Wirtschaft

Flucht der Anleger Zwei Werte nehmen TecDax in Würgegriff

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(Foto: picture alliance / dpa)

Drägerwerk und Software heißen die beiden heißen Papiere des Handelstags: Nach Prognosesenkungen trennen sich Börsianer hektisch von den Papieren. Diese rauschen nahezu ungebremst in die Tiefe.

Nach Prognosesenkungen beim Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller Drägerwerk sowie bei der Software AG fliehen Anleger reihenweise aus den Papieren der beiden TecDax-Unternehmen. Der Kurs der Drägerwerk-Papiere bricht bis zum Mittag um mehr als 17 Prozent ein. Ebenso ergeht es dem Software-AG-Titel. Für den Index TecDax geht es in der Folge 1,5 Prozent hinab.

Drägerwerk litt nach eigenem Bekunden unter dem starken Euro und schwachen Geschäfte in wichtigen Märkten. Nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal senkte das Unternehmen abermals seine Prognose. Im Sog der negativen Nachricht sackte das Papier auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren. "Keine Besserung in Sicht. Verkaufe die Aktien, wer kann", sagte ein Händler.

Mittelfristige Prognose ist Makulatur

Der Auftragseingang schrumpfte im Zeitraum April bis Juni um zwei Prozent auf rund 575 Millionen Euro, wie Drägerwerk mitgeteilt hatte. Während der Umsatz leicht nachgab, verringerte sich das Betriebsergebnis um mehr als die Hälfte auf 15 Millionen Euro.

Statt eines um Währungseffekte bereinigten Umsatzplus' von drei bis sechs Prozent erwartet der Konzern für 2014 nun ein Wachstum von zwei bis vier Prozent. Die Rendite (Ebit-Marge) soll einschließlich Währungseffekten zwischen 4,5 und 6,5 Prozent liegen. Bisher hatte der Vorstand eine Spanne von 6,5 bis 8,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Auch die mittelfristige Prognose sei Makulatur, erklärte Dräger. Eine Anpassung der Rendite- und Umsatzziele erfolge nach Vorliegen der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2014. 

Aufträge auf 2015 verschoben

Die Software AG tut sich schwer mit dem Wandel im Softwaremarkt und senkt den Ausblick für das Gesamtjahr. Besonders gravierend ist die Schwäche im Zukunftsbereich BPE, der eigentlich die Rückgänge im traditionellen Datenbankgeschäft ausgleichen soll. Marktbeobachter sind enttäuscht.

Als Gründe nannte Software-AG-Chef Karl-Heinz Streibich in erster Linie verzögerte Abschlüsse. Diese seien aber nur ins kommende Jahr aufgeschoben. Insgesamt seien 30 Prozent mehr Abschlüsse in der Pipeline als vergangenes Jahr. Allerdings machten die verzögerten Deals rund 50 Prozent des gesenkten Jahresausblicks aus. Für jeweils weitere 25 Prozent verwies er auf den zunehmenden Kundenwunsch nach Abo-Modellen bei der Software und eine langsame Implementierung.

Die Entwicklung bei BPE sei desaströs und die Warnung für das Gesamtjahr noch dramatischer als ohnehin schon befürchtet, urteilt der Broker Alpha Trading. Bisher hätten Experten eine schwächere Entwicklung im zweiten Halbjahr erwartet. Nun habe sich aber bereits das zweite Quartal sehr schwach entwickelt. Von einem "klaren Verfehlen" der Markterwartungen spricht die DZ Bank. Die neue Unternehmenszielsetzung sei "substanziell niedriger".

Angesichts der trüben Entwicklung kappt die Software AG die Jahresprognose. Während bei BPE mit einem Umsatz nur noch auf Vorjahresniveau gerechnet wird, bestätigte das Unternehmen die Prognose für das traditionelle Datenbankgeschäft ETS mit einem Rückgang von 16 bis 9 Prozent. Insgesamt wird eine operative Marge von 26 bis 28 Prozent nach 26,8 Prozent im Vorjahr erwartet. Einen aktualisieren Ausblick auf 2015 nannte die Software AG nicht. "Dazu fehlte uns die Zeit", sagte Streibich.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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