Donnerstag, 25. Oktober 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
18:07 Uhr

Dax-Anleger schöpfen aus Draghis Worten neue Kraft

Nach sechs Handelstagen in Folge mit Verlusten hat sich der Dax wieder stabilisiert. Beobachter begründeten das mit den beruhigenden Worten von Mario Draghi. Der EZB-Präsident zeigte sich mit Blick auf die italienische Schuldenkrise zuversichtlich.

DAX
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Der Dax nahm am Ende plus 1,03 Prozent und 11.307 Punkte mit in den Feierabend. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte um 1,6 Prozent auf 23.664 Zähler noch etwas weiter vor.

Zwar habe sich der EZB-Rat mit dem Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission nicht beschäftigt, sagte Draghi. Persönlich sei er aber der Ansicht, dass eine Lösung gefunden werden kann. Der oberste Währungshüter hob zudem hervor, dass die Wachstumsdynamik im Euroraum zwar etwas schwächer sei, dass man aber nicht von einem wirtschaftlichen Abschwung spreche.

"Draghis Ausgeglichenheit hat die Märkte beruhigt, da ihnen genau diese Eigenschaft in dieser Woche abhanden gekommen war", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Die Angst der Investoren vor einer Konjunkturabkühlung in der Eurozone sei groß.

17:16 Uhr

Ryanair-Leiharbeiter möglicherweise illegal

Beim Billigflieger Ryanair gerät das Beschäftigungsmodell der Leiharbeit zunehmend ins Zwielicht. Den Verleihfirmen fehlten entsprechende Lizenzen, hatte die Bundestagsfraktion der Linken nach einer Auskunft des Bundesarbeitsministeriums erklärt. Das Unternehmen weist den Vorwurf illegaler Leiharbeit aber zurück

Allein 700 der rund 1000 in Deutschland tätigen Flugbegleiter sollen nach Angaben des Abgeordneten Pascal Meiser Arbeitsverträge bei den beiden Unternehmen Crewlink Ireland Ltd. sowie Workforce International Contractors Ltd. mit Sitz in Dublin unterschrieben haben. Diese seien laut Regierung nicht von deutschen Behörden zur Arbeitnehmerüberlassung zugelassen. Nach Recherchen des "Manager-Magazins" hat Crewlink die Genehmigung in der Vergangenheit für zwölf Monate besessen, Workforce hingegen nie. Für Ermittlungen sei der Zoll zuständig.

Die Fluggesellschaft wies die Vorwürfe der illegalen Beschäftigung von Leiharbeitern in Deutschland zurück. Ryanair und seine Dienstleister agierten gemäß EU-Recht. Anders als bei den Flugbegleitern, will Ryanair den Einsatz ausgeliehener Piloten beenden.

16:56 Uhr

Wall Street peitscht Dax nach oben - plus ein Prozent

Die Wall Street unternimmt dank überwiegend guter Unternehmenszahlen einen starken Erholungsversuch.

Nasdaq 100
Nasdaq 100 8.397,37

Vor allem die Quartalsergebnisse bekannter Technologie-Unternehmen stoßen bei Anlegern auf großen Zuspruch. Kurz nach Handelsbeginn notiert der US-Leitindex Dow Jones Industrial 1,1 Prozent höher bei 24.875 Punkten. Damit kann er zumindest einen Teil seines fast 2,5-prozentigen Kursrutsches vom Mittwoch wettmachen. Der marktbreite S&P 500 erholt sich um 1,4 Prozent auf 2696 Punkte.

DAX
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Für den Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 ging es nach der Vorlage starker Zahlen von Microsoft, Twitter und Tesla sogar um 2,7 Prozent auf 6976 Zähler bergauf. Er hatte zur Wochenmitte allerdings auch über 4,5 Prozent an Wert eingebüßt.

Der Dax schafft mit dem Rückenwind der Wall Street bis zum Nachmittag ein Plus von 1,0 Prozent auf 11.307 Punkte.

