Marktberichte

Acrux minus 33 Prozent Asien-Börsen schauen in die Ukraine

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(Foto: REUTERS)

Das bestimmende Thema an den Aktienmärkten bleibt auch in der neuen Handelsowche die Krise in der Ukraine. An den Fernost-Börsen ist die Verunsicherung an den Kursen direkt abzulesen.

Die ostasiatischen Aktienmärkte sind mit Kursverlusten in die neue Woche gestartet. Die Eskalation in der Ostukraine, wo russlandfreundliche Separatisten Militärbeobachter der OSZE entführt haben, macht die Anleger zunehmend nervös. Zumal der Westen unter Führung der USA vermutlich noch am Montag mit einer Verschärfung seiner Sanktionen gegen Russland reagieren will. Gleichwohl fielen die Verluste an den meisten Börsen der Region eher moderat aus.

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An den beiden wichtigsten Plätzen - in Tokio und Schanghai - ging es dagegen deutlicher abwärts. Der Nikkei-Index verlor knapp 1 Prozent auf 14.288 Punkte, nachdem er sich im Schlussgeschäft von noch höheren Verlusten erholen konnte. Zusätzlicher Gegenwind kam vom etwas steigenden Yen, der von seinem Ruf als sicherer Hafen in Krisenzeiten profitierte. Der Dollar ging zuletzt mit 102,15 Yen um, verglichen mit Höchstständen von gut 102,40 am Freitag.

Apple-Zulieferer mit Problemen

Zu den größeren Verlierern in Tokio gehörten Honda. Sie verloren fast 5 Prozent, nachdem der zweitgrößte Autohersteller des Landes mit seinem Ausblick die Erwartungen des Marktes verfehlt hatte. Suzuki Motors büßten 3,5 Prozent ein, belastet von einem unerwartet niedrigen Nettogewinn bei der indischen Tochter Maruti Suzuki. Gewinne verzeichneten die Kurse des Roboterbauers Fanuc und des Baumaschinenherstellers Komatsu nach Vorlage von Geschäftszahlen und Ausblicken. Ein neu aufgelegtes Aktienrückkaufprogramm trieb den Kurs von NTT Docomo um rund vier Prozent an.

Für Japan Display ging es um 16 Prozent abwärts. Der Apple-Zulieferer hatte seinen Gewinnausblick nur einen Monat nach seinem 3,2 Milliarden Dollar schweren Börsengang gesenkt. Mit 672 Yen fiel der Kurs deutlich unter den seinerzeitigen Eröffnungskurs von 763 Yen.

Schlechte Stimmung in Schanghai

In Schanghai verloren die Kurse im Schnitt 1,6 Prozent. Für Verstimmung sorgte, dass die Regulierungsbehörden offenbar wieder Börsengänge zulassen will, nachdem diese zwei Monate ausgesetzt waren. Im Handel machte sich daraufhin die Befürchtung breit, dass zur Zeichnung dieser vermutlich im Mai an die Börse kommenden Papiere Liquidität vom Aktienmarkt abgezogen werden könnte. Für Zurückhaltung sorgte aber auch, dass im Laufe der Woche wichtige Konjunkturdaten aus dem Verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht werden, die Aufschluss über das Wachstum in China liefern werden.

Spekulationen über eine nachlassende Wachstumsdynamik drückten die Kurse konjunktursensitiver Aktien wie Shanxi Coking, Shanghai Datun Energy oder Western Resources um bis zu acht Prozent ins Minus. Gegen den Trend legten die Aktien der China Construction Bank Corporation leicht zu nach Bekanntgabe eines Anstiegs des Nettogewinns im ersten Quartal von 10 Prozent. China Life Insurance rutschten nach einem Rückgang des Gewinns im ersten Quartal um 28 Prozent um 2,8 Prozent ab.

Acrux brechen ein

Ein kleines Plus von 0,1 Prozent bescherte dem S&P/ASX 200 in Sydney ein neues Sechsjahreshoch. Gegen den leicht positiven Trend brach der Kurs des Pharmaunternehmens Acrux um ein Drittel ein. Hintergrund ist ein starker Umsatzrückgang des Acrux-Partners Eli Lilly mit dem Testosteron-Präparat Axiron. Damit sei eine Meilensteinzahlung von 50 Millionen Dollar an Acrux in Gefahr geraten, hieß es im Handel. Verkauft wurden auch Rohstoffaktien nach einem Rückgang des Eisenerzpreises.

Am Rohstoffmarkt herrschte trotz der Zuspitzung in der Ukraine und der drohenden zusätzlichen Sanktionen gegen Russland relative Ruhe. Die Feinunze Gold kostete mit 1.304 Dollar rund drei Dollar mehr als am Freitag. Das Barrel Öl der Nordseesorte Brent ging mit 109,91 Dollar um, verglichen mit gut 109,50 zum Schluss der Vorwoche.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