Wirtschaft

Rückschlag für Marissa Mayer Yahoo kappt Umsatzprognose

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(Foto: dpa)

Vor einem Jahr trat Marissa Mayer bei Yahoo an, um das Ruder rumzureißen. Doch so schnell geht das offenbar nicht. Auch unter ihr muss der Konzern mit einem schrumpfenden Geschäft leben. Vor allem die Einnahmen aus grafischen Werbeanzeigen gehen zurück.

Der Technologiekonzern Yahoo hat im zweiten Quartal beim Umsatz etwas enttäuscht, beim Gewinn aber die Prognosen übertroffen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich auf 35 US-Cents, während Experten nur mit 30 Cents gerechnet hatten. Gewinntreiber war erneut das robuste Geschäft beim chinesischen E-Commerce-Konzern Alibaba, an dem Yahoo einen Anteil von 24 Prozent hält. Der Umsatz von April bis Juni stieg auf 1,07 Milliarden Dollar und lag damit knapp unter der Erwartung der Analysten.

Die Yahoo-Aktie reagiert mit deutlichen Abschlägen auf den Quartalsausweis. Grund sind wohl die Prognosen des Unternehmens. Für das dritte Quartal rechnet Yahoo jetzt mit einem Umsatz zwischen 1,06 und 1,10 Milliarden Dollar, während die Konsensprognose derzeit bei 1,12 Milliarden liegt.

Für das Gesamtjahr sollen die Einnahmen nun zwischen 4,45 und 4,55 Milliarden liegen. Zuvor lag die eigene Prognosespanne noch 50 Millionen Dollar höher. Die Konsensschätzung belief sich bisher auf 4,53 Milliarden Dollar.

Weniger Bild- und Videowerbung

Mit Bild- und Videowerbung sowie interaktiven Anzeigen setzte Yahoo im Vergleich zum Vorjahrsquartal 11 Prozent weniger um. Nicht inbegriffen darin sind die Provisionen, die Yahoo an seine Partner zahlt. Auch im Geschäft mit Suchmaschinenwerbung nahm Yahoo - ohne Provisionen 5 Prozent weniger ein.  Viele große Werbeagenturen schalten auf Yahoo nach eigenen Angaben zur Zeit nicht mehr Anzeigen als im vergangenen Jahr und zum Teil sogar weniger. Sie wollen lieber abwarten, wie gut der Konzern es schafft, sich auf dem von Rivalen wie Facebook und Google hart umkämpften Online-Werbemarkt zu behaupten.

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Mayer zeigt sich dennoch zufrieden.

(Foto: AP)

"Die Entwicklung ist ermutigend", erklärte CEO Marissa Mayer, die im Juli vergangenen Jahres als Saniererin an die Konzernspitze geholt worden war. Sie sprach von anhaltender Stabilität und hob vor allem den Start neuer beziehungsweise überarbeiteter Produkte hervor.

Die Yahoo-Aktie verlor im nachbörslichen Handel 2,5 Prozent auf 26,22 Dollar. Seit Marissa Mayer vor einem Jahr den Chefposten übernahm, ist Yahoos Aktienkurs um über 70 Prozent gestiegen. Auch das Image von Yahoo hat sich wieder verbessert.

Die 37-Jährige hat einige Yahoo-Dienste bereits reformiert, darunter "Yahoo Mail" und "Flickr". Mayer ging zudem auf Einkaufstour und kaufte 17 Technologie-Start-ups, etwa das soziale Netzwerk "Snip-it", über das Nutzer Nachrichten, Fotos und Videos austauschen können.

Yahoo um Zukäufe bemüht

Das Unternehmen kündigte zudem den Kauf der Blogging-Seite Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar an und bietet laut Kreisen auch für den Online-Videodienst Hulu.
Finanzielle Vorteile aus den Zukäufen dürften aber nicht so schnell zu erwarten sein, denn viele der Unternehmen hatten zum Zeitpunkt ihrer Übernahme durch Yahoo zu kämpfen oder nur eine Handvoll Mitarbeiter und erzielten noch keine Umsätze. Aber durch die Deals erhielt Yahoo Zugriff auf einen großen Pool an Talenten.

Zudem will Yahoo seine Schlagkraft im Bereich der Handy-Software erhöhen und strebt eine engere Partnerschaft mit dem Smartphone-Riesen Apple an. Yahoo liefert schon Daten für Apples Telefon-Spracherkennungsdienst Siri. Auf diese Weise wolle Yahoo seine Präsenz auf iPhones und iPads stärken, sagen Insider.

Die Investition in den chinesischen Internetkonzern Alibaba halten Analysten für einen Glücksgriff. Sie stütze Yahoo und gebe dem Konzern mehr Zeit, sich neu aufzustellen.

Quelle: ntv.de, DJ