16:34 Uhr

Börsianer feiern Tesla - Aktie plus 8,4 Prozent

Erstmals seit zwei Jahren hat der E-Auto-Pionier Tesla ein Quartal mit schwarzen Zahlen beendet. Die Anleger sind begeistert.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 335,85

Firmenchef Elon Musk hatte den Gewinn zwar schon vor Monaten versprochen, doch die Zweifel waren groß. Im Moment kann der Tech-Milliardär aber einen Moment des Triumphes genießen. Anleger honorieren das Ergebnis mit einem satten Kursaufschlag von über acht Prozent. Ob Musk die Skeptiker dauerhaft überzeugen kann, muss sich erst noch zeigen.

Ein großes Fragezeichen steht hinter der Produktqualität: Beim neuen Model 3 gibt es Bedenken, dass die überstürzte und unkonventionelle Ausweitung der Fertigung zu Mängeln führen könnte. Auch beim Model S gab es nun einen Rückschlag - so zog das einflussreiche US-Verbrauchermagazin "Consumer Reports" im Zuge einer Verlässlichkeitsumfrage seine Kaufempfehlung für die batteriebetriebene Luxus-Limousine zurück.

15:45 Uhr

Salvini: Italiens Regierung zu Bankenrettung bereit

Angesichts der Nervosität am Finanzmarkt ist die Regierung in Rom bereit, den heimischen Banken finanziell unter die Arme zu greifen. "Wenn eine Bank oder ein Unternehmen in Not ist, dann sind wir da", sagte Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini laut der Nachrichtenagentur Ansa in Verona. 

10-jährige italienische Staatsanleihen
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Italiens Banken verfügen über große Mengen an Staatsanleihen. Seit der Vorlage eines neuen Haushaltsentwurfs in Brüssel, der nicht mit den europäischen Stabilitätsregeln vereinbar ist, haben diese Anleihen deutlich an Wert verloren. Experten warnen, dass kleinere Banken künftig auf Staatshilfen angewiesen sein könnten, sollte sich der Wertverfall der Anleihen weiter fortsetzen.

Zuvor hatte Salvini ausgeschlossen, dass die Regierung in Rom Russland oder andere Länder zum Kauf italienischer Staatsschulden aufrufen werde, um die Märkte zu beruhigen. "Wir brauchen keine Hilfe von außen", sagte Salvini am Rande des Eurasischen Wirtschaftsforums in Verona.

15:22 Uhr

Twitter verliert weiter Nutzer

Twitter verliert wegen seiner Offensive gegen Hetze, Spam und Fake-Accounts weiter Nutzer, dennoch liefen die Geschäfte im dritten Quartal deutlich besser als erwartet.

Twitter
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Verglichen mit dem Vorquartal sank die Zahl der monatlich aktiven Nutzer weltweit um neun Millionen auf 326 Millionen, wie Twitter in San Francisco mitteilt. Als Grund für den zweiten Rückgang in Folge nannte Vorstandschef Jack Dorsey die anhaltenden Bemühungen, die Plattform von gefälschten und dubiosen Profilen zu befreien, die etwa Hassbotschaften und politische Propaganda verbreiten.

14:57 Uhr

Bankia-Affäre: Korrupter Ex-Chef Rato geht in den Knast

Der wegen Unterschlagung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilte frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, hat seine Haftstrafe angetreten.

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Der 69-Jährige ging ohne Begleitung und mit zwei größeren Reisetaschen ins Gefängnis von Soto del Real rund 40 Kilometer nördlich von Madrid.

(Foto: REUTERS)

Einen Antrag Ratos, den Haftantritt bis zu einer Entscheidung des Verfassungsgerichts zu verschieben, hatte der Nationale Staatsgerichtshof abgewiesen.

