Wieder ein Minus: DAX zeigt sich nach Fed-Sitzung außer Form
Die Aussicht auf vorerst anhaltend hohe Zinsen in den USA hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt vorsichtig gestimmt. Der DAX verlor 0,3 Prozent und schloss bei 16.859 Zählern. Der EUROSTOXX50 notierte 0,4 Prozent tiefer bei 4627 Stellen.
Der Rückschlag in Sachen Zeit und Tempo bei den US-Zinssenkungserwartungen versetze dem deutschen Leitindex einen Dämpfer, sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Nun dürfte es schwer werden, die 17.000er Marke samt Allzeithoch in dieser Woche noch einmal anzulaufen, prognostizierte auch Jürgen Molnar von RoboMarkets.
Keinen guten Tag erwischten Adidas mit einem Abschlag von 2,1 Prozent. Der DAX-Konzern verprellte die Anleger mit seinem Ausblick für 2024. Für die Aktien des Konkurrenten Puma ging es im MDAX um 0,8 Prozent nach oben.
Deutsche Bank verteuerten sich nach Zahlen um 3,0 Prozent. Die Gewinnkennziffern sind zwar im Jahresvergleich zurückgegangen, aber nicht so stark wie erwartet. Die Erträge liegen zwar leicht unter den Prognosen, dafür hat die Bank die Prognosen für die Erträge nach oben genommen. Dazu will das Haus 2025 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie ausschütten: "Bei einem Kurs von 12 Euro entspricht das einer Rendite von 8,3 Prozent", so ein Marktteilnehmer.
"Ich glaube an die erste Zinssenkung im Frühling"
EZB-Chefvolkswirt rechnet mit heißen Debatten zum Zinsausblick
Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, rechnet damit, dass es im EZB-Rat zu Auseinandersetzungen über den Inflationsausblick kommen wird. Lane sagte in einem TV-Interview: "Wir haben beschlossen, dass die Zinsen so lange unverändert bleiben, bis wir sicher sind, dass die Inflation so schnell wie möglich auf zwei Prozent sinkt."
Der Ire fügte hinzu: "Natürlich wird das in den nächsten Monaten heiß debattiert werden." Das Inflationsproblem sei nicht mehr so groß wie im vergangenen Jahr, aber es sei immer noch ein Problem.
Qualcomm an der Wall Street schwach
Die Bilanz von Qualcomm schürt unter den Anlegern Sorgen um das Geschäft in China. Die Papiere des US-Chipkonzerns verloren an der Wall Street rund 3,5 Prozent. Das Unternehmen verzeichnete im abgelaufenen Quartal zwar einen Umsatz über den Analystenerwartungen. Auch für das erste Quartal stellte es ein Wachstum um fünf Prozent auf 9,94 Milliarden Dollar in Aussicht und übertraf damit die mittlere Expertenprognose von 9,92 Milliarden.
Derweil hat eine Überraschung bei den Konjunkturdaten den Ausverkauf an der Wall Street vorerst gestoppt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zur Eröffnung knapp im Plus bei 38.175 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um 0,3 Prozent auf 4861 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 15.254 Punkte.
Hoffnungen der Märkte für 2024
Obwohl viele Unternehmen im vergangenen Jahr nicht gewachsen sind, sind dennoch viele Aktienkurse gestiegen. Woran das liegt und welche Hoffnungen die Märkte in den kommenden Monaten bewegen können, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Edgar Walk von der Fondsgesellschaft Metzler Asset Management.
Volvo dreht E-Autobauer Polestar den Geldhahn zu
Der schwedische Autobauer Volvo gibt dem Elektroautobauer Polestar kein Geld mehr. Künftig werde die Unterstützung für das Unternehmen allein vom Polestar-Miteigentümer Geely kommen, teilt Volvo Cars mit. Polestar erklärt dazu, Volvo Cars werde ein strategischer Partner bei der Entwicklung, Fertigung oder im Ersatzteilgeschäft bleiben, prüfe aber, seine Beteiligung an Polestar an seine Anteilseigner abzugeben, vor allem an Geely Schweden. Polestar hat zuletzt im November einen Plan vorgelegt, wonach das Unternehmen 2025 schwarze Zahlen schreiben will.
Bei Volvo lief es im vergangenen Jahr so gut wie nie zuvor. Der Umsatz verbesserte sich um 17 Prozent auf umgerechnet 35,5 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn stieg vor Beteiligungen auf 2,3 Milliarden Euro. Einschließlich der Polestar-Beteiligung sei der Gewinn allerdings gesunken. Volvo-Chef Jim Rowan sagt, es seien einige wichtige Schritte in der Transformation erreicht worden. Ende 2023 seien die ersten Fahrzeuge eines neuen elektrischen SUVs ausgeliefert worden, in der ersten Jahreshälfte 2024 folge ein weiteres Elektroauto.
