Freitag, 23. April 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger und Thomas Badtke
17:40 Uhr

Dax testet noch einmal nach unten

Zum Wochenschluss hat sich der Dax noch einmal deutlich nach unten orientiert. Das tagestief markiert der deutsche Börsenleitindex bei 15.149 Punkten - es liegt damit etwa 350 Zähler unterhalb des kürzlich erreichten Allzeithochs. Eine positiv eröffnende Wall Street stützt am Nachmittag dann etwas, sodass der Dax sich am Ende mit einem Abschlag von 0,3 Prozent und einem Stand von 15.280 Punkten ins Wochenende verabschiedet.

"Der Dax hat mächtig vorgelegt - und nun werden Gründe für Gewinnmitnahmen gesucht", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. "Die Anleger halten sich zurück, der Hauptgrund sind die Steuerpläne von US-Präsident Joe Biden", erläutert sie. "Die müssen die Börsianer verdauen."

Dax
Dax 15.363,84

Bei den Einzelwerten stechen Infineon mit einem Aufschlag von mehr als zwei Prozent positiv heraus, nachdem Intel die Erwartungen übertroffen hat. Die Aktien des US-Chipriesen geben an der Nasdaq allerdings deutlich nach. Continental legen knapp zwei Prozent zu. Auf der Verliererseite finden sich Deutsche Wohnen und Bayer mit Abschlägen von jeweils mehr als zwei Prozent an der Spitze wieder. Bei Bayer steht in der kommenden Woche die Hauptversammlung an.

Infineon
Infineon 31,48
Intel
Intel 45,52

 

17:30 Uhr

Luxuskonzern erhöht Anteil: Tod's-Aktienkurs mit Rekord

Dank der geplanten Verdreifachung der Beteiligung durch LVMH auf rund zehn Prozent winkt den Aktien von Tod's der größte Tagesgewinn seit zweieinhalb Jahren. Die Titel des Schuhfabrikanten steigen in Mailand um mehr als 16 Prozent. Insider bezeichnen das Investment als "freundliche Unterstützung" für das Pandemie-bedingt kriselnde Unternehmen. LVMH-Titel bröckeln in Paris um 0,2 Prozent ab.

Tod's
Tod's 47,50
LVMH
LVMH 627,30

 

16:57 Uhr

Greyhound-Mutter verkauft Schulbusgeschäft: Kurssprung

Der 4,6 Milliarden Dollar schwere Verkauf des US-Schulbusgeschäfts an den Finanzinvestor EQT beschert FirstGroup den größten Kurssprung seit einem halben Jahr. Die Aktien des Personenbeförderers, zu dem unter anderem die traditionsreiche US-Busgesellschaft Greyhound gehört, steigen in London zeitweise um 19 Prozent.

16:45 Uhr

E-Mobilitäts-Boom treibt Kupferpreis

In der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage durch den geplanten Ausbau der Elektromobilität und der Ökostrom-Produktion decken sich Anleger mit Kupfer ein. Der Preis für das Industriemetall steigt um gut ein Prozent auf ein Zwei-Monats-Hoch von 9515 Dollar je Tonne. Kurzfristig hielten sie zwar ein Rekordhoch für möglich, konstatieren die Analysten des Research-Hauses Fitch Solutions. Im weiteren Jahresverlauf werde die Nachfrage des wichtigen Abnehmers China aber nachlassen und gleichzeitig das Angebot steigen.

16:32 Uhr

Amex- und Honeywell-Aktien sacken ab

Ein Umsatzschwund verschreckt Anleger bei American Express. Die Aktien des Kreditkartenanbieters fallen dreieinhalb Prozent. US-Bürger konsumierten wegen der Pandemie weniger als sonst und bezahlten daher weniger mit ihren Kreditkarten. Honeywell-Papiere geben 2,5 Prozent nach, nachdem der Industriezulieferer die Umsatzschätzungen für seine Luft- und Raumfahrtsparte verfehlt hatte.

American Express
American Express 129,25
Honeywell
Honeywell 186,00

 

16:18 Uhr

Wall Street geht auf Erholungskurs

Die US-Anleger haben zum Wochenschluss wieder bei Aktien zugegriffen. Maue Firmenbilanzen und die Aussicht auf Steueranhebungen bremsten den Anstieg jedoch. Der Dow-Jones-Index steigt 0,2 Prozent auf 33.867 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewinnt 0,4 Prozent auf 4148 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt 0,6 Prozent auf 13.900 Punkte zu.