Rato war im Februar 2017 vom Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid in einer "Selbstbedienungsaffäre" um die Großbank Bankia neben 63 weiteren Beschuldigten verurteilt worden. Das Urteil war erst Anfang des Monats vom Obersten Gericht bestätigt worden.

Der Ex-Wirtschaftsminister - zwischen 2004 und 2007 IWF-Direktor - hatte von 2010 bis 2012 die Sparkasse Caja Madrid und anschließend die aus der Fusion der Caja mit mehreren Geldhäusern hervorgegangene Bankia geleitet. Die spanische Justiz sieht es als erwiesen an, dass Rato und Dutzende Führungskräfte private Ausgaben mit Kreditkarten der finanziell angeschlagenen Banken beglichen haben. Bankia musste 2012 mit Staatsgeldern von über 20 Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt werden.

Bankia
Bankia 1,82

Gegen Rato wird auch wegen Geldwäsche und Steuerbetrugs ermittelt. Er muss sich außerdem gegen den Vorwurf des Betrugs und der Bilanzfälschung beim Börsengang von Bankia im Jahr 2011 wehren.

Vor dem Gefängnis sagte Rato zu Journalisten: "Ich akzeptiere meine Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft und gestehe meine Fehler ein." Er bat um Entschuldigung.

Im spanischen Bankensektor kriselt es derzeit auch wegen illegaler Klauseln in Kreditverträgen. Auf die Institute, die zum Teil mit Steuergeldern wie Bankia gerettet wurden, kommen erneute Milliardenforderungen zu.

Der Gerichtshof in Madrid urteilte vor einer Woche, dass die Geldhäuser und nicht die Kunden eines Hypothekenkredits für die notarielle Beurkundung des Darlehensvertrags aufkommen müssen. Diese Kosten haben die Banken, die fast alle Risiken illegal auf ihre Kunden abgewälzt hatten, ebenfalls bisher den Kreditnehmern aufgebrummt.

14:40 Uhr

Bundesbank und Börse testen Blockchain-Technik

Die Kryptowelt hat weit mehr zu bieten als Kryptogeld. Und immer mehr wird deutlich, dass hier auch der eigentliche Mehrwert der neuen Technologie liegt.

Deutsche Börse
Deutsche Börse 137,00

Wie die Deutsche Bundesbank und die Deutsche Börse in Frankfurt mitteilten, haben sie die neuartige Blockchain-Technologie, die vielen virtuellen Währungen zugrunde liegt, im eigenen Betrieb getestet. Den Angaben zufolge ging es dabei um zwei Prototypen zur Unterstützung der Abwicklung von Wertpapiertransaktionen, Zahlungen, Zinszahlungen und Rückzahlungen bei Fälligkeit einer Anleihe.

Laut Bundesbank sind beide Verfahren für den Betrieb einer Finanzmarktinfrastruktur geeignet und können als Basis für weitergehende Entwicklungen dienen. "Wir erwarten eine fortgesetzte schnelle Entwicklung der Technik und sehen auch das Potenzial, diese in hochvolumigen Systemen anzuwenden»", sagte Bundesbankvorstand Burkhard Balz.

14:15 Uhr

Trotz hoher Inflation: Türkische Zentralbank hält Füße still

Weil die türkische Währung auf ein Rekordtief zu fallen droht, verschärft die Zentralbank die Auflagen für Geschäftsbanken.

Die Teuerung in der Türkei lag im September bei rund 25 Prozent nach 18 Prozent im Vormonat.

picture alliance / dpa

Die türkische Zentralbank hat trotz einer anhaltenden Währungskrise und schnell steigender Inflation den Leitzins nicht angehoben.

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,16

Die Notenbank verkündete nach einer monatlichen Sitzung, sie wolle ihn bei 24 Prozent belassen. Mitte September hatte die Zentralbank den Leitzins überraschend stark um 6,25 Punkte auf 24 Prozent erhöht. Die Notenbanker hatten damals angekündigt, man werde den strafferen geldpolitischen Kurs durchziehen, bis es Verbesserungen bei der Inflation gebe. Falls nötig, würden weitere Zinserhöhungen folgen.

