Dienstag, 03. September 2019Der Börsen-Tag

mit Kai Stoppel
17:58 Uhr

Dax gerät in den Sog fallender US-Börsen

Dax
Dax 12.468,01

Schwache Daten zur US-Konjunktur bringen am Nachmittag die Aktienmärkte ins Wanken. Die Wall Street verliert deutlich, der US-Leitindex Dow Jones rutscht um mehr als ein Prozent ab, und auch der Dax wird in Mitleidenschaft gezogen. Der deutsche Leitindex sackt um 0,4 Prozent ab auf 11.911 Punkte.

Auslöser ist der für die wirtschaftlichen Aussichten der USA maßgebliche ISM-Einkaufsmanagerindex, der im August auf 49,1 von 51,1 Punkte gefallen war, bei einer Erwartung von 51 Punkten. Nur oberhalb von 50 Punkten stehen die Zeichen auf Wachstum. "Der ISM unterstreicht die Rezessionsgefahren", so ein Händler. "Die Aussagen von Trump tun ihr Übriges." US-Präsident Donald Trump hatte erneut auf Twitter die Handelspraktiken der EU scharf angegriffen.

Dazu kommt noch die Unsicherheit in Sachen Brexit - wobei mit dem Wechsel eines weiteren Tory-Abgeordneten zu den pro-europäischen Liberaldemokraten ein No-Deal-Szenario derzeit unwahrscheinlicher wird - ein Umstand, der den Dax am Nachmittag wieder leicht stützt.

Gewinner gibt es im Dax dennoch nur wenige. Ganz oben landen Daimler mit einem Aufschlag von 1,0 Prozent. Gestützt wird der Kurs von einer Kaufempfehlung der UBS. Daneben ziehen Infineon um 0,9 Prozent an und RWE um 0,5 Prozent.

Größter Dax-Verlierer sind Thyssenkrupp, die mit dem bevorstehenden Abstieg aus dem deutschen Leitindex und einer skeptischen Analysten-Studie um 3,8 Prozent auf 10,62 Euro fallen. Credit Suisse hat ein Kursziel von 9 Euro errechnet. Deutsche Post verlieren 1,4 Prozent und Conti 1,3 Prozent.

Damit endet die kurze Siegesserie des Dax - aber vielleicht nimmt sie ja morgen wieder Fahrt auf? Wir werden es sehen. Bis dahin wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Abend. Ihr Kai Stoppel.

17:26 Uhr

Rückschlag für Johnson lässt Pfund wieder steigen

Die nachlassende Angst vor einem Chaos-Brexit schiebt das Pfund Sterling an. Es verteuert sich auf 1,2084 Dollar, nachdem es zunächst zeitweise auf ein Drei-Jahres-Tief von 1,1957 Dollar gefallen war. Mit dem Wechsel eines weiteren Tory-Abgeordneten zu den pro-europäischen Liberaldemokraten verliert Premierminister Boris Johnson seine rechnerische Mehrheit im Parlament.

Auf der anderen Seite das Atlantik setzt unterdessen die Furcht vor einer Rezession dem Dollar zu. Im Gegenzug verteuert sich der Euro binnen Minuten um etwa einen Viertel US-Cent auf 1,0967 Dollar.

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16:53 Uhr

US-Industrie schrumpft - Ökonomen überrascht

Diese Nachricht dürfte jedenfalls nicht zur Beruhigung von US-Präsident Donald Trump beitragen: Die US-Industrie schrumpft einer Umfrage zufolge erstmals seit 2016 wieder. Der Einkaufsmanager-Index fiel im August auf 49,1 Punkte von 51,2 Zählern im Vormonat, wie aus einer Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht.

Es ist der niedrigste Wert seit Januar 2016. Ökonomen hatten lediglich mit einem leichten Rückgang auf 51,1 Zähler gerechnet. Das Barometer signalisiert bei Werten über 50 Punkten Wachstum.

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(Foto: imago images / Mint Images)

 

16:18 Uhr

Trump wütet auf Twitter - auch über Deutschland

US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter die Geldpolitik der EZB mit ihren Negativzinsen ins Visier genommen. "Deutschland und viele andere Länder haben negativen Zinsen, sie werden für das Ausleihen von Geld bezahlt", schrieb Trump.