Kryptowährungen wie Bitcoin und zu dem Sektor zählende Aktien blieben unter Druck. Für Verunsicherung sorgte weiterhin, dass US-Präsident Joe Biden die Kapitalertragssteuer für Superreiche in Amerika Insidern zufolge auf rund 40 Prozent verdoppeln will. Aktien von Riot Blockchain und Marathon Digital fielen im Sog dessen um bis zu 3,9 Prozent. "Ich bin der festen Überzeugung, dass die Regulierung und Besteuerung von Industrieländern die Achillesferse der Kryptomärkte bleibt", sagte Jeffrey Halley, Marktanalyst beim Handelshaus Oanda.

15:45 Uhr

Bayer erwartet erfolgreichen Jahresstart

Bayer-Chef Werner Baumann blickt zuversichtlich auf die Ergebnisse für das erste Quartal. Es zeichne sich ab, dass Bayer "erfolgreich" ins Jahr gestartet sei, sagt Baumann. "Gerade im Agrargeschäft sehen wir ein Marktumfeld, das uns zunehmend positiv stimmt." Dieses habe sich inzwischen "deutlich verbessert". "Der erhebliche Nachfrageanstieg bei Agrarprodukten hat zu steigenden Preisen geführt." Im vergangenen Jahr hatten milliardenschwere Abschreibungen im Agrargeschäft Bayer schwer zugesetzt.

2021 sei für Bayer "noch ein Jahr des Übergangs". Baumann rechnet mit einem Umsatzwachstum von rund drei Prozent und einem Ergebnis je Aktie leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

15:29 Uhr

Stop-Management zieht Dax abwärts

Schrittweise abwärts geht es für den Dax. Das Minus baut sich auf ein Prozent aus. "Das liegt am Management der Stop-Loss-Marken", meint ein Händler. "Keiner wollte von allein aus dem Markt raus, alle verlassen sich auf ihre Stop-Marken." Zunächst habe der Fall durch die 15.250er-Marke automatisierte Verkäufe ausgelöst, dann die 15.200er. Noch gehe das Ganze "unaufgeregt" vor sich. Unter 15.130 könnte es dann aber "doch etwas lauter werden".

Dax
Dax 15.363,84

15:04 Uhr

Continental überrascht bei Marge: Anleger greifen zu

Wie andre Unternehmen aus dem Automobilsektor hat Continental ein überraschend gutes erstes Quartal hinter sich gebracht. In einer ersten Einschätzung überrasche vor allem die EBIT-Marge positiv, die mit 8,1 Prozent deutlich oberhalb der Erwartung seines Analysten liege und auch deutlich oberhalb des Ziels von fünf bis sechs Prozent in diesem Jahr. Dabei habe der Bereich Rubber Technologies mit einer bereinigten EBIT-Marge von 14,5 Prozent überzeugt. Der Umsatz liege dagegen im Bereich des Erwarteten. Den Ausblick hat das Unternehmen zunächst bestätigt. Mit einem Plus von 2,4 Prozent springt die Aktie zeitweise an die Spitze im Dax.

Continental
Continental 114,42

14:48 Uhr

Aktien von Kampfjetbauer heben ab

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen beschert Saab den größten Kurssprung seit einem Jahr. Die Aktien des Anbieters von "Gripen"-Kampfjets und anderen Rüstungsgütern steigen in Stockholm rund acht Prozent. Das Unternehmen machte bei einem Umsatz von umgerechnet 896 Millionen Euro einen operativen Gewinn von 59 Millionen Euro. Die Experten des Vermögensberaters Kepler Cheuvreux halten auf dieser Basis steigende Analystenprognosen für das Gesamtjahr

Saab
Saab 25,28

14:30 Uhr

Deutsche Wirtschaft verliert Schwung, schafft aber mehr Jobs

Die deutsche Wirtschaft hat im April wegen der dritten Corona-Welle etwas an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - sank um 1,3 auf 56,0 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilt. Das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer konnte damit zwar sein im März erreichtes Drei-Jahres-Hoch nicht halten. Es verharrte aber klar über der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert.