Die türkische Währung Lira erholte sich nach der Anhebung im September nur kurz. Erdogan ist ein erklärter Gegner hoher Zinsen. Ökonomen halten diese zur Bekämpfung der Lira-Krise aber für unumgänglich.

13:57 Uhr

EZB: Anleihenkäufe sollen Ende 2018 auslaufen

*Datenschutz

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt weiterhin zum Jahresende 2018 den Stopp neuer Anleihenkäufe an. Ein formaler Beschluss zum Auslaufen des milliardenschweren Programms zum Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren wurde nach der Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt zunächst aber nicht verkündet.

Das Volumen der monatlichen Anleihenkäufe hatte die Notenbank von Oktober an auf 15 Milliarden Euro halbiert.

Den Leitzins im Euroraum hält die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent, Geschäftsbanken bekommen somit Zentralbankgeld weiterhin zum Nulltarif. Die Wende hin zu höheren Zinsen wollen die Währungshüter frühestens im Herbst 2019 einläuten.

Der EZB-Rat bekräftigte seine Einschätzung, dass die Zinsen bis "mindestens über den Sommer 2019" auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Möglicherweise läutet also erst der Nachfolger von EZB-Präsident Mario Draghi die Zinswende ein. Die achtjährige Amtszeit des Italieners läuft Ende Oktober 2019 aus.

13:20 Uhr

Spaniens Arbeitslosigkeit auf tiefstem Stand seit 2008

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Die Arbeitslosenquote ist immer noch die zweithöchste innerhalb der EU hinter Griechenland.

dpa

Die Lage am spanischen Arbeitsmarkt hat sich stärker entspannt als erwartet. Die Arbeitslosenquote fiel im dritten Quartal auf 14,6 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte.

Ibex 35
Ibex 35 9.382,70

Im Vorquartal hatte sie noch bei 15,3 Prozent gelegen. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 14,9 Prozent gerechnet.

Zuletzt hat die spanische Wirtschaft an Fahrt verloren. Volkswirte haben ihre Wachstumsprognose für die fünftgrößte Volkswirtschaft Europas gesenkt. Insbesondere der wichtige Tourismussektor bekommt die zunehmende Konkurrenz durch andere Mittelmeerziele zu spüren.          

12:58 Uhr

Deutsche Wirtschaftsdelegation in der Türkei

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist zu einer zweitägigen Reise in die Türkei aufgebrochen. Ziel ist die "Vertiefung der Zusammenarbeit in Wirtschafts- und Energiefragen", wie es in einer Mitteilung heißt. "Deutschland hat ein Interesse an stabilen und dynamischen Wirtschaftsbeziehungen mit der Türkei", wird Altmaier darin zitiert.

Den CDU-Politiker begleitet eine mehr als 30-köpfige Wirtschaftsdelegation - unter anderem sind Vertreter von Eon, Metro, BASF, EWE, Enercon, Steag und Thyssenkrupp Marine Systems dabei. Auf dem Programm Altmaiers bis Freitagnachmittag stehen Treffen mit Finanzminister Berat Albayrak sowie den Ministern für Handel, Energie und Industrie.

Geplant sind auch Treffen mit Vertretern der türkischen Zivilgesellschaft sowie Vertretern der deutschen politischen Stiftungen. Die bilateralen Beziehungen sind angespannt. Für die angeschlagene türkische Wirtschaft ist der Besuch enorm wichtig. Deutsche Wirtschaftsvertreter fordern, dass die Türkei bei Rechtssicherheit, Investorenschutz und der Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank neues Vertrauen bei den Investoren schafft.

12:16 Uhr

Warum "verbrennt" Tether 500 Millionen Token?

