Wirtschaft

Kundenzahl weiter gestiegen Zalando schreibt schwarze Zahlen

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Zalando will an seinem Geschäftsmodell mit kostenlosen Retouren festhalten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schritt für Schritt wird Zalando zu einem profitablen Unternehmen: Zum ersten Mal macht der Online-Modehändler im ersten Halbjahr operativ einen Gewinn. Grund sind auch Kosten-Optimierungen - Gratis-Retouren sollen jedoch weiter möglich bleiben.

Der Onlinehändler und Börsenkandidat Zalando hat wie bereits angekündigt im ersten Halbjahr erstmals einen operativen Gewinn verbucht. Dazu trug vor allem der Umsatzanstieg bei: Die Einnahmen kletterten auf 546 Millionen von 437 Millionen Euro im Vorjahr. Operativ machte das für sein aggressives Marketing bekannte Unternehmen ein Plus von 12 Millionen Euro. Im Vorjahr stand noch ein Verlust von 109 Millionen Euro zu Buche.

Diese Verbesserung resultiere aus Optimierungen entlang aller wesentlichen Kostenpositionen, einschließlich Wareneinsatz, Logistik und Marketing, erklärte  Vorstandsmitglied Rubin Ritter. "Das Erreichen einer positiven Ebit-Marge im ersten Halbjahr 2014 ist ein großer Erfolg für Zalando." Zumal die erste Jahreshälfte in der Regel schwächer sei als die zweite.

Kostenlose Retouren sollen bleiben

Der Modehändler will dennoch an seinem Geschäftsmodell mit kostenlosen Retouren festhalten, die ein wichtiger Kostenfaktor sind. Viele Konkurrenten nutzen hingegen die neuen Möglichkeiten zur Einschränkung der Rücksendungen. Die Rücksendequote zu senken, könne kein Selbstzweck sein, sagte Ritter. "Das führt dazu, dass die Kunden weniger bestellen und wir mit diesen Kunden weniger Gewinn machen." Zalando hat nach bisherigen Angaben eine hohe Rücksendequote von 50 Prozent gemessen am Umsatz.

Zudem wurde die Zalando Mobile App erfolgreich in allen internationalen Märkten veröffentlicht, wie es weiter hieß. Im zweiten Quartal lag der Besucheranteil in den Zalando-Onlineshops über mobile Endgeräte bei 41 Prozent. Zalando zählte insgesamt 323 Millionen Besuche auf seinen Webseiten. Die Anzahl aktiver Kunden wuchs von 11,6 auf 13,7 Millionen zum Ende des zweiten Quartals.

Börsengang soll Expansion ermöglichen

Zalando lotet derzeit einen Börsengang aus, der für Herbst erwartet wird. Dieser soll Mittel für die Expansion in die Kassen spülen. Die Internet-Investoren Samwer, mit deren Geld Zalando groß geworden war, sind mit 17 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner hinter dem schwedischen Finanzinvestor Kinnevik, der 36,5 Prozent hält. Weitere Miteigentümer sind neben Tengelmann mit etwas über fünf Prozent, der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures und der kanadische Pensionsfonds OTPP.

Quelle: ntv.de, kai/rts/DJ/dpa