"Die dritte Pandemie-Welle hat verhindert, dass es mit dem deutschen Dienstleistungssektor im April weiter aufwärts geht", erklärt Markit-Ökonom Phil Smith die Entwicklung. Hier sei das Geschäftswachstum wieder zum Erliegen gekommen ist. "Die Industrie boomte hingegen weiter, doch hier begrenzten Lieferprobleme das Wachstum", sagt Smith.

Die Beschäftigung stieg so kräftig wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. "In der Industrie beschleunigte sich der Jobaufbau aufgrund verbreiteter Kapazitätsausweitungen zur Bewältigung der steigenden Nachfrage und fiel so stark aus wie seit August 2018 nicht mehr", hieß es dazu. Im Servicesektor war der Stellenaufbau so kräftig wie zuletzt vor Beginn der Pandemie, da die Unternehmen in den nächsten Monaten mit einer Zunahme der Geschäftsaktivitäten rechnen.

Das Institut wies auf ein Ungleichgewicht von Nachfrage und Angebot in den Lieferketten der Industrie hin, dass die Kosten der Unternehmen weiter in die Höhe trieb. "Schon jetzt steigen sie so rasant wie seit über zehn Jahren nicht mehr", sagte Smith. Während die Verkaufspreise in der Industrie jedoch zunehmend der starken Nachfrage nach deren Erzeugnissen angepasst werden konnten, agierten die Dienstleister bei ihren Angebotspreisen vorsichtiger. Das dürfte ein Überspringen auf die Verbraucherpreise begrenzen, sagte Smith.  

14:02 Uhr

Bidens Steuerpläne wirken an Wall Street

An der Wall Street scheinen sich die Anleger zum Wochenausklang etwas von dem Schrecken erholt zu haben, den ihnen am Donnerstag ein Medienbericht über Pläne der US-Regierung zur Erhöhung der Kapitalertragssteuer eingejagt hatte. Die Futures auf die wichtigen US-Aktienindizes deuten eine gut behauptete Eröffnung am Kassamarkt an.

Dass US-Präsident Joe Biden das in der Corona-Krise beschlossene, billionenschwere Konjunkturprogramm über Steuererhöhungen gegenfinanzieren wolle, sei bekannt gewesen, heißt es von Beobachtern. Fraglich sei allerdings, wie diese aussehen würden.

Ablenkung vom Steuer-Thema bieten Konjunkturdaten und Zahlenausweise bedeutender Unternehmen. Geschäftszahlen werden unter anderem von American Express und Honeywell erwartet. Am Donnerstag nach Börsenschluss hat Intel über den Verlauf des ersten Quartals berichtet. Die Zahlen des Chipkonzerns lagen über den Erwartungen. Außerdem hob Intel den Ausblick an. Allerdings brach das wettbewerbsintensive Servergeschäft ein, was für die Anleger wohl schwerer wiegt als die positiven Nachrichten: Die Aktie gibt vorbörslich um 2,8 Prozent nach.

Auf der Konjunkturseite werden die Markit-Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Servicesektor im April veröffentlicht, gefolgt von den März-Daten zu den Neubauverkäufen.

13:47 Uhr

Deka will Bayer-Vorstand nicht entlasten

Die Fondsgesellschaft Deka will bei der Hauptversammlung von Bayer am kommenden Dienstag gegen die Entlastung des Vorstands stimmen. "Das einst so stolze Unternehmen Bayer ist nur noch ein Schatten seiner selbst", kritisiert der Leiter Corporate Governance & Nachhaltigkeit bei Deka Investment, Ingo Speich,. "Das Jahr 2020 hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Kauf von Monsanto eine Fehlentscheidung war", sagt er mit Blick auf milliardenschwere Abschreibungen im Agrargeschäft und Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat. Diese hatte sich Bayer mit der Übernahme von Monsanto ins Haus geholt. Der Kursverfall der Bayer-Aktie seit der Ankündigung der Übernahme sei beispiellos.

Nach Einschätzung von Speich befindet sich der Vorstand mitten in einer Vertrauenskrise. Der Kapitalmarkttag im März, bei dem Bayer neue Geschäftsziele veröffentlicht hatte, sei "ohne positive Effekte für die Aktionäre verpufft". Das Management habe nicht überzeugend erklärt, wie Bayer die auslaufenden Patente in der Pharmasparte und die damit verbundenen Umsatzausfälle kompensieren wolle. "Der Vorstand muss nun schnell liefern, ansonsten könnte Bayer auf dem Abstellgleis landen", fürchtet Speich. Die Deka ist nach Daten von Refinitiv der zwölftgrößte Anteilseigner des Leverkusener Agrarchemie- und Pharmakonzerns.