Kryptowährungen sind etwas in Vergessenheit geraten. Hier wollen wir mal die Erinnerung wieder auffrischen:

*Datenschutz

Tether Limited kündigte am Mittwoch auf der Homepage an, dass 500 Millionen ihrer Token "verbrannt" werden.

Was das bedeutet? Offenbar hat in letzter Zeit jemand (eine Person, ein Unternehmen und/oder mehrere Personen) eine hohe Anzahl dieser sogenannten Stable Coins eingelöst und sich dafür Dollar auszahlen lassen, schreibt BTC-Echo.

Das Löschen dieser Token könnte ein weiterer Beleg dafür sein, dass sich das Unternehmen hinter dem Stable Coin USDT langsam auflöst, wie in der Branche gemunkelt wird.

Und wie geht's dem Bitcoin?

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Bitcoin in US-Dollar

11:52 Uhr

Nokia zieht den Spargürtel noch enger

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia schlägt nach einem Gewinnrückgang im dritten Quartal einen neuen Sparkurs ein. Ziel sei es, bis Ende 2020 jährlich rund 700 Millionen Euro einzusparen, kündigte der Konzern an.

Nokia
Nokia 3,15

Erst Ende des Jahres beendet der Rivale des schwedischen Anbieters Ericsson und des chinesischen Weltmarktführers Huawei ein Kostensenkungsprogramm im Umfang von 1,2 Milliarden Euro, dass die Finnen 2016 nach der Übernahme des französisch-amerikanischen Unternehmens Alcatel-Lucent aufgelegt hatten.

Der Gewinn von Nokia ging im dritten Quartal um 27 Prozent auf 487 Millionen Euro zurück. Das entspricht den Analystenerwartungen. Die Jahresziele bestätigte Nokia. Die Aktie gibt in Helsinki knapp ein Prozent nach.

11:33 Uhr

Ifo stellt Wachstumsprognose infrage

Angesichts des rückläufigen Geschäftsklimas zweifelt das Ifo-Institut an dem für das Schlussquartal prognostizierten Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. "Das wird schwer zu halten sein", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe.

DAX
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Nicht in Gefahr sehe er allerdings das im Herbstgutachten der führenden deutschen Forschungsinstitute ebenfalls in Aussicht gestellte Wachstum der Wirtschaft von 1,7 Prozent im Gesamtjahr. "Daran wird sich voraussichtlich nichts ändern." Für einen solchen Einfluss habe das vierte Quartal zu wenig Gewicht.

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober stärker als erwartet eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index sank auf 102,8 von 103,7 Punkten im Monat zuvor. "Der goldene Herbst fällt für die deutsche Wirtschaft aus", so Wohlrabe.

11:09 Uhr

Italien bekennt sich zum Euro - Bond-Renditen fallen

Investoren zeigen sich im Fall von Italien gutgläubig: Das erneute Bekenntnis des italienischen Vize-Ministerpräsidenten Luigi Di Maio zum Euro zeigt zumindest am Anleihemarkt Wirkung. Die Kurse der zehnjährigen italienischen Bonds stiegen im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung.

10-jährige italienische Staatsanleihen
10-jährige italienische Staatsanleihen 106,57

Im Gegenzug fielen die Renditen bis auf 3,546 Prozent von 3,614 Prozent im Schlussgeschäft vom Mittwoch. Mit Spannung wird erwartet, ob und wenn ja, was EZB-Chef Mario Draghi zum Konfrontationskurs der römischen Regierung sagen wird.

Di Maio bekräftigte am Morgen, dass die Regierung keine Absicht habe, aus dem Euro auszusteigen. Gleichzeitig erklärte der Chef der 5-Sterne-Bewegung aber auch, dass Rom an dem Haushaltsentwurf für 2019 festhalten werde - trotz der Ablehnung durch die Europäische Kommission.

Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini hatte sich von der Zurückweisung des Etatentwurfs durch die EU-Kommission am Vortag ebenfalls unbeeindruckt gezeigt: Die Brüsseler Behörde könne so viele Briefe schicken, wie sie wolle, aber "Italiener stehen an erster Stelle", sagte der Chef der rechtsgerichteten Lega. Das Land wolle sich nicht mehr länger "dämlichen Regeln" unterwerfen.

Die EU-Kommission hatte der italienischen Regierung am Dienstag eine Frist von drei Wochen eingeräumt, um ihre Haushaltspläne zu ändern. Ein derartiger Schritt ist beispiellos. Sollte sich der Konflikt hochschaukeln, drohen Italien am Ende Sanktionen und Turbulenzen an den Finanzmärkten. In der Themen-Box erfahren Sie mehr darüber:

Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen war zuletzt auf knapp 3,8 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren.

10:47 Uhr

Anleger werfen Deutsche Bank aus den Depots

Die Deutsche Bank findet bei Anlegern mit ihrem Gewinnversprechen zunächst einmal kein Gehör. Die Aktien des größten deutschen Geldhauses rutschen bis zu 2,6 Prozent auf ein Rekordtief von 8,64 Euro ab.

Deutsche Bank
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Die Papiere ließen ordentlich Federn gelassen, nachdem das Geldhaus seine Quartalszahlen vorgestellt hatte. "Den Investoren reichen die Kostensenkungen nicht", sagte ein Händler. "Es muss auch mal wieder ein Umsatzanstieg her, der ist aber nicht abzusehen. Deswegen verkaufen die Anleger weiter."

Den bisherigen Tiefststand hatten die Titel Ende Juni mit 8,75 Euro erreicht. Seit Jahresanfang verloren sie 44 Prozent. Zuletzt erholen sich die Titel jedoch wieder um ein Prozent.

Analysten der Schweizer Bank Credit Suisse senkten ihr Kursziel für die Aktien auf 9,50 Euro von 10,00 Euro und bestätigten ihr Rating mit "neutral". Die Experten der Bank RBC sehen das Kursziel für die Aktien der Deutschen Bank bei 8,0 Euro.

Zur Gesamtlage an den Börsen, hier ein Beitrag der TV-Kollegen:

 

10:39 Uhr

Aktienmärkte im Abwärtssog - Tokio minus 3,7 Prozent

Nach dem neuerlichen Absturz der Kurse an den US-Börsen haben auch die ostasiatischen Aktienmärkte auf breiter Front Kursstürze verbucht.

Belastungsfaktoren sind die üblichen Verdächtigen:

  • Konjunktursorgen und
  • die Angst vor steigende Zinsen. Außerdem
  • der Handelskonflikt zwischen den USA und China,
  • die politische Spannungen mit Saudi-Arabien und
  • der Haushaltskonflikt rund um Italien.

Gesucht wurden vermeintlich sichere Anlagen wie Anleihen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen fiel zuletzt auf 3,11 Prozent. Vor gut zwei Wochen lag sie noch auf einem Mehrjahreshoch von 3,26 Prozent. Die Rendite japanischer Zehnjahrespapiere fiel von 0,13 zur gleichen Vortageszeit auf 0,11 Prozent.

Tagesverlierer war Tokio. Der Nikkei-Index rutschte um 3,7 Prozent auf ein Siebenmonatstief von 21.269 Punkten ab. Für die Aktie des Halbleiterzulieferers Advantest ging es um rund 10 Prozent nach unten.

10:14 Uhr

Diesel-Ärger kostet Daimler dreistelligen Millionenbetrag

Der Stuttgarter Autobauer Daimler rechnet laut Finanzchef Bodo Uebber mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag an Kosten für diverse Verfahren zu überhöhten Dieselabgaswerten.