Gleichzeitig wiederholte er seine Kritik an der US-amerikanischen Notenbank Fed. "Aber unsere Federal Reserve tut nichts", schimpfte er. Er fügte hinzu: "Das sind unsere Konkurrenten im Wettbewerb um die schwächere Währung."

Trump hat die Geldpolitik der eigenen Notenbank wiederholt angegriffen. Dabei legt er einerseits Wert auf die Feststellung, dass den USA keine Rezession drohe, sondern die Wirtschaft "großartig" laufe, dass die Fed aber mit ihren übereilten früheren Zinserhöhungen eine noch bessere Entwicklung und mehr Wohlstand für die Amerikaner verhindert habe.

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15:55 Uhr

Handelskrieg zieht Wall Street runter

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(Foto: AP)

Nach dem langen Feiertagswochenende geht es an den US-Börsen zur Eröffnung deutlich abwärts. Kurz nach Handelsbeginn verliert der Dow-Jones-Index 0,9 Prozent auf 26.155 Punkte. Der S&P-500 fällt um 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite um 0,4 Prozent.

Handelskonflikt und Brexit sind nach wie vor die zentralen Themen am Markt. Im Streit um wechselseitige Strafzölle zwischen den USA und China hat Peking gestern eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation angekündigt. Und im britischen Parlament beginnt am Nachmittag nach der Rückkehr der Parlamentarier aus der Sommerpause die Debatte zum Austritt Großbritanniens aus der EU und möglichen Anti-No-Deal-Anträgen.

15:39 Uhr

Deutsche Post dementiert Bevorzugung von Amazon

Deutsche Post
Deutsche Post 30,18

Die Deutsche Post DHL hat einem Bericht widersprochen, wonach Sendungen im Auftrag des Großkunden Amazon Vorrang hätten und andere Pakete deshalb mitunter liegenblieben.

Ein Post-Sprecher sagte, es gebe seit langem unterschiedliche Dienstleistungen - beim höherpreisigen "Prio"-Service gehe es schneller als beim regulären Versand. Aber: "Innerhalb dieser unterschiedlichen Services gibt es keine Bevorzugung oder Benachteiligung spezifischer Kunden, auch nicht in einzelnen Regionen", sagte der Post-Sprecher.

Einem "Welt"-Artikel zufolge kommen wegen hoher Paketberge und Personalmangels in einigen Regionen DHL-Pakete verspätet an, wovon Amazon aber nicht betroffen sei. Nach Darstellung der Post gibt es keine Verzögerungen wegen hoher Zustellmengen oder fehlender Fahrer.

15:17 Uhr

Autoabsatz in Deutschland steigt - aber wie lange noch?

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In Deutschland würden auch im Gesamtjahr 2019 mehr Autos verkauft als noch 2018, prognostizierte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weltweit flaut die Auto-Nachfrage ab, doch in Deutschland können die Hersteller noch gut verkaufen. 313.800 Neuwagen kamen im August bundesweit auf die Straße, damit stieg die Zahl der Neuzulassungen in diesem Jahr auf rund 2,5 Millionen, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte - ein Zuwachs von ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zugleich gingen mehr Aufträge aus dem Inland ein. Die Nachfrage aus China, den USA und wichtigen Märkten in Europa hatte zuletzt jedoch nachgelassen.

"Der konjunkturelle Wind wird rauer", hatte Verbandspräsident Bernhard Mattes am Vortag erklärt. Das spüre auch die Automobilindustrie. Der Auftragseingang aus dem Ausland geht zurück und liegt im Gesamtjahr bislang fünf Prozent unter dem Vorjahreswert.

14:43 Uhr

Dänischer Pensionsfonds sagt Öl-Aktien ade

Der dänische Pensionsfonds MP Pension will nach eigenen Angaben klimafreundlicher investieren und trennt sich daher von den Aktien zehn großer Ölkonzerne. MP kündigte an, die Anteile an Exxon Mobil, BP, Chevron, PetroChina, Rosneft, Royal Dutch Shell, Sinopec, Total, Petrobras und Equinor zu verkaufen.