DWS hat erneut den Staatsanwalt im Haus - Aktie massiv unter Druck
Wegen der Greenwashing-Vorwürfe gegen die DWS hat der Vermögensverwalter erneut Besuch von der Staatsanwaltschaft erhalten. "Wir haben heute Morgen kurz nach Bekanntgabe unserer Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr erfahren, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt erneut bei uns vor Ort ist", sagte ein Unternehmenssprecher der Deutsche-Bank-Tochter. Er bekräftigte, dass die DWS weiterhin "vollumfänglich" mit der Behörde kooperieren werde, um die Ermittlungen so schnell wie möglich abschließen zu können.
Der Anlass ist laut DWS abermals die immer noch laufende Ermittlung im Zusammenhang mit den gegen das Unternehmen erhobenen Greenwashing-Vorwürfen. Bereits Mitte Januar hatte das Unternehmen Besuch von der Staatsanwaltschaft erhalten. Von der Behörde war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Der Kurs der DWS-Aktie stürzte um 4,8 Prozent ab.
Mehr Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe als erwartet
Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Woche zum 27. Januar zugelegt. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Anträge auf saisonbereinigter Basis um 9000 auf 224.000, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Volkswirte hatten einen unveränderten Stand von 214.000 vorhergesagt.
Für die Vorwoche wurde der Wert nach oben revidiert, auf 215.000 von ursprünglich 214.000. Der gleitende Vierwochendurchschnitt erhöhte sich gegenüber der Vorwoche um 5.250 auf 207.750. In der Woche zum 20. Januar erhielten 1,898 Millionen Menschen Arbeitslosenunterstützung. Dies war eine Zunahme gegenüber der Vorwoche um 70.000.
Krebsmedizin-Tochter stützt Siemens Healthineers
Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers hat im ersten Quartal 2023/24 die Erwartungen der Analysten erfüllt und sieht sich auf Kurs zu seinen Zielen. Der Umsatz stieg zwischen Oktober und Dezember auf vergleichbarer Basis um 5,7 Prozent auf 5,18 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um acht Prozent auf 742 Millionen Euro, wie die Siemens-Tochter mitteilt. "Mit einem Wachstum auf breiter Basis sind wir gut ins neue Geschäftsjahr gestartet", sagt Vorstandschef Bernd Montag. Der Nettogewinn trat mit 432 (Vorjahr: 426) Millionen Euro aber auf der Stelle.
HealthineersAm besten lief es bei der Krebsmedizin-Tochter Varian, die den Umsatz auf vergleichbarer Basis um 22 Prozent und das EBIT sogar um 30 Prozent steigerte. Dagegen bröckelte das Ergebnis der Bildgebungs-Sparte (MRT, CT, Röntgen) im Quartal um sieben Prozent ab. Auch in der im Umbau befindlichen Labor-Sparte Diagnostics lief es besser.
Für das Gesamtjahr bleibt Siemens Healthineers bei seinen Prognosen: Der Umsatz soll auf vergleichbarer Basis - also ohne das weggefallene Geschäft mit Corona-Schnelltests - um 4,5 bis 6,5 Prozent wachsen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll trotz wachsenden Gegenwinds von den Wechselkursen zwischen 2,10 und 2,30 Euro je Aktie liegen.
Krebsimmuntherapie von Merck & Co wird weltweit umsatzstärkstes Medikament
Fünf Milliarden Dollar hat die Krebsimmuntherapie Keytruda ihrem amerikanischen Hersteller Merck & Co im vergangenen Jahr eingebracht. Keytruda ist damit das weltweit umsatzstärkste verschreibungspflichtige Medikament und übertrifft damit auch den Rekord des bisherigen Top-Blockbusters Humira von Abbvie zu dessen Spitzenzeiten. Merck & Co verzeichnete mit dem Krebsmedikament 2023 ein Umsatzplus von 19 Prozent, wie der Konzern mitteilte. Es trug mit gut 41 Prozent zum Jahresumsatz bei. Dieser legte um ein Prozent auf 60,1 Milliarden Dollar zu. Zu konstanten Wechselkursen stand ein Zuwachs von vier Prozent zu Buche.
Der bereinigte Nettogewinn schrumpfte indes um 80 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar. Belastend wirkten sich eine Zahlung von 5,5 Milliarden Dollar an das japanische Unternehmen Daiichi Sankyo für das Recht zur gemeinsamen Entwicklung von drei Krebsmedikamenten aus, außerdem negative Wechselkurseffekte und ein höherer Steuersatz.
Nach Kurssturz der NYCB-Aktie: Papiere von US-Regionalbanken im Fokus
Nach dem zuletzt deutlichen Kurseinbruch der New York Community Bank (NYCB) sind die Sorgen um die US-Regionalbanken wieder aufgeflammt. Börsianern zufolge stehen die Aktien nun unter verstärkter Beobachtung. Die Papiere der NYCB waren am Mittwoch um 37,6 Prozent abgestürzt, da das Geldinstitut seine Dividende um 70 Prozent gekürzt und einen überraschenden Verlust aufgrund umfangreicher Rückstellungen verbucht hatte.