Bayer
Bayer 55,57

13:06 Uhr

Bitcoin-Kursrutsch setzt Kryptowerten zu

Der Kurssturz bei Bitcoin und Ethereum löst einen Ausverkauf bei Werten aus dem Kryptowährungssektor aus. So fallen die Papiere von Coinbase, Riot, Marathon, Overstock und Silvergate im vorbörslichen US-Geschäft um bis zu zehn Prozent. Die Titel der deutschen Bitcoin Group, die eine Kryptowährungsbörse betreibt, büßen knapp fünf Prozent ein. Die Titel der Softwarefirma Microstrategy, die Milliarden in Bitcoin investiert hat, geben sechs Prozent nach.

Bitcoin
Bitcoin 44.663,00

 

12:49 Uhr

Zinserhöhung in Russland? Rubel prescht vor

In Erwartung einer Zinserhöhung der russischen Notenbank decken sich Anleger mit der Währung des Landes, Rubel, ein. Im Gegenzug fällt der Dollar um 0,3 Prozent auf ein Dreieinhalb-Wochen-Tief von 74,99 Rubel. Dank der Entspannung im Ukraine-Konflikt könnte der Schlüsselsatz allerdings nur um einen Viertel statt einen halben Prozentpunkt angehoben werden, prognostizieren die Experten der Rosbank. Aktuell liegt der Leitzins bei 4,5 Prozent.

12:10 Uhr

Allfunds liefert starkes Börsendebüt

Beim Börsendebüt von Allfunds in Amsterdam greifen Anleger beherzt zu. Die Aktien des Fondsvertriebs steigen auf 13,41 Euro. Das ist ein Plus von knapp 17 Prozent zum Ausgabepreis von 11,50 Euro. Damit wird das spanische Unternehmen mit mehr als acht Milliarden Euro bewertet.

11:51 Uhr

Kaufempfehlung beflügelt Vossloh

Ein positiver Analystenkommentar hievt Vossloh an die Spitze des SDax. Die Aktien des Verkehrstechnik-Konzerns steigen mehr als sechs Prozent. Die Experten der Deutschen Bank haben die Papiere von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 40 auf 56 Euro angehoben.

Vossloh
Vossloh 43,70

11:24 Uhr

Forscher warnen vor Immobilienblase

Forscher warnen vor einer Blasengefahr auf dem Immobilienmarkt. Das Rückschlagpotenzial sei im ersten Quartal dieses Jahres in den größten sieben Städten Deutschlands auf 46 Prozent gestiegen, bundesweit auf 28 Prozent, wie das "Handelsblatt" aus einer Analyse des Marktforschungsinstituts Empirica zitiert. "Selbstverständlich haben wir eine Immobilienblase", sagte Empirica-Chef Reiner Braun. Kaufpreise für Eigentumswohnungen, die mehr als zehn Jahreseinkommen in den Top-7-Städten kosten, seien dauerhaft nicht zu erzielen. Entweder die Einkommen stiegen drastisch oder die Preise würden irgendwann fallen. "Angesichts der deutschen Exportabhängigkeit und ungelöster Strukturprobleme sind Einkommenszuwächse auf breiter Front aber eher unwahrscheinlich", warnte der Experte.

11:06 Uhr

Baubranche verzeichnet Auftragsrekord

Die Aufträge für das deutsche Bauhauptgewerbe sind im Februar so hoch ausgefallen wie noch nie in diesem Monat. Sie summierten sich auf rund 7,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das waren 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor "und damit der höchste jemals gemessene Wert an Neuaufträgen in einem Februar in Deutschland". Inflations-, saison- und kalenderbereinigt gab es hingegen gemessen am Vormonat einen Rückgang um 3,7 Prozent. Die Baubranche hat sich im Corona-Jahr 2020 als Konjunkturstütze erwiesen. Niedrige Zinsen und der anhaltende Bedarf an Wohnungen stützen die Nachfrage.