13:42 Uhr

Kabellos-Boom - Varta-Aktie schießt auf Rekordhoch

Varta AG
Varta AG 86,90

Wegen des rasant wachsenden Marktes für kabellose Kopfhörer und Hörgeräte plant der Batteriehersteller Varta zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten den Ausbau seiner Kapazitäten. "Wir stehen am Anfang eines großen Booms bei den Lithium-Ionen Batterien für kabellose Premium-Kopfhörer, von dem wir am stärksten profitieren", sagte Varta-Chef Herbert Schein.

Daher sollen nun bis Ende 2022 die Kapazitäten auf 150 Millionen Zellen jährlich ausgebaut werden. Das macht auch den Anlegern Freude: Die Varta-Aktie schnellt um zwölf Prozent nach oben auf ein Rekordhoch von 85,50 Euro.

13:09 Uhr

Handelskonflikt und Brexit dürften Wall Street hemmen

Nach dem langen Feiertagswochenende zeichnen sich an den US-Börsen zur Eröffnung deutlichere Verluste ab. Der Future auf den S&P-500 liegt vorbörslich 0,8 Prozent im Minus.

Handelskonflikt und Brexit sind nach wie vor die zentralen Themen am Markt. In den USA müssen die Anleger zudem eine Reihe von Konjunkturdaten verarbeiten. Kurz nach der Startglocke an der Wall Street wird der Markit-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im August veröffentlicht, ihm folgen sein Pendant von ISM und die Juli-Daten zu den Bauausgaben.

12:46 Uhr

Handelskrieg schickt Yuan auf tiefsten Stand seit 2008

Neben der türkischen Lira steht an den Devisenmärkten heute noch eine andere Landeswährung im Fokus: der Yuan. Denn Chinas Währung setzt ihren Abwärtskurs fort. Ein Dollar kostet im Gegenzug mit 7,1854 Yuan so viel wie seit Februar 2008 nicht mehr. Einen wichtigen Grund dabei spielt, dass sich im Handelskonflikt zwischen den USA und China keine Entspannung abzeichnet.

Begrenzt wurden die Verluste von der chinesischen Notenbank, die ihren Referenzkurs mit 7,0884 zum Dollar nicht so weit absacken ließ wie erwartet. Ein Händler sagte, es sei damit zu rechnen, dass die chinesische Zentralbank den Yuan bis zu den nächsten Handelsgesprächen in diesem Monat in etwa auf diesem Niveau halten dürfte.

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(Foto: picture alliance / dpa)

 

12:22 Uhr

Türkische Lira zieht nach guten Nachrichten deutlich an

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 5,74

Seit Monaten steht die türkische Währung unter Druck. Doch heute macht sie sich einmal frei von allen Sorgen und zieht wieder kräftig an. Auslöser sind niedriger als erwartet ausgefallene Inflationszahlen in der Türkei.

Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise in der Türkei im August um rund 15 Prozent zu, im Monatsvergleich jedoch nur noch um 0,86 Prozent. Im Juli waren es noch 16,65 und 1,36 Prozent.

Die Lira legt darauf von über 5,82 je Dollar zu auf 5,7669. Bereits am Vortag war die Lira gestiegen, gestützt von den neuesten BIP-Daten.

11:44 Uhr

Sympathie für Hongkong-Protest? Modekonzern unter Druck

Inditex
Inditex 27,16

Wie viele andere Modefirmen könnte nun auch Inditex mit seiner Trendmarke Zara in die politischen Unruhen in Hongkong mit hineingezogen werden. Die chinesische Zeitung "Global Times" hat Zara vorgeworfen, die Demonstrationen zu unterstützen. Zara widersprach dem energisch auf dem sozialen Netzwerk Weibo, man unterstütze die "Ein-Land-zwei-Systeme"-Politik.

Damit reiht sich Zara in eine Anzahl von Unternehmen wie Versace, Givenchy und Coach ein, die sich vor Boykotts durch chinesische Verbraucher fürchten. Laut "South China Morning Post" sorgte zunächst Versace mit einem T-Shirt für Aufruhr, dessen Aufschrift Hongkong nicht zu China zähle.