Der KBW Regional Banking Index fiel um sechs Prozent. Der Ausverkauf ließ die Befürchtungen vieler Anleger hinsichtlich der Gesundheit regionaler Kreditinstitute wieder aufleben. Anfang vergangenen Jahres waren die US-Regionalinstitute Silicon Valley Bank und Signature Bank in die Knie gegangen und mussten aufgefangen werden. Am 10. März hatte die kalifornische Bankenaufsicht die Silicon Valley Bank geschlossen.
Abstimmungs-Kakophonie bei UK-Notenbankern
Die britische Notenbank hält den Leitzins angesichts der noch nicht eingedämmten Inflation weiterhin hoch. Die Bank of England (BoE) beließ ihn bei 5,25 Prozent. Die Entscheidung fiel mit sechs zu drei Stimmen. Zwei Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss stimmten für eine Erhöhung, die Währungshüterin Swati Dhingra votierte hingegen für eine Senkung um einen Viertelprozentpunkt.
Die Notenbank sieht sich mit wieder anziehenden Preisen konfrontiert: Die Teuerung lag vor dem Jahreswechsel bei 4,0 Prozent und damit doppelt so hoch wie die Zielmarke der BoE von zwei Prozent. Dennoch ist der Höhenflug der Inflation gestoppt: Ende 2022 war sie im Vereinigten Königreich mit 11,1 Prozent so hoch wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr.
Adidas arbeitet derzeit an weiterem "Yeezy-Drop"
Adidas arbeitet nach Angaben von Vorstandschef Björn Gulden derzeit an einer weiteren Verkaufsaktion von Restbeständen der Yeezy-Design-Sneakers. Der Manager ließ in der Telefonkonferenz mit Analysten jedoch offen, wann sie stattfinden könnte, ob es bei einem weiteren "Yeezy-Drop" bleibt oder ob es mehrere werden könnten.
Analysten haben jüngst für 2024 mit drei "Drops" gerechnet, im vergangenen Jahr waren es zwei. Einen dritten Drop hat der DAX-Konzern Gulden zufolge im Herbst wegen der Spannungen im Nahen Osten und hoher Unsicherheiten abgesagt.
Boom begründet oder Börse heiß gelaufen? Das steckt hinter der Nasdaq-Rally
Der US-Markt steckt mitten in der Berichtssaison. Was bedeutet das für die Rally der großen Tech-Werte in den USA? Darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.
Geldmarkt: Stecken neue Probleme im US-Bankensektor hinter fallende Euribors?
Teilweise kräftig nach unten geht es mit den Euribors am europäischen Geldmarkt. Und das obgleich der Inflationsdruck im Euroraum im Januar auf Jahressicht einen Tick weniger als erwartet nachgelassen hat. Derweil fielen die geldpolitischen Aussagen der US-Notenbank eher leicht falkenhaft aus. Fed-Präsident Jerome Powell dämpfte die Spekulation auf eine Zinssenkung bereits im März. Die an den Finanzmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt im März ist laut der Deutschen Bank auf 35 Prozent gefallen, den niedrigsten Wert sei zwei Monaten. Allerdings, so die Analysten weiter, hat sich an den Zinssenkungserwartungen für das Gesamtjahr kaum etwas geändert. Diese lägen bei 141 Basispunkten. Hinter den fallenden Euribors könnten neue Probleme im US-Bankensektor stecken. Nach hohen Rückstellungen wegen Problemkrediten im Immobiliensektor ist der Kurs der Regionalbank New York Community Bancorp um ein Drittel eingeknickt. Damit könnten die US-Regionalbanken als Belastungsfaktor wieder in den Fokus rücken, heißt es warnend im Handel.
Hier die jüngsten Daten: Tagesgeld: 3,80 - 4,15 (3,80 - 4,15), Wochengeld: 3,83 - 4,18 (3,83 - 4,18), 1-Monats-Geld: 3,81 - 4,23 (3,81 - 4,23), 3-Monats-Geld: 3,80 - 4,20 (3,80 - 4,20), 6-Monats-Geld: 3,70 - 4,10 (3,70 - 4,10), 12-Monats-Geld: 3,40 - 3,80 (3,41 - 3,81), Euribors: 3 Monate: 3,8840 (3,9050), 6 Monate: 3,8320 (3,8350), 12 Monate: 3,5050 (3,5720)
Wall Street erholt nach Fed-Zinsentscheid? Qualcomm-Aktie quält sich bereits
Nach dem Rücksetzer am Mittwoch sieht es für den Start an der Wall Street nach einer leichten Erholung aus, folgt man den Futures auf die US-Indizes. Gestern hatten zum einen enttäuschende Geschäftszahlen von großen Technologieunternehmen wie Alphabet oder AMD für Verkaufslaune gesorgt, am Abend dann die US-Notenbank. Sie hatte den Hoffnungen auf eine erste Zinssenkung möglicherweise schon im März einen Dämpfer versetzt.