 

10:44 Uhr

"Exzellentes" China-Geschäft: Remy Cointreau nimmt großen Schluck

Der Lust auf Hochwertiges hat den Umsatz des französischen Spirituosenherstellers Remy Cointreau angeschoben. Im vierten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 15,1 Prozent auf 229 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilt. Rund 163 Millionen Euro davon gingen auf das Konto von Cognac. Hier stieg der Umsatz um 18,2 Prozent - angetrieben von einem "exzellentem" Geschäft rund um das chinesische Neujahrsfest. Auch in den USA blieb die Nachfrage nach Cognac hoch. Für das Gesamtjahr 2020/21, das Ende März endete, erwartet Remy Cointreau ein organisches Plus beim operativen Gewinn von zehn Prozent. Das Unternehmen sprach zudem von einem guten Start in das neue Geschäftsjahr 2021/22. Die Aktien reagierten kaum auf den Zahlenausweis.

Remy Cointreau
Remy Cointreau 165,90

10:03 Uhr

Daimler erhöht Renditeziel: Aktie profitiert

Mit Vorlage der endgültigen Zahlen hat Daimler die Renditeziele für die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Mobility angehoben. So erwarten die Stuttgarter für das Geschäft mit Premiumautos und Vans dieses Jahr nun eine bereinigte Umsatzrendite von 10 bis 12 Prozent, nach zuvor 8 bis 10 Prozent. "Nachdem bei den vorläufigen Zahlen eine zweistelligen Rendite bereits angestrebt wurde, ist das keine große Überraschung mehr", kommentiert ein Marktteilnehmer.

Das Daimler den ausgewiesenen Free Cash Flow des Industriegeschäfts im Jahr 2021 unter dem Wert von 2020 erwarte liege am US-Vergleich im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal. Der bestätigte Ausblick sei positiv, allerdings müsse hier beachtet werden, in wie weit es auf Grund der aktuellen Chip-Mangels zu möglichen Produktionsunterbrechungen komme. Daimler-Aktien ziehen 2,3 Prozent an.

Daimler
Daimler 73,60

 

09:43 Uhr

Zahl der Hybrid-Autos steigt rapide

In der Europäischen Union entscheiden sich immer mehr Verbraucher für Hybrid-Fahrzeuge. Fast jedes fünfte neu zugelassene Auto in der EU sei im ersten Quartal ein Hybrid-Auto gewesen, teilte der europäische Herstellerverband Acea mit. Im Vergleich zum Vorjahresquartal habe sich die Zahl auf knapp 470.000 verdoppelt. Auch die Nachfrage nach batteriebetriebenen Autos sowie Plug-In-Hybriden habe in den ersten drei Monaten des Jahres zugenommen.

Vor allem in den wirtschaftsstärkeren EU-Staaten entschieden sich Verbraucher zunehmend für Hybrid-Elektrowagen: In Italien wurden mehr als 120.000 neue Modelle zugelassen, in Deutschland waren es gut 100.000.

Für die alten Auto-Technologien sah es dagegen schlechter aus. Machten Diesel-Autos im Vorjahresquartal noch etwa 30 Prozent des Marktanteils aus, repräsentierten sie zuletzt nur noch weniger als ein Viertel aller neu zugelassenen Autos in der EU. Auch Benziner mussten Federn lassen, ihr Anteil rutschte um rund 10 Prozentpunkte auf 42,2 Prozent.

09:07 Uhr

"Dax neigt zur Schwäche"

Der Dax strebt der nächsten Gewinnwoche entgegen, ein schwacher Wochenauftakt wurde in den vergangenen Handelstagen ausgeglichen - allein am Donnerstag war der deutsche Börsenleitindex 0,8 Punkte auf 15.312 Zähler geklettert. Damit überwand er auch sein altes Allzeithoch von Osterdienstag, das neun Stellen niedriger liegt. Allerdings: Zum Start in den Freitagshandel kann der Dax die Marke nicht halten, er verliert 0,2 Prozent auf 15.288 Punkte.

"Der Markt neigt heute zunächst eher zur Schwäche", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. Dass der Abschlag gering ausfalle, liege auch an Daimler, die mit ihren endgültigen Zahlen und insbesondere dem Ausblick den Markt überzeugt hätten. Die Daimler-Aktie legt zu.

