Wirtschaft

Mit Spannung erwartete Rede Yellen vermeidet klare Ansagen

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US-Notenbank-Chefin Yellen betonte, dass es kein simples Politikrezept für die derzeitige Lage gebe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Erhöht die US-Notenbank die Zinsen oder bleibt der Geldhahn offen? Diese Frage beschäftigt derzeit die Finanzwelt. Aber Fed-Chefin Yellen macht auch beim Zentralbankertreffen in Jackson Hole keine klaren Aussagen dazu. In der Fed rumort es bereits.

Wie geht es weiter mit der Zinspolitik der US-Notenbank Fed? Angesichts guter Konjunkturdaten - wie die positive Entwicklung des US-Arbeitsmarkts - drängen einige Zentralbanker bereits auf eine frühzeitige Zinserhöhung. Bei ihrer mit Spannung erwarteten Rede beim Zentralbankertreffen in Jackson Hole hat Fed-Chefin Janet Yellen jedoch nicht für die erhoffte Klarheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank gesorgt.

Zwar gebe es ihrer Ansicht nach bereits erhebliche Fortschritte auf dem US-Arbeitsmarkt, sagte Yellen. Von der Krise habe dieser sich aber noch nicht völlig erholt. Wie sich diese Einschätzung auf die Geldpolitik auswirken könnte, dazu macht sie allerdings keine Aussage.

Die Arbeitslosenquote in der weltgrößten Volkswirtschaft lag zuletzt bei 6,2 Prozent und ist damit noch nicht im Bereich der angestrebten Vollbeschäftigung. Am Markt wird daher erst für Mitte nächsten Jahres mit einer Zinserhöhung gerechnet.

"Kein simples Politikkonzept"

Yellen betonte, dass es für die derzeitige Lage "kein simples Politikkonzept" gebe. Die Geldpolitik müsse pragmatisch vorgehen, sagte die oberste Notebankerin. Sie blieb damit bei dem eher vorsichtigen Ton, den sie zuletzt in der Kongressanhörung angeschlagen hatte.

Sollte sich die Verfassung des Arbeitsmarkts weiter schneller als erwartet verbessern oder sich die Inflation schnell dem Fed-Ziel von zwei Prozent nähern, könnte die Fed die Zinsen schneller als erwartet anheben, sagte sie. Sollte es keine Fortschritte geben, würden die Zinsen niedrig bleiben. Die Fed hält den Schlüsselzins bereits seit Ende 2008 - dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise - auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Die meisten Notenbanker wollen mit einer Anhebung noch warten, bis sich der Aufschwung weiter festigt. Die im Zinsausschuss nicht stimmberechtigte Chefin der Fed-Filiale von Kansas City, Esther George, plädiert dagegen offen für höhere Zinsen. Die Gastgeberin der Konferenz von Jackson Hole mahnte, bei der Normalisierung nicht zu spät zu reagieren. Das Ziel der Vollbeschäftigung sei nah und das Preisniveau stabil.

In Jackson Hole kommen jährlich die Spitzen der internationalen Geldpolitik und Finanzwelt in den Bergen von Wyoming zu einem Meinungsaustausch zusammen. Diesmal ist auch EZB-Chef Mario Draghi mit von der Partie, der noch heute zu den Gästen sprechen sollte.

Quelle: n-tv.de, kst/DJ/rts

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