Im Tagesverlauf stehen zwar eine Reihe von weiteren US-Konjunkturdaten auf dem Programm. Nachdem die Fed aber gerade erst getagt und sich zum weiteren Vorgehen geäußert hat, dürften sie eher nicht bewegen. Für Qualcomm geht es um 1,5 Prozent nach unten. Der Chiphersteller setzte im ersten Geschäftsquartal mehr um und verdiente auch mehr als erwartet. Der Ausblick für das laufende Quartal fiel aber nur im Rahmen der Erwartungen aus.
Schwedens Notenbank könnte früher mit Zinssenkungen beginnen
Die schwedische Zentralbank hat ihren Leitzins bei 4,00 Prozent belassen und erklärt, dass Zinssenkungen in der ersten Hälfte dieses Jahres beginnen könnten. Die Riksbank erklärte, die Inflation sei in letzter Zeit im Einklang mit ihren Prognosen gesunken und es bestehe weniger Gefahr, dass sie sich auf einem zu hohen Niveau verfestige.
Die Aktivität in der schwedischen Wirtschaft habe sich verlangsamt, die Inflationserwartungen lägen nahe am Zielwert und die Löhne stiegen moderat, hieß es weiter. "Der Leitzins kann daher wahrscheinlich früher, als in der November-Prognose angegeben, gesenkt werden."
Inflation geht in der Eurozone schwächer als erwartet zurück
Der Inflationsdruck im Euroraum hat im Januar etwas weniger deutlich als erwartet nachgelassen. Laut Eurostat sanken die Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent und lagen um 2,8 (Dezember: 2,9) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Volkswirte hatten eine Jahresteuerung von 2,7 Prozent prognostiziert.
Die Verbraucherpreise ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak sanken um 0,9 Prozent auf Monatssicht und stiegen um 3,3 (3,4) Prozent auf Jahressicht. Volkswirte hatten Raten von minus 0,9 und plus 3,2 Prozent erwartet. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich auf Jahressicht um 5,7 (6,1) Prozent, darunter unverarbeitete Lebensmittel um 7,0 (6,8) Prozent. Energie kostete 6,3 (6,7) Prozent weniger als vor Jahresfrist.
Vorstandschef Sewing zur Deutschen Bank und zu den Ökonomien in Europa und Deutschland
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing blickt trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage in Deutschland und Europa optimistisch auf das Geschäft seines Geldhauses. Die Bank sei international gut aufgestellt und werde vom Wachstum in den USA und Asien profitieren, so der Manager im ntv-Interview.
Ist eine Fed-Zinssenkung im März noch möglich?
Fed-Chef Jerome Powell hat sich skeptisch zu den Aussichten für eine Zinssenkung im März geäußert. Nordea-Volkswirt Dane Cekov will gleichwohl nicht ausschließen, dass die Fed ihre Zinsen bereits dann senkt. "Die anstehenden Verbraucherpreisdaten sind nach wie vor von entscheidender Bedeutung und könnten die Tür für eine Zinssenkung im März offen halten." Nach der Fed-Sitzung und Powells Pressekonferenz sei es jedoch wahrscheinlicher, dass die Fed im Mai oder spätestens im Juni mit Zinssenkungen beginnen werde, sofern die Inflationsdaten weiterhin positiv ausfielen.
Shell übertrifft die Erwartungen wegen eines starken Gashandels
Shell hat im vergangenen Jahr wegen sinkender Öl- und Gaspreise sowie schwächeren Raffineriemargen weniger verdient, allerdings fiel der Rückgang geringer aus als von Analysten befürchtet. Der Konzern kündigte ungeachtet des schwächeren Ergebnisses an, in diesem Quartal Aktien im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar zurückkaufen zu wollen, und erhöhte seine Dividende für das vierte Quartal um 20 Prozent auf 34,40 Cent pro Aktie.
Shell erzielte im Gesamtjahr einen Gewinn von 20,28 Milliarden US-Dollar auf Basis der net current-cost-of-supplies (CCS) - eine Kennzahl, die dem Nettogewinn ähnelt, den US-Ölkonzerne ausweisen. Im vierten Quartal sank der CCS-Gewinn von 6,15 Milliarden Dollar im vorangegangenen Quartal auf 1,38 Milliarden Dollar. Allerdings stieg der bereinigte Gewinn im vierten Quartal von 6,22 Milliarden Dollar im dritten Quartal auf 7,31 Milliarden Dollar und übertraf damit die Vara-Konsensprognose von 6,04 Milliarden Dollar. Der Anstieg sei auf höhere Handelsgewinne aus Flüssigerdgas, günstige Steuerbewegungen und eine höhere Produktion zurückzuführen, erklärte Shell.
Banger Blick auf US-Gewerbeimmobilienmarkt - Verluste bei Regionalbanken
In den USA nehmen die Sorgen um den Gewerbeimmobilienmarkt nach Aussage von Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid zu. Die Anhebung der Rückstellungen durch die in diesem Bereich aktive New York Community Bancorp auf 552 Millionen Dollar im vierten Quartal habe zu Verlusten für andere Regionalbanken geführt, und der KBW Regional Banking Index sei um sechs Prozent gefallen - die schlechteste Tagesperformance seit den Turbulenzen im März 2023.