08:56 Uhr

Öl wird teurer

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picture alliance/dpa/ARPS/Shell

Die Ölpreise weiten ihre leichten Aufschläge von gestern moderat aus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet 65,75 US-Dollar. Das sind 35 Cent mehr als gestern. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt um 45 Cent auf 61,88 Dollar.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 68,63

Am Ölmarkt gehen derzeit kurzfristige Nachfragesorgen mit längerfristigen Hoffnungen einher. Kurzfristig besteht die Sorge, dass die angespannte Corona-Lage in großen Nachfrageländern wie Indien belastet. Mittel- bis längerfristig jedoch ruhen die Hoffnungen auf fortschreitenden Impfkampagnen, weniger Corona-Beschränkungen und einer anziehenden Nachfrage nach Erdöl.

Trotz hoher Risiken will der Ölverbund Opec+ sein Angebot in den kommenden Monaten Zug um Zug ausweiten. Der Kurs dürfte ein Kompromiss zwischen eher vorsichtig agierenden Ölanbietern wie Saudi-Arabien und Russland sein, das auf ein höheres Angebot drängt.

08:35 Uhr

Bitcoin fällt kräftig

Bitcoin ist erstmals seit dem 8. März unter die Marke von 50.000 Dollar gerutscht. Der Kurs fiel auf der Handelsplattform Bitstamp im frühen Handel auf etwas mehr als 48.000 Dollar, konnte sich zuletzt aber wieder etwas erholen. Mit einem Kurs von gut 49.800 Dollar liegt der Bitcoin aber immer noch rund vier Prozent unter dem Niveau vom Donnerstagabend.

Die Kryptowährung steht seit einigen Tagen unter Druck - unter anderem wegen Berichten über ein schärferes Vorgehen der Vereinigten Staaten gegen die Verwendung von Digitalwährungen bei Geldwäsche. Seit dem Mitte April erreichten Rekordhoch von knapp 65.000 Dollar summiert sich das Minus auf fast ein Viertel.

Ein weiterer Grund für die Kursverluste sind wohl die Pläne von US-Präsident Joe Biden, die Kapitalertragssteurn - also auf etwa an den Börsen erzielte Gewinne- zu erhöhen. Börsianer befürchten, dass dies die Attraktivität von Kryptowährungen als Geldanlage schmälert. Einige Fonds hätten auf die Nachrichten mit aggressiven Verkäufen reagiert, sagte Avi Felman, Chef-Händler des auf Kryptowährungen spezialisierten Vermögensverwalters Blocktower. Die Nummer zwei der Cyber-Devisen, Ethereum, büßt gut zwölf Prozent auf 2115 Dollar ein. Gestern hatte sie noch ein Rekordhoch von 2645,75 Dollar erreicht.

Vor allem bei Ethereum seien die Kursverluste aber zu einem nicht unerheblichen Teil eine Reaktion auf vorangegangene Kursgewinne, warf Chris Weston, Chef-Analyst des Brokerhauses Pepperstone, ein. "Es hat sich im Vergleich zu Bitcoin deutlich überdurchschnittlich entwickelt." Seit Jahresbeginn hat Ethereum knapp 230 Prozent zugelegt, fast vier Mal so stark wie Bitcoin.

Trotz der jüngsten Verluste liegt der Bitcoin mittel- und langfristig immer noch deutlich im Plus. Seit Ende 2020 beläuft sich der Anstieg noch auf 70 Prozent. Auf Jahressicht liegt das Plus bei mehr als 500 Prozent und in den vergangenen fünf Jahren zog der Kurs mehr als 10.000 Prozent an.

08:11 Uhr

Wirtschaftsforscher erwarten "Sterben der Innenstädte"

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picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Deutsche Verbraucher gewöhnen sich einer Studie des Ifo-Instituts zufolge zunehmend an den Online-Kauf von Bekleidung sowie Haushaltswaren und -geräten. Während der Öffnungen nach dem Corona-bedingten Lockdown im Sommer 2020 sei das Verhältnis Offline- zu Onlinehandel nahezu auf Vorkrisenniveau zurückgekehrt.

Doch seitdem habe der Internethandel fast stetig angezogen und Anfang Dezember zum Weihnachtsgeschäft bei Haushaltsgeräten bei 250 Prozent des Vorkrisenniveaus gelegen, wie aus der Untersuchung der Münchner Forscher in Kooperation mit der TU München und der Digitalbank N26 hervorgeht. Im Februar sei dieser Wert sogar auf 350 Prozent gestiegen.

