Wirtschaft

Enormes Potenzial Zalando-Eigner halten Anteile zusammen

50115860.jpg

Kleiner IPO: 10 bis 15 Prozent sollen an die Börse gebracht werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Anzeichen für einen Börsengang des Online-Versenders verdichten sich. Allerdings wollen die bisherigen Eigentümer keine Anteile auf den Markt werfen, meint der Tengelmann-Chef. Damit käme auch deutlich weniger Geld in die Kasse.

Die Eigentümer des Online-Händlers Zalando wollen bei einem Börsengang offenbar keine Anteile verkaufen. "Jeder Gesellschafter hat gesagt, wenn das kommt, dann behalten alle ihre Anteile", sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan. "Das Unternehmen hat ein enormes Potenzial, das kann noch viel größer werden. Dazu braucht es Investitionen." Da käme das Geld aus einem IPO gelegen. Zalando käme dann aber nur mit einem kleinen Prozentsatz an die Börse. Dazu werde es eine Kapitalerhöhung geben, sagte Haub. Zu einem möglichen Datum oder dem Anteil, der an die Börse gebracht werden könnte, wollte sich der Tengelmann-Chef nicht äußern.

Dass die Gesellschafter durch einen Gang von Zalando aufs Parkett Kasse machen wollten, hatte bereits auch Finanzchef Rubin Ritter verneint. "Ein IPO kann ja auch dazu dienen, Kapital für die Gesellschaft aufzunehmen, um diese auf eine neue Ebene zu bringen."

IPO kleiner als erwartet

Weil die Großaktionäre keine Aktien verkaufen wollen und sich ihre Anteile auch nicht durch eine große Kapitalerhöhung verwässern lassen wollen, dürfte der Börsengang von Europas größtem Internet-Händler Finanzkreisen zufolge kleiner ausfallen als von vielen Bankern erhofft. Zunächst solle nur ein kleiner Anteil - etwa 10 bis 15 Prozent an die Börse gebracht werden.  Das wäre ein Emissionsvolumen im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich. Finanzkreisen zufolge will das Unternehmen die Börsenpläne im September öffentlich machen, die Erstnotiz sei für Oktober geplant.

Zuletzt war Zalando insgesamt mit rund 3,8 Milliarden Euro bewertet worden. Der größte Aktionär, der börsennotierte schwedische Finanzinvestor Kinnevik KINVb.ST, hält 36,5 Prozent. Die Internet-Investoren Samwer, mit deren Geld Zalando groß geworden war, sind mit 17 Prozent nur noch der zweitgrößte Anteilseigner. Weitere Miteigentümer sind Tengelmann mit noch etwas über fünf Prozent, der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures und der kanadische Pensionsfonds OTPP.

Zalando wächst rasant, verdient aber noch kein Geld. Haub sieht aber auch die Expansion als vorrangig an. "Zalando musste erstmal so groß werden, dass sie den Markt dominieren." Das sei in Deutschland wohl gelungen. Jetzt gehe es darum, auch im Ausland zu wachsen. Zudem könne der Internet-Händler sein Angebot, das mit Schuhen und dann Kleidung startete, noch auf viele andere Warengruppen ausbauen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

Mehr zum Thema