Die New York Community Bancorp hatte einen Großteil der damaligen Signature Bank übernommen, inzwischen prüfe Moody's eine Herabstufung des Kreditratings. Die Aktien des Unternehmens verloren gestern zum Handelsschluss 38 Prozent.
Experte ist "ein bisschen überrascht von Jerome Powell"
Die US-Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unverändert und stellt auch für März keine Zinssenkung in Aussicht. Chefvolkswirt Jörg Krämer zeigt sich überrascht und blickt vor dem Hintergrund der neuen Zinsankündigung im ntv-Börsengespräch auf die nahe Börsenzukunft.
IWF gibt Milliarden Dollar für Argentinien frei
Der Internationale Währungsfonds (IWF) billigt die jüngste Überprüfung des 44 Milliarden Dollar schweren Hilfsprogramms für Argentinien und gibt eine weitere Tranche in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar frei. Obwohl wichtige Ziele des Programms nicht erreicht worden seien, habe der Fonds "aufgrund schwerer politischer Rückschläge" Ausnahmen von der Nichterfüllung genehmigt, erklärt der Exekutivrat der Finanzorganisation. Die Ziele seien im Rahmen einer Verlängerung bis Ende des Jahres angepasst worden. Weitere Details zu den Änderungen nennt der IWF nicht.
Für die Auszahlung einzelner Tranchen muss das von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelte südamerikanische Land nachweisen, dass es die vom IWF geforderten Reformauflagen erfüllt. Die neue argentinische Regierung und der IWF hatten sich vor rund zwei Wochen auf die siebte Überprüfung des Programms geeinigt, die sich durch den Regierungswechsel nach dem Amtsantritt von Präsident Javier Milei am 10. Dezember verzögert hatte.
"Die neue Regierung unternimmt mutige Schritte, um die makroökonomische Stabilität wiederherzustellen und langjährige Wachstumshindernisse zu beseitigen", sagt IWF-Exekutivdirektorin Kristalina Georgiewa. Die inkonsequente Politik der Vorgängerregierung" habe ein schwieriges Erbe" hinterlassen. Argentinien ist der größte Schuldner des IWF.
Kurs von E-Autobauer bricht 21,5 Prozent ein
An der US-Nachbörse sind zur Wochenmitte Volcon um 21,5 Prozent eingeknickt. Der Hersteller von Elektro-Geländefahrzeugen hatte angekündigt, Aktien im Verhältnis 45 zu 1 zusammenlegen zu wollen. Maxlinear rutschten um 10,9 Prozent ab. Der Hardwarehersteller hatte einen weiteren Umsatzrückgang berichtet.
Cimpress schnellten dagegen 18 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen wieder schwarze Zahlen geschrieben hatte.
Qualcomm-Deal mit Samsung ist nicht die einzige Überraschung
Qualcomm hat im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz stärker als erwartet gesteigert. Zudem wurde mit Samsung die weltweite Lieferung von Chips für das Handy-Spitzenmodell Galaxy S24 vereinbart. Der US-Chipkonzern weist für sein erstes Geschäftsquartal (per 24. Dezember 2023) einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 9,94 Milliarden Dollar aus. Analysten hatten im Schnitt 9,52 Milliarden erwartet. Für das laufende Quartal wird ein Gewinn vorhergesagt, der leicht über den Schätzungen der Experten liegt. Qualcomm-Aktien steigen nachbörslich um 2,4 Prozent.
Qualcomm profitiert davon, dass eine neue Reihe von KI-fähigen Chips dem Unternehmen hilft, die letztjährige Smartphone-Flaute zu überwinden. Qualcomm ist der größte Lieferant von Chips für den Smartphone-Markt, der 2023 das schlechteste Verkaufsjahr seit einem Jahrzehnt erlebte. Der Beratungsfirma Gartner zufolge schrumpfte der Halbleitermarkt im vergangenen Jahr weltweit um rund elf Prozent.
Hoffnungen setzt Qualcomm unter anderem auf den vor einigen Monaten angekündigten Chip "Snapdragon Elite X", der für Rechner mit dem Betriebssystem Windows von Microsoft entwickelt wird. Dieser Prozessor sei bei einigen Anwendungen schneller als der "M2 Max" von Apple. Dabei verbrauche er weniger Strom als die Konkurrenzprodukte sowohl von Apple als auch Intel. Zudem erhalte er spezielle Funktionen für Künstliche Intelligenz (KI).