Supermodel Liu Wen und andere Künstler hätten darauf diversen Marken mit der Aufkündigung der Zusammenarbeit gedroht. Viele Firmen hätten sich daraufhin in sozialen Medien entschuldigt.

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11:09 Uhr

Analysten senken Daumen - Thyssenkrupp am Ende

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 12,68

Während sich der Dax einigermaßen stabilisiert, sieht es für Thyssenkrupp am Ende des Leitindex düster aus. Die Aktien verlieren mittlerweile mehr als 3,5 Prozent auf 10,64 Euro. Grund ist ein negativer Analystenkommentar.

Die Experten der Credit Suisse stuften die Aktie als "underperform" ein und begründeten das mit Bilanzrisiken sowie der langsamen Restrukturierung. Das Kursziel setzten sie bei 9 Euro.

10:32 Uhr

Zeichen an Märkten stehen auf Sturm - Gold steigt und steigt

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.516,74

Es scheint etwas im Busch zu sein: Sämtliche globale Risikoparameter würden wieder gleichzeitig auf "Risk-Off" schalten, heißt es an der Börse. "Risk-Off" bedeutet, Anleger vermeiden das Risiko und versuchen lediglich, ihr Kapital zu halten. Sichere Häfen wie Gold, Devisen oder Anleihen sind dann gefragt.

Die Ursache ist aktuelle womöglich mehr als die Eskalation im Brexit-Konflikt. "Das deutet eher auf Probleme im US-China-Konflikt oder in Hongkong hin", sagt ein Händler. So sei eine erneute Flucht in Anleihen zu beobachten, und der Yen ist zum Dollar wieder gesucht. Das Gold überspringt dazu die 1400-Euro-Marke. Der Dax könnte deutlicher unter Druck geraten, aktuell verliert der Index 0,5 Prozent.

09:50 Uhr

Argentinien-Krise spitzt sich zu - Schlangen vor Banken

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Argentinier versuchen, an ihr Erspartes zu kommen.

(Foto: REUTERS)

Die Argentinier werden nervös: Gestern bildeten sich bereist Schlangen vor Banken. Viele Menschen versuchen, an das Geld auf ihren Bankkonten zu gelangen. "All die Leute heben ab was sie haben, oder zumindest einen Teil davon, weil sie ihr Geld derzeit lieber zu Hause haben wollen", sagte der 61-jährige Bankkunde Julio Novoa.

Der Grund: Die von der Regierung eingeführten Kapitalkontrollen. Devisenkäufe wurden begrenzt, um die Landeswährung Peso zu stützen.

Doch der Erfolg ist bisher dürftig: Zwar wertete der offizielle Kurs des Peso um 0,88 Prozent zum Dollar auf, auf dem Schwarzmarkt fiel er hingegen um 0,8 Prozent auf einen Kurs von 63,5 je Dollar. An den Finanzmärkten treibt sich die Sorge rum, dass der Peso-Verfall dazu führen könnte, dass das Land seine Dollar-Schulden nicht begleichen kann. Alle drei großen Ratingagenturen stuften die Kreditwürdigkeit des Landes herab.

Die Kurse für argentinische Staatsanleihen rutschten zugleich auf Rekordtiefs ab. Finanzexperten wie Michael Bolliger von UBS Wealth Management sehen in den Kapitalkontrollen hingegen ein "Zeichen der Verzweiflung".

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09:39 Uhr

Ungeklärter Handelsstreit zieht Ölpreise nach unten

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 64,77

Die Ölpreise haben im frühen Handel leicht nachgegeben. Hintergrund ist die Ungewissheit, wie es im Handelskonflikt zwischen den USA und China weitergeht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 58,65 US-Dollar und damit geringfügig weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 23 Cent auf 54,87 Dollar.

Wie schon zu Wochenbeginn verlief der Handel am Rohölmarkt zunächst ruhig. Eine ständige Belastung stellt jedoch der ungeklärte Fortgang des US-chinesischen Handelsdisputs dar. Am Montag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über Schwierigkeiten in der Terminfindung zwischen den beiden Verhandlungsteams berichtet. Neue Gespräche sind für diesen Monat geplant, der genaue Zeitpunkt steht aber offenbar noch nicht fest. Der Zoll- und Technologiestreit zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften gilt als großes Konjunkturrisiko.