"Spätestens seit letztem Sommer beobachten wir massive Strukturverschiebungen hin zum Onlinegeschäft – auch jenseits der Lockdowns", sagt der Leiter des Ifo-Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, Oliver Falck. "Unsere Daten legen den Schluss nahe, dass die Krise das Sterben der Innenstädte befördert." Seit Anfang Dezember liegen demnach die stationären Einkäufe in den beiden untersuchten Produktgruppen, die traditionell in innerstädtischen Kaufhäusern und Geschäften erworben wurden, unter dem Niveau des Vorjahres.

Eine frühere Studie hatte ergeben, dass die Ersparnisse der Konsumenten im ersten und zweiten Lockdown jeweils kräftig gestiegen sind. "In der zweiten Hälfte 2021 werden die Menschen diese aufgestaute Kaufkraft ausgeben", prognostizierte Falck. "Der Handel muss sich etwas einfallen lassen, wenn sie die Leute dann wieder in die Geschäfte locken wollen."

07:45 Uhr

China beschert Daimler Milliardengewinn

Daimler hat dank hoher Nachfrage in China und Kostensenkungen im ersten Quartal den Gewinn gegenüber dem sehr schwachen Vorjahresquartal vervielfacht. Dank Rückenwind aus China, vorteilhafter Preisdurchsetzung und Kostendisziplin stieg der Konzerngewinn auf 4,4 Milliarden Euro, wie Finanzchef Harald Wilhelm mitteilte.

Daimler
Daimler 73,60

Im ersten Quartal 2020, als die Corona-Krise die Autoindustrie weltweit begann lahmzulegen, hatte der Dax-Konzern nur rund 170 Millionen Euro verdient. In diesem Auftaktquartal war der Gewinn mehr als doppelt so hoch wie im Vorkrisenjahr 2019. "Nach diesem vielversprechenden Start sind wir sehr zuversichtlich, dass wir bei der nachhaltigen Verbesserung unserer Renditen weiterhin schnell vorankommen, während wir gleichzeitig unser Elektro-Fahrzeugportfolio weiter ausbauen", so Wilhelm.

Der Stuttgarter Konzern hatte am 16. April schon Eckdaten für Januar bis März vorab bekannt gegeben, da diese weit über den Markterwartungen lagen. Das Hauptgeschäft, die Pkw-Tochter Mercedes-Benz Cars & Vans, erzielte eine Rekordrendite von 14,3 Prozent, weit über der selbst gesetzten Zielmarke von acht bis zehn Prozent im Gesamtjahr. Daimler stellte deshalb jetzt eine höhere Rendite im Gesamtjahr von zehn bis zwölf Prozent in Aussicht.

07:36 Uhr

Dax niedriger erwartet

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag niedriger starten. Gestern hatte er 0,8 Prozent im Plus bei 15.320 Punkten geschlossen.

Dax
Dax 15.367,68

Die Richtung gibt die Wall Street vor. Hier verschreckte im Handelsverlauf ein Bericht die Investoren, dass US-Präsident Joe Biden erwägt, die Kapitalertragssteuer für gutverdienende Investoren kräftig zu erhöhen. Inzwischen haben sich die Futures auf den S&P-500 zu einem Teil erholt.

Die geplante Steuererhöhung sei keine Überraschung, kommentiert Quincy Krosby, Chefstratege bei Prudential Financial, und spricht von einer reflexartigen Reaktion des Marktes. Es sei weniger eine Frage des "ob" oder "wann", sondern des "wie hoch" gewesen. So scheint der Steuersatz auch weiter nicht in Stein gemeißelt, heißt es am Morgen aus dem Handel.

07:22 Uhr

Bidens Pläne sorgen für Kursverluste

An den asiatischen Aktienmärkten setzt sich eine mehrheitlich negative Tendenz durch. Und dort, wo es nach oben geht, fallen die Aufschläge äußerst moderat aus. Händler verweisen auf die Verluste der Wall Street.

US-Präsident Joe Biden will Insidern zufolge für Investitionen in Bereiche wie Bildung und Kinderversorgung die Steuern für Wohlhabende deutlich anheben. Unter anderem solle im Rahmen des "American Families Plan" die Kapitalertragsteuer für Bürger mit einem Jahreseinkommen von mehr als eine Million Dollar auf 39,6 Prozent fast verdoppelt werden. Das Steuervorhaben sei eine willkommene Gelegenheit für eine Konsolidierung der hohen Bewertungen am Markt, heißt es.