DAX-Enttäuschung bricht sich Bahn
Der DAX startet mit Verlusten ins Donnerstagsgeschäft. Aktuell notiert der deutsche Börsenleitindex etwa 0,4 Prozent schwächer bei Kursen um 16.830 Punkte. Zur Wochenmitte hatte er bei einem Stand von 16.904 Zählern geschlossen. ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf verweist zur Begründung auf die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und die "deutlichen Worte" von Fed-Chef Jerome Powell. "Die Fed ist vorsichtig, verweist auf die Datenlage", so Marggraf. "Das Enttäuschungspotenzial war groß, entsprechend negativ reagieren die Börsen, auch der Markt hierzulande."
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"Kein Zeichen der Entwarnung" für deutsche Autoindustrie
Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie hat sich zu Jahresbeginn spürbar verbessert. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg im Januar auf minus 6,3 Punkte, nach minus 15,8 Punkten im Dezember, wie aus der Umfrage des Münchner IFO-Instituts hervorgeht. "Die Unternehmen der deutschen Automobilbranche bewerten ihre aktuelle Geschäftslage positiver und sehen vor allem den nächsten Monaten deutlich optimistischer entgegen als noch Ende 2023", sagt die Fachreferentin am IFO-Zentrum für Industrieökonomik und neue Technologien, Anita Wölfl.
Der Indikator für die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage stieg im Januar auf 12,5 Punkte, nach 9,7 Punkten im Dezember 2023. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate nahmen zu auf minus 23,4 Punkte, nach zuvor minus 38,3 im Dezember. "Hier spielen mehrere positive Entwicklungen hinein", so Wölfl. So hätten die Umsätze der Branche auf den internationalen Automobilmärkten innerhalb und außerhalb der EU nach Daten des Statistischen Bundesamtes über das ganze vorige Jahr kräftig zugelegt. Auch für 2024 erwarten weltweit vom IFO befragte Wirtschaftsexperten für wichtige Absatzmärkte ein robustes Wachstum.
"Allerdings stehen die Zeichen trotz dieser guten Entwicklung und Aussichten noch nicht auf Entwarnung", sagt Wölfl. Einige Unternehmen beurteilten ihre Auftragslage weiterhin als unbefriedigend, die Kapazitätsauslastung gab nach. Außerdem fehlten zunehmend Fachkräfte.
Siltronic setzt auf neues Werk
Der Wafer-Hersteller Siltronic bekommt die Nachfrageflaute in der Chipindustrie zu spüren. Umsatz und Gewinn sanken im abgelaufenen Jahr deutlich, wie das Unternehmen zu vorläufigen Zahlen mitteilt. Die Erlöse lagen mit 1,5 Milliarden Euro um 16 Prozent unter dem Rekordwert von 2022. Ausschlaggebend für den Rückgang gewesen sei eine deutlich schwächere Nachfrage aus der Halbleiterindustrie aufgrund von erhöhten Vorratsbeständen in der Wertschöpfungskette.
Der Betriebsgewinn (EBITA) sank 2023 auf 434 Millionen Euro von 672 Millionen Euro vor Jahresfrist, die Gewinnmarge auf dieser Basis verringerte sich auf 29 Prozent von 34,4 Prozent. Siltronic spricht von höheren Kosten für Rohstoffe und Personal, was auf den Gewinn drückte. Die Ergebnisse lagen damit nach Angaben des Unternehmens in der selbst gesetzten Spanne von einem Umsatzminus von 15 bis 17 Prozent sowie einer Gewinnspanne von 28 bis 30 Prozent.
Steckt der DAX die negativen Vorgaben weg?
Mit einer knapp behaupteten Eröffnung am deutschen Aktienmarkt rechnen Händler für die Sitzung. Der DAX wird vorbörslich 0,2 Prozent leichter bei 16.860 Punkten erwartet. Damit kann er, wie bereits viele asiatischen Börsen, die schwachen US-Vorlagen nach der Fed-Sitzung wegstecken. Die US-Notenbank hat zwar das Tor für Zinssenkungen geöffnet, macht diese aber datenabhängig und betont das Ziel eines Inflationsrückgangs auf 2 Prozent.
Daraufhin hat der Dollar eine vorübergehende Schwäche am Vorabend schnell wieder ausgeglichen, der Euro steht bei 1,08 Dollar. "Das ist eher positiv für den DAX", so ein Marktteilnehmer. Positiv für den DAX sei auch, dass die langen Renditen fallen und auch die Ölpreise deutlich nachgegeben haben. "Auch wenn eine Zinssenkung im März erst einmal vom Tisch ist, bleibt das Umfeld damit relativ günstig", so der Marktteilnehmer. Zudem seien zum Monatsanfang Zuflüsse in die Aktienmärkte möglich, ergänzt er.
Zunächst könnte sich der Markt auf die Berichtssaison konzentrieren. Daneben stehen Einkaufsmanagerindizes dies- und jenseits des Atlantiks auf der Agenda sowie die Notenbanksitzungen in England und Schweden.
Deutsche Bank beglückt Aktionäre
Die Aktionäre der Deutsche Bank können sich trotz eines Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr über höhere Ausschüttungen freuen. Wie die Bank mitteilt, will sie die Dividende für 2023 um 15 Cent auf 0,45 Euro je Aktie erhöhen. Zudem will sie im ersten Halbjahr Aktien im Volumen von 675 Millionen Euro zurückkaufen.