09:19 Uhr

Dax gerät unter Druck - Ursache noch rätselhaft

Dax
Dax 12.468,01

Die Voraussetzungen sind eigentlich gut für die Dax-Unternehmen: Der Euro fällt seit Tagen, am Morgen notiert er bei 1,0937 Dollar und damit auf dem tiefsten Stand seit 27 Monaten. Für die exportabhängigen Unternehmen, wie etwa die deutschen Autobauer, ist dies eine positive Entwicklung.

Dennoch gerät der deutsche Leitindex gleich zu Beginn des Handels unter Druck. Bis auf eine Ausnahme stehen alle Werte im Minus. Der Dax verliert 0,6 Prozent auf 11.887 Punkte. Aber was ist die Ursache?

Als belastend wirken womöglich Berichte, dass die Regierungen in Washington und Peking Probleme hätten, sich auf eine Agenda für ihr nächstes Treffen zu den Handelsgesprächen zu einigen. Dazu hat China Beschwerden gegen die USA bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht.

Auch nicht gerade für Zuversicht an der Börse sorgt die unklare Lage auf der britischen Insel. Ob No-Deal-Brexit, Verschiebung des Austritts oder Neuwahlen, alles scheint momentan möglich. Mit Spannung wird daher auf eine Sitzung des Parlaments im Tagesverlauf geschaut.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an: kai.stoppel@nachrichtenmanufaktur.de.

08:49 Uhr

Pfund erstmals seit Anfang 2017 unter 1,20 US-Dollar

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,25

Das britische Pfund leidet immer stärker unter dem ungewissen Fortgang des Brexits. Am Morgen fiel die Währung des Vereinigten Königreichs erstmals seit Januar 2017 unter die Marke von 1,20 US-Dollar. Im Tief wurden 1,1994 Dollar erreicht. Wesentlicher Grund für die Schwäche des Pfund ist die politische Unsicherheit in Großbritannien. Dort will sich eine Gruppe Parlamentarier gegen den harten Brexit-Kurs von Premierminister Boris Johnson stellen.

Mit einer Gesetzesinitiative soll eine abermalige Verschiebung des Brexit-Termins erzwungen werden, soweit keine neue Austrittsvereinbarung mit der Europäischen Union gefunden wird. An den Märkten wird über Neuwahlen spekuliert. Gegenüber dem Euro hält sich das Pfund etwas besser. Am Dienstag kostete ein Pfund knapp 1,10 Euro. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Verluste des Pfund zum Dollar auf knapp sechs Prozent, gegenüber dem Euro ist es lediglich rund ein Prozent. Ein Grund dafür ist, dass im Euroraum eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet wird. Das lastet auf dem Euro.

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08:39 Uhr

Varta will deutlich mehr Lithium-Ionen-Batterien produzieren

Varta AG
Varta AG 86,90

Der Batteriehersteller Varta will deutlich mehr Lithium-Ionen-Batterien herstellen als zuletzt angekündigt. Geplant sei ein weiterer Ausbau der Produktion bis 2022 auf über 150 Millionen Zellen jährlich, teilte das SDax-Unternehmen in Ellwangen mit. Hintergrund sei die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem Markt, der jährlich um mehr als 30 Prozent wachse. Erst vor wenigen Monaten hatte Varta mitgeteilt, die jährliche Kapazität zum Jahresende 2020 auf mehr als 100 Millionen Zellen anheben zu wollen. Varta strebt 2020 eine weltweit führende Stellung bei Lithium-Ionen-Zellen an mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

Für die zusätzliche Kapazitätserweiterung benötige Varta ein Investitionsvolumen von rund 130 Millionen Euro, hieß es. Dieses soll aus dem Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit in Verbindung mit weiteren Kundenanzahlungen finanziert werden. Darüber hinaus stehe dem Konzern eine Kreditlinie von 80 Millionen Euro zur Verfügung.

08:08 Uhr

Unsichere Zeiten: Euro fällt auf neues Zweijahrestief

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Der Euro hat einen neuen Tiefstand seit gut zwei Jahren erreicht. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0931 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2017. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,0968 Dollar festgesetzt. Grund der Euro-Schwäche war eine allgemeine Stärke des amerikanischen Dollar.

