Wirtschaft

Übernahme von Startup Xobni Yahoo hübscht die Inbox auf

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Verjüngungskur für die E-Mail-Programme: Yahoo hat das Startup Xobni gekauft.

(Foto: picture alliance / dpa)

Yahoo-Chefin Marissa Mayer nimmt weiter viel Geld in die Hand, um die angestaubten Dienste des Internet-Pioniers zu erneuern. Die jüngste Frischzellenkur kommt vom Startup Xobni: Yahoo will mit neuer Technik seinen E-Mail-Dienst und Messenger aufmotzen.

Yahoo setzt seine Einkaufstour fort und schluckt ein weiteres Start-up. Der schwächelnde Internetpionier hat das Unternehmen Xobni gekauft, wie die Unternehmen auf ihren Firmenblogs mitteilten. Xobni - umgekehrt gelesen Inbox (Posteingang) -  bietet Werkzeuge, um E-Mails und Kontakte besser zu verwalten. "Bald werdet ihr Yahoo-Produkte nutzen können, in welche die guten Eigenschaften von Xobni direkt integriert sind", erklärte Xobni. Yahoo Mail, Messenger und andere "Kommunikationsangebote" sollten so verbessert werden. Die Angebote des Internetgiganten Google setzen Yahoo in diesem Bereich immer mehr zu.

Xobni wurde im Jahr 2006 in San Francisco gegründet, zwei Jahre später heuerte das Startup den früheren Yahoo-Manager Jeff Bonforte als Chef an. Die Xobni-Software analysiert die Muster in der Kommunikation seiner Nutzer, um Nachrichten und Kontakte besser zu  verwalten. Xobnis Programme sollen Nutzern so dabei helfen, im eigenen E-Mail-Postfach den Überblick zu behalten. Das Produkt gibt es seit 2008.

Yahoo versucht sich mit Zukäufen zu retten

Die Xobni-Übernahme ist der zweite Multimillionen-Dollar Zukauf von Yahoo-Chefin Marissa Mayer allein in dieser Woche. Am Dienstag gab Yahoo bekannt, dass es die Videoapp Qwiki übernommen habe. "All Things D" zufolge lag der Kaufpreis zwischen 40 Mio. und 50 Mio. Dollar. Im Mai übernahm Mayer die Blogplattform Tumblr für 1,1 Mrd. Dollar (855 Mio. Euro). Die Geschäftszahlen von Yahoo waren jedoch zuletzt schwach, vor allem aufgrund von Rückgängen im wichtigen Werbegeschäft.

Yahoo, im Jahr 1994 gegründet, ist ein früher Star des Internets. Die Konkurrenz des Branchenriesen Google macht dem Unternehmen aber immer mehr zu schaffen. Die ehemalige Google-Managerin Marissa Mayer soll Yahoo nun retten - und kauft derzeit massiv kleinere und  größere Firmen auf, um Yahoo schlagkräftig zu machen und breiter aufzustellen.

Erst am Dienstag verkündete Yahoo den Kauf des  Videodiensts Qwiki, am Montag die Übernahme der Minifirma Bignoggins Productions. Mitte Juni übernahm Yahoo zudem die auf Foto-Apps spezialisierte Firma Ghostbird, die bislang Miniprogramme zur Bearbeitung von Fotos auf  iPhones von Apple entwickelte. Yahoo besitzt zudem den Fotodienst Flickr, von dem es erst kürzlich eine neue Version vorstellte.

Quelle: ntv.de, hvg/dpa/AFP