Der den Aktionären zuzurechnende Gewinn sank 2023 wegen höherer Steuern und gestiegener Kosten um 16 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Analysten hatten in einem von der Bank selbst veröffentlichten Konsens deutlich weniger erwartet. Der Vorsteuergewinn legte dagegen leicht wie erwartet um 2 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zu.
Uneinheitliche Asien-Börsen nach Fed-Entscheid
Sehr uneinheitlich zeigen sich die Aktienmärkte in Ostasien, nachdem es an der Wall Street deutliche Verluste gegeben hatte. In den USA hatten enttäuschende Quartalszahlen beziehungsweise Ausblicke von Technologieschwergewichten enttäuscht und außerdem, dass die US-Notenbank Hoffnungen auf eine erste Zinssenkung schon im März einen Dämpfer erteilt hatte.
Sydney, wo der Markt meistens am stärksten der US-Vorgabe folgt, hat den Handelstag bereits beendet, dort ging es nach dem am Mittwoch erreichten Rekordhoch um 1,2 Prozent nach unten. In Tokio gibt der Nikkei um 0,9 Prozent nach auf 35.937 Punkte. Ganz anders Seoul, dort macht der Kospi einen Satz um 1,4 Prozent nach oben. Für Kauflaune sorgen hier laut Marktteilnehmern solide ausgefallene Handelsbilanzdaten für Januar. Die Zinsaussagen der Fed würden derweil gelassen hingenommen, zumal die Marktzinsen in den USA dessen ungeachtet deutlich gesunken waren, ausgelöst von schwächeren Konjunkturdaten und einem ADP-Arbeitsmarktbericht unter den Erwartungen.
Die chinesischen Börsen zeigen sich stabilisiert, nachdem es dort an den Vortagen kräftig nach unten gegangen war, belastet von der Entwicklung um den wankenden Bauriesen Evergrande und wenig inspirierenden Konjunkturdaten. In Hongkong erholt sich der HSI sogar deutlich um 1,4 Prozent, der Shanghai Composite liegt 0,2 Prozent im Plus. Zumindest für kein größeres weiteres Störfeuer sorgen neue Konjunkturdaten aus China. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes lag im Januar wie im Dezember bei 50,8 und damit knapp im Expansion anzeigenden Bereich über 50. "Trotz zahlreicher punktueller Unterstützungsmaßnahmen bleiben die Fertigungsaktivitäten ein Hemmschuh", kommentiert Saxo APAC die konjunkturelle Entwicklung.
Asien-Börsen verarbeiten Powell-Schock
Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell dämpfen die Hoffnungen der Anleger in Asien auf eine mögliche Zinssenkung im März. Diese sei unwahrscheinlich, hatte Fed-Chef Jerome Powell nach der ersten Sitzung der Währungshüter in diesem Jahr gesagt. "Es ist schwer, sich der Fed-Sache als Haupttreiber der heutigen Kursentwicklung zu entziehen", so Kyle Rodda von Capital.com.
Der Nikkei notiert 0,8 Prozent tiefer bei 36.005 Punkten. Von den 225 Werten im Index legen 49 zu, 172 geben nach. Der breiter gefasste Topix büßt 0,8 Prozent auf 2531 Zähler ein. Auf Einzeltitelebene bleiben unter den Top-Performern die heimischen Gewinne das dominierende Thema: Daiichi Sankyo klettern um 5,97 Prozent, gefolgt von TDK mit einem Plus von fünf Prozent und East Japan Railway mit einem Plus von 4,79 Prozent. Der Shanghai Composite legt 0,2 Prozent zu. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gewinnt 0,7 Prozent.
Die Anleger scheinen darauf zu wetten, dass die US-Notenbank Fed, je länger sie jetzt zögert, in Zukunft umso aggressiver die Zinsen senken muss, da die nachlassende Inflation die Realzinsen stark ansteigen lassen würde. "Wir haben unsere Prognose für die erste Zinssenkung von März auf Mai verschoben", so die Analysten von Goldman Sachs. "Wir rechnen jedoch weiterhin mit fünf Zinssenkungen im Jahr 2024 und drei weiteren im Jahr 2025, da wir davon ausgehen, dass die Kerninflation in diesem Jahr mindestens einige Zehntel unter die mittlere FOMC-Prognose fallen wird.
Japans größte Investmentbank verzückt Anleger
Nomura-Aktien legen an der Tokioter Börse fast fünf Prozent zu. Japans größter Broker und Investmentbanker kündigt an, nach einem Rekord-Nettoerlös im Investmentbanking bis zu vier Prozent seiner Aktien zurückzukaufen.
"Das hat den Anlegern gar nicht geschmeckt"
Seit Wochen sorgen Zinssenkungsfantasien für steigende Kurse und Rekorde an der Wall Street. Nun lässt Fed-Chef Jerome Powell die Anlegerträume erst einmal platzen. Die Folgen sind eindeutig.
