Kolumnen

Inside Wall Street Geld stinkt nicht

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Ganz billig wird die Nutzung der Luxus-Toiletten nicht.

(Foto: www.poshstowandgo.com)

Wer auf Toilette muss, muss auf Toilette. Eine New Yorker Firma will sich das zunutze machen und in Manhattan Luxus-Aborte aufstellen. Wer die allerdings aufsuchen möchte, muss viel Geld bezahlen.

Womit verdient man Geld… so richtig viel Geld? An der Börse kann mal schon einmal den Überblick verlieren. Coca-Cola gehen die Kunden aus, und die Autohersteller haben nur knapp eine Branchenpleite abgewandt, obwohl ihre Produkte seit hundert Jahren zum Alltag gehören. Dafür gehen Firmen an die Börse, die per Handy Bonbons verschieben oder virtuelles Heu an virtuelle Kühe verfüttern und sich das ganze in einer Phantasiewährung bezahlen lassen.

Ganz sauber mag das nicht sein, doch an der Wall Street hält man es mit dem alten Vespasian. Pecunia non olet - Geld stinkt nicht. Und damit wären wir bei "Posh Stow and Go" angekommen, einer New Yorker Firma, die den Toilettengang im Big Apple revolutionieren will. Bedarf gibt es durchaus. Die Stadt ist groß, zigtausende Einheimische und Touristen drängen sich an Times Square und Fifth Avenue. Die müssen alle irgendwann mal und haben oft keine Gelegenheit. In die teuren Boutiquen traut man sich nicht rein, und an den Türen zu Restaurants und Kneipen steht: Toiletten nur für Kunden. Oft sind McDonald's und Starbucks die Retter in der Not – doch, o weh, wer da schon einmal das Örtchen gesehen hat, der will sich doch lieber noch ein Stündchen zusammenreißen.

"Posh Stow and Go" will nun Abhilfe schaffen und Luxusklos anbieten. Stehen tut noch keine der heimeligen Anlagen, doch im Internet gibt es bereits vielversprechende Bilder. Die zeigen ein breites Parkett im Aufenthaltsraum, eine Ledergarnitur zum Verschnaufen, Schließfächer für all das, was man zum Thron nicht mitnehmen will... ja, und dann eben das Klo selbst: eine schalldichte Kabine, saubere Schüssel, privates Waschbecken - hier fühlt man sich wohl.

Nicht ganz billig

Doch wer in den Genuss eines angenehmen Klobesuchs kommen will, der wird zur Kasse gebeten. Satte acht Dollar kostet ein Tagespass, der dem Kunden dann allerdings bald alle Luxusklos in New York öffnen soll. Erhältlich sind Pässe ab einem Minimum von drei Tagen - das macht 24 Dollar, plus 15 Dollar Jahresbeitrag. Denn nur Mitglieder dürfen die Pässe kaufen. Man darf sich fragen, wie viele New Yorker (oder Touristen) solche Beträge ausgeben, um sich stilvoll zu entleeren.

Doch die findigen Entrepreneurs glauben fest an den Erfolg, wollen sogar die Zahl der ausgegebenen Mitgliedschaften limitieren, um einen reibungslosen Ablauf auf jedem Klo zu garantieren und den Kunden unangenehmes Warten zu ersparen. Man plant Toiletten für alle touristischen Ecken Manhattans: entlang des Broadway, am Times Square, Downtown, im Greenwich Village, sogar an der Freiheitsstatue - kurz, überall, wo man mal muss. Los geht es im Juni, und die Wall Street freut sich wohl schon auf einen bevorstehenden Börsengang. Denn nie zuvor hat jemand so direkt mit Sch... Geld gemacht.

Quelle: ntv.de