Daimler
Daimler 49,48

Was für Verfahren das sind, erklärte Uebber nicht. "Wir sind mit den Behörden in Kontakt, es ist Vertraulichkeit vereinbart", sagte er. Die jetzt bezifferten Belastungen waren der Hauptgrund für Daimlers zweite Gewinnwarnung in diesem Jahr, die der Autobauer am vergangenen Freitag veröffentlichte.

Für Europa hat das Kraftfahrt-Bundesamt einen Rückruf von rund 700.000 Diesel-Fahrzeugen angeordnet. In den USA laufen schon länger Untersuchungen von Behörden, weil Dieselmodelle von Mercedes-Benz mehr Stickoxid ausstoßen als erlaubt.

10:01 Uhr

Cathay Pacific räumt Datenleck ein - Kursrutsch

Die Hongkonger Fluglinie Cathay Pacific hat ein Datenleck mit 9,4 Millionen betroffenen Passagieren eingeräumt. Die Aktie des in Hongkong notierten Unternehmens brach daraufhin in den ersten beiden Handelsstunden um 5,6 Prozent ein.

Cathay Pacific Airways
Cathay Pacific Airways 1,19

Unbekannte hatten auf ein Informationssystem mit Namen, Geburtsdaten, Reisepassnummern und Kontaktdaten zugegriffen. Es gebe derzeit keine Hinweise, dass die Daten missbraucht worden seien, sagte Cathay-Chef Rupert Hogg in einer Mitteilung. 

Die Fluglinie hatte die verdächtigen Aktivitäten im Netzwerk im März erstmals entdeckt, der unbefugte Zugang zu den persönlichen Daten sei im Mai bestätigt worden. Betroffene Passagiere würden nun kontaktiert, teilte das Unternehmen mit. Polizei und Behörden seien informiert.

09:44 Uhr

Nerven liegen blank: 11.000 nur "Frage von Stunden"?

Als hätten die Anleger nur auf den Handelsstart gewartet … Bereits in den ersten Minuten stürzt der Dax ein Prozent in die Tiefe. Aktien werden in hohem Bogen aus den Depots geworfen. Mittlerweile hat der Index wieder etwas Boden gut gemacht.

DAX
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Der deutsche Markt folgt damit erneut der Wall Street. Hier hatten am Vorabend vor allem die Chipanbieter unter Druck gestanden, nachdem die Branchen-Größen Texas Instruments und STMicroelectronics vor einer schwächeren Nachfrage warnten.

"Auch auf dem Frankfurter Börsenparkett liegen die Nerven der Anleger blank, ein Test der 11.000er-Marke im Dax dürfte nur eine Frage von Stunden sein", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. Nach den überwiegend enttäuschenden Ergebnissen und Ausblicken der Firmen sei die Hoffnung auf eine Erholungsrally verflogen.

Daimler
Daimler 49,48

Zu den schwächsten Werten zählen am Morgen Infineon mit minus 1,7 Prozent. Deutsche Börse rauschen 3,3 Prozent in die Tiefe.

Daimler hat im dritten Quartal deutlich weniger Gewinn erzielt als vor einem Jahr. Für das gesamte Jahr rechnet der Konzern zudem mit einem "deutlich unter dem Vorjahr" liegenden Gewinn vor Zinsen und Steuern. Die Aktien steigen trotzdem um 1,5 Prozent.

Guten Morgen! Mein Name ist Diana Dittmer und ich sammel für Sie heute wieder alles ein, was börsenrelevant ist. Die Pipeline ist schon jetzt prall gefüllt. Bleiben Sie also dran.

08:18 Uhr

Dax kommt der 11.000er-Marke näher

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Der Dax zur Wochenmitte: Die Kursverluste in den USA und Japan entwickeln einen nicht geringen Abwärtssog.

REUTERS

Dax
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Am deutschen Aktienmarkt steht Anlegern ein ereignisreicher Tag bevor: Die Vorgaben aus den USA und Asien deuten tiefrot nach unten. Dazu kommen mit dem Ifo-Index, dem EZB-Zinsentscheid und neuen US-Daten gleich mehrere gewichtige Impulse.