Euro zieht's in Richtung 1,08 Dollar
Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 146,74 Yen und legt 0,2 Prozent auf 7,1780 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,2 Prozent höher bei 0,8627 Franken. Parallel dazu fällt der Euro 0,1 Prozent auf 1,0811 Dollar und zieht 0,1 Prozent auf 0,9328 Franken an. Das Pfund Sterling stagniert bei 1,2681 Dollar.
Euro / Dollar o
Fed lässt Anlegerträume platzen
Die von der US-Notenbank Fed für dieses Jahr angepeilte Zinswende lässt noch auf sich warten. Die Währungshüter entschieden am Mittwoch, die Spanne beim Leitzins von 5,25 bis 5,50 Prozent beizubehalten. Fed-Chef Jerome Powell machte zugleich deutlich, dass die Zentralbank noch mehr Zuversicht mit Blick auf den Sinkflug der Inflation benötige, selbst wenn dieser schon ein halbes Jahr im Gang sei. Man benötige "klare Signale", dass es nachhaltig nach unten in Richtung des Fed-Inflationsziels von zwei Prozent gehe. Er fing zugleich Marktspekulationen über eine Zinssenkung im März ein. Dies halte er "nicht für wahrscheinlich", erklärte Powell ungewöhnlich direkt.
Investoren, die nunmehr erst für Mai mit einer Lockerung rechnen, gefiel diese Botschaft gar nicht. Die Wall Street schloss im Minus - der S&P 500 verzeichnete den höchsten Tagesverlust seit dem 21. September. Der Wink Powells mit dem Zaunpfahl gilt als unmissverständliches Signal, dass die Notenbank mit Blick auf die Inflation auf Nummer sicher gehen und nichts überstürzen möchte: Ansonsten könnte sie in die Verlegenheit kommen, erneut die Richtung zu wechseln und die Leitzinsen wieder anheben zu müssen, geben die Commerzbank-Experten Bernd Weidensteiner und Christoph Balz zu bedenken. Eine Senkung im Mai – also auf der übernächsten Sitzung – sei aber weiterhin plausibel. Die Währungshüter hatten im Dezember in ihrem Ausblick mehrere geldpolitische Schritte nach unten für 2024 avisiert. An den Terminmärkten waren danach teils überzogene Zinsfantasien aufgekommen, die Powell nunmehr zum Platzen brachte.
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DAX verzweifelt
"Die 17.000er-Marke erweist sich als große Hürde für den DAX", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf - und liegt damit goldrichtig. Am Dienstag und auch zur Wochenmitte schaffte es der deutsche Börsenleitindex nicht, die Schwelle zu überwinden. Aus dem Mittwochsgeschäft hatte er sich mit 16.904 Zählern verabschiedet, ein Minus von 0,4 Prozent.
Nachdem zur Wochenmitte die schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen der US-Techwerte AMD und Alphabet den Markt vor allem ausgebremst hatten, stehen heute die nächsten Schwergewichte parat – allerdings wie gewohnt erst nach US-Börsenschluss.
Bei den Geschäftszahlen der großen US-Technologiekonzerne Apple, Meta und Amazon dreht sich alles um das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Dies gilt vor allem für die Facebook- und Instagram-Mutter Meta, die mit einem eigenen Sprachmodell ChatGPT herausfordern will. Firmenchef Mark Zuckerberg zufolge steht die dritte Version von "Llama" in den Startlöchern. Beim Online-Händler Amazon richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Sparte AWS, weil viele KI-Anwendungen auf den Rechnern des Cloud-Anbieters laufen. Apple hält sich bislang mit Ankündigungen neuer KI-Funktionen zurück.
Davor sollten Anleger aber den Bankensektor im Auge behalten, denn am Morgen veröffentlicht die Deutsche Bank ihre Geschäftszahlen. Die spanischen Finanzinstitute BBVA und Santander hatten in dieser Woche bereits positiv überrascht. Deutschlands größtes Bankhaus veröffentlicht seine Geschäftszahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr. Analysten erwarten im Schnitt, dass Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing für 2023 unter dem Strich einen Gewinn von rund 3,66 Milliarden Euro ausweisen wird. Das wäre ein kräftiger Rückgang im Vergleich zu 2022, als 5,03 Milliarden Euro Gewinn erzielt wurden. Die Analysten rechnen aber damit, dass der Finanzkonzern den von Sewing in Aussicht gestellten Anstieg der Erträge auf 29 Milliarden Euro erreicht hat.
Am Tag nach dem Zinsentscheid in den USA entscheiden auch die Währungshüter in London über den geldpolitischen Kurs. Sie sind mit einer im Dezember überraschend wieder angestiegenen Inflationsrate konfrontiert. Mit 4,0 Prozent liegt sie doppelt so hoch wie von der Bank of England angestrebt. An den Finanzmärkten wird daher vorerst nicht mit einer Zinswende nach unten gerechnet. Weitere Wochentermine finden Sie hier.