Am Markt wurde die anhaltende Verunsicherung der Anleger wegen zahlreicher Risiken genannt, darunter der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der ungewisse Fortgang des Brexits. Der US-Dollar gehört zu den am besten verfügbaren Währungen der Welt. In unsicheren Zeiten wird er daher häufig als sicherer Hafen angelaufen.

07:42 Uhr

Dax-Anleger blicken nach London und in die Karibik

Dax
Dax 12.468,01

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Am Montag war er 0,1 Prozent höher bei 11.954 Punkten aus dem Handel gegangen. Ohne Vorgaben von der Wall Street, die wegen eines Feiertages geschlossen war, fehlt es an klaren Tendenzen.

Im Mittelpunkt stehen dürften die Entwicklungen in Großbritannien: Dort tritt das Parlament zusammen, um über den bevorstehenden Brexit zu beraten. Die Opposition und Rebellen in der konservativen Partei wollen einen ungeregelten EU-Austritt verhindern. Premierminister Boris Johnson lehnt aber eine Verschiebung des Brexit-Termins kategorisch ab und drohte mit Neuwahlen.

Nachrichtlich im Fokus stehen zudem Themen wie die Proteste in Hongkong und die Abstufung des Hurrikans "Dorian" auf nur noch Stufe vier. Die Höhe der Schadensschätzungen für Florida dürfte damit sinken und die Aktien der Rückversicherer stützen. Als belastend könnten sich Berichte erweisen, die Administrationen in Washington und Peking hätten Probleme, sich auf eine Agenda für ihr nächstes Treffen zu den Handelsgesprächen zu einigen. Dazu hat China Beschwerden gegen die USA bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht.

 

07:11 Uhr

Haus und Grund: Mietendeckel zerstört Vertrauen

Der Vermieterverband Haus und Grund sieht in den Berliner Mietendeckel-Plänen einen Angriff auf das private Eigentum und die Grundwerte der sozialen Marktwirtschaft. "Statt an Lösungen zu arbeiten, wird ein ideologischer Kampf geführt, der die Probleme der Mieter nur verschärft", sagte Verbandspräsident Kai Warnecke. Auch eine geplante CO2-Bepreisung im Gebäudesektor sieht Warnecke kritisch.

Die Berliner Senatorin Katrin Lompscher hatte in der vergangenen Woche einen ersten Gesetzentwurf für einen Mietendeckel in der Hauptstadt vorgestellt. Demnach liegen die Mietobergrenzen in den nächsten fünf Jahren je nach Baualter zwischen 5,95 Euro und 9,80 Euro pro Quadratmeter. Bis zu diesen Grenzen dürfen Vermieter die Nettokaltmieten gemäß der jährlichen Teuerungsrate erhöhen. Mieter können Senkungen beantragen, wenn sie mehr als 30 Prozent ihres Netto-Haushaltseinkommens dafür aufwenden müssen.

06:42 Uhr

Brexit-Streit trübt Stimmung bei Asiens Anlegern

Nikkei
Nikkei 22.079,09

Getrieben von Hoffnungen auf bessere Exportchancen durch einen schwächeren Yen tendiert der Aktienmarkt in Japan leicht stärker. Negative Faktoren wie der Handelskrieg zwischen den USA und China und Brexit-Sorgen setzten dem Optimismus allerdings Grenzen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg 0,18 Prozent auf 20.657 Punkte. Der breiter gefasste Topix gewann 0,44 Prozent auf 1511 Zähler.

Der britische Brexit-Minister Stephen Barclay fordert von der EU Zugeständnisse im Umgang mit der Grenze zwischen Irland und Nordirland nach einem EU-Austritt der Briten. Wenn die EU hier nicht kompromissbereit sei, werde sie gar keinen Backstop bekommen, sagte Barclay im Interview mit der "Welt". "So würden die Risiken schon im November eintreten statt, wie durch die Übergangsphase vorgesehen, erst im Dezember 2020 oder bei einer Verlängerung sogar ein oder zwei Jahre später". Der sogenannte Backstop soll eine offene Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland garantieren und damit den Friedensprozess in der Region sichern.