  • Auf Teleboerse.de wird der deutsche Leitindex Dax zur Eröffnung bei 11.089,50 Punkten gesehen, was einem Minus von 0,9 Prozent entspricht.
  • Damit dürften sich die Kursverluste im deutschen Aktienhandel leicht ausweiten: Am Vortag hatte das Frankfurter Börsenbarometer bereits 0,7 Prozent im Minus bei 11.191,63 Zählern geschlossen.
  • An der Wall Street war der Dow-Jones-Index am Vorabend nach Handelsschluss in Europa weiter zurückgefallen. Der US-Leitindex beendete das Mittwochsgeschäft 2,4 im Minus bei 24.583 Punkten.
07:46 Uhr

Börsianer in Japan ziehen den Kopf ein

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Die Aussichten sahen schon besser aus: In Tokio ziehen sich die Anleger aus dem Aktienmarkt zurück.

REUTERS

Nikkei
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Der japanische Aktienmarkt gerät in den Sog der fallenden Kurse an der Wall Street.

  • Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notiert im späten Tokioter Handel 3,6 Prozent im Minus bei 21.296 Punkten.
  • Der breiter gefasste Topix-Index verliert 2,9 Prozent auf 1604 Zähler.
  • Der MSCI-Index für die asiatisch-pazifischen Märkte außerhalb Japans gibt deutlich moderatere 0,7 Prozent nach.

"Schwache US-Eigenheimdaten, gemischte Unternehmensergebnisse, Handelskriegsängste und Sorgen über eine sich verlangsamende Weltwirtschaft trugen alle zum Ausverkauf bei", fasst ein Händler die Lage aus der Sicht asiatischer Investoren zusammen. Die Stimmung bleibe verhalten, da der Markt weitere Zwischenergebnisse von mehr als einhundert S&P-500-Unternehmen erwarte, darunter auch Schwergewichte wie Amazon, Alphabet oder Comcast.

07:30 Uhr

So steht es um den Leitzins der EZB

*Datenschutz

 

07:12 Uhr

Euro steigt dem EZB-Leitzins entgegen

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Zinsentscheid im Euroraum: Noch liegen die Leitzinsen 0,00 Prozent.

picture alliance / Jens Büttner/

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Am Tag des Zinsentscheids in Europa zieht es den Euro leicht nach oben. Im frühen Handel notiert der Kurs der Gemeinschaftswährung 0,1 Prozent über dem Vorabendniveau.

  • Am Morgen notiert der Euro bei 1,1408 Dollar. Der Kurs zeigt sich damit etwas von den am Vortag markierten Tiefständen erholt, als der Euro bis auf 1,1379 Dollar gefallen war.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB), deren Führungsspitze in den kommenden Stunden zur regulären Oktober-Zinssitzung zusammentritt, hatte den Referenzkurs zur Wochenmitte auf 1,1389 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8780 Euro.
  • Im asiatisch geprägten Handel während der Nacht entwickelte der japanische Yen Investoren zufolge neue Anziehungskraft als "sicherer Hafen", nachdem schwächere Wirtschaftsdaten in Europa und den USA die schwelenden Konjunktursorgen neu angefacht hatten. Die US-Börsen hatten am Mittwoch den größten Tagesverlust seit 2011 verbucht und ihren bisherigen Jahresgewinn damit vollständig ausradiert.

Im Tagesverlauf stehen neue, gewichtige Impulse an: Gegen 10.00 Uhr wird der Ifo-Geschäftsklimaindex zur Konjunkturlage in Deutschland veröffentlicht. Gegen 13.45 Uhr steht dann die Bekanntgabe des EZB-Zinsentscheids an. EZB-Chef Mario Draghi wird wie üblich die Gelegenheit nutzen, um die Einschätzungen und das weitere Vorgehen der Währungshüter zu erläutern.