irish Banks zu verkaufen", so der Politiker der Regierungspartei Fine Gael weiter.

Nach Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse werde man ein klareres Bild vom Zustand aller Banken haben, erklärte der Minister. "Wir brauchen jetzt endlich eine ehrliche Bestandsaufnahme, und zwar eine, die auf den besten internationalen Praktiken basiert. Hinterher darf kein Gefühl mehr da sein, dass Menschen durch die rosarote Brille auf unsere Banken schauen", so Bruton weiter.

Irland übernimmt derzeit den fünften Anlauf innerhalb von zwei Jahren, seine Banken vor einer drohenden Pleite zu bewahren und sie für künftige Krisen besser vorzubereiten. Deshalb müsse man nun "den tatsächlichen Boden finden, auch mit Blick auf uns und unsere Psychologie", sagte Bruton. "Denn bislang kam jedes Mal, wenn wir glaubten, dass wir den Boden erreicht haben, eine neue schlechte Banken-Nachricht und hat die Menschen entmutigt."

Quelle: ntv.de, DJ