Marktberichte

Musik in Einzelwerten Asien-Börsen werden gutgelaunter

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(Foto: dpa)

In den ostasiatischen Börsen herrscht nicht übermäßig viel Bewegung. Im Fokus stehen die anhaltende Krise in der Ukraine und eine Anhörung von Fed-Chefin Janet Yellen.

An den ostasiatischen Aktienmärkten spielt die Musik weiter vor allem bei Einzelwerten. In der Breite fielen die Bewegungen an den einzelnen Börsen überwiegend gering aus. Lediglich in Schanghai und Hongkong machte sich mit fortlaufendem Handel eine Stimmungsverbesserung breit. In Seoul profitierten die Kurse vom größten Mittelzufluss an den Aktienmarkt aus dem Ausland seit Oktober, was Teilnehmern zufolge einen Trendwechsel signalisieren könnte.

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Für etwas Zurückhaltung habe das Warten vieler Akteure auf den Auftritt der neuen US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Bankenausschuss des US-Senats gesorgt, hieß es. Die Frage dabei sei, ob sich Yellen beeindruckt zeigen werde von den zuletzt überwiegend eher enttäuschend ausgefallenen US-Konjunkturzahlen und eine Abweichung vom eingeschlagenen Tapering-Kurs erkennen lasse.

"Es wird zwar wichtig sein zu sehen, wie die Yellen-Aussagen interpretiert werden; der Markt dürfte aber dennoch einige Zeit vor sich hindümpeln, zumindest solange, bis (der japanische) Ministerpräsident Abe konkrete Maßnahmen zu Strukturreformen angekündigt hat", meinte ein Teilnehmer in Tokio.

Nikkei setzt bei dünnen Umsätzen zurück

Dort gab der Nikkei-Index bei sehr niedrigen Umsätzen um 0,3 Prozent auf 14.923 Punkte nach. Der Kurs der Shinsei Bank schoss um 5,4 Prozent nach oben, nachdem General Electric mitgeteilt hatte, der Bank 1,7 Milliarden Dollar für die Erstattung von Zinsansprüchen zu zahlen. Nintendo gaben um 3,9 Prozent nach. Händler brachten das Minus in Zusammenhang mit der Forderung eines Fondsmanagers, dass Nintendo mehr im Online-Spiele-Bereich