An anderer Stelle wird weiter auf die explodierenden Infektions- und Todeszahlen in Indien verwiesen. In keinem anderen Land der Welt wütet die Corona-Pandemie derart verheerend. Aber auch in anderen Staaten und Regionen sei das Virus wieder auf dem Vormarsch, heißt es mit Blick auf die Verunsicherung am Aktienmarkt.

Nikkei
Nikkei 27.824,83

Tokio bleibt kurzfristig die Börse mit den heftigsten Ausschlägen in beide Richtungen, schaut man auf die vergangenen Tage. Zum Wochenschluss fällt der Nikkei-225 um 0,8 Prozent - belastet vom steigenden Yen. Zudem belasten Sorgen über neue Coronabeschränkungen im Großraum Tokio und Osaka das Sentiment. Elektronik-, Technologie- und Automobilwerte führen das Feld der Verlierer an. Diese leiden besonders unter dem steigenden Yen, weil sie sehr exportabhängig sind. Nidec brechen um 7,1 Prozent ein, die Viertquartalszahlen des Herstellers von Elektromotoren überzeugen nicht.

Erstaunlich robust zeigen sich die Börsen in China. Shanghai behauptet sich gut, und Hongkong zeigt sich sogar fester. Händler warnen aber vor zuviel Optimismus angesichts der globalen Corona-Situation. Der könne sich China mit seiner Bedeutung des Exports kaum entziehen, heißt es. Zudem dürften die jüngsten Maßnahmen zur Kapitalbeschaffung auf Unternehmensseite wie Platzierungen die Liquidität austrocknen. In Hongkong stützen vor allem Technologiewerte.

Auch der Kospi in Südkorea schlägt sich wacker und dreht knapp ins Plus. Der Autohersteller Hyundai hatte gestern kurz vor Börsenschluss in Seoul Erstquartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen hat unter dem Strich fast drei Mal so viel verdient wie vor einem Jahr. Die Aktien stiegen daraufhin gestern deutlich, nun gibt die Aktie knapp 2 Prozent ab. Auch Wettbewerber Kia hat Geschäftszahlen vorgelegt. Die Titel geben über 2 Prozent nach.

06:58 Uhr

Audi drosselt die Produktion

Der Chipmangel in der Autoindustrie trifft auch den Autohersteller Audi. Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, stoppt das Unternehmen wegen Problemen bei der Versorgung mit Halbleitern am Standort Neckarsulm kommende Woche teilweise die Produktion.

"Aufgrund fehlender Halbleiter-Teile findet bei den Modellen A6 und A7 in der Woche von 26. bis 30. April keine Produktion statt", teilte Audi der Zeitung mit. Die betroffenen Mitarbeiter gehen für diese Zeit in Kurzarbeit. Auch für den zweiten deutschen Produktionsstandort in Ingolstadt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Kurzarbeit beantragt.

06:30 Uhr

Das wird für den Dax heute wichtig

Zum Wochenschluss könnte es für den Dax weiter nach oben gehen. Am Donnerstag hatte der deutsche Börsenleitindex deutlich fester geschlossen und den Handel mit 15.312 Punkten beendet. Das alte Allzeithoch von 15.312 Zählern von Osterdienstag ist damit überwunden. Charttechniker sehen darin ein positives Signal dafür, dass der Leitindex wieder in Richtung seines aktuellen Rekords von 15.502 Zählern ziehen könnte.

Impulse könnten frische Einkaufsmanagerindizes liefern. Daten dazu kommen etwa aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. In den USA stehen zudem die Neubauverkäufe auf der Agenda.

Mehr los ist aber bei den Unternehmen: So veröffentlicht Daimler seine endgültigen Quartalszahlen. Merck, der Linde-Konkurrent Air Liquide sowie Schaeffler und Software AG folgen. American Express und Honeywell geht indes die US-Berichtssaison weiter.

Genauer hinschauen dürften Anleger auch auf die Neuwagenverkäufe mit alternativen Antrieben. Hierzu veröffentlicht der europäische Branchenverband Acea Zahlen. Und auch der Wirecard-Untersuchungsausschuss bleibt interessant: Nach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz steht heute Bundeskanzlerin Angela Merkel Rede und Antwort rund um den wohl größten Wirtschaftsskandal der deutschen Geschichte.

Was den Dax am Donnerstag bewegt hat, lesen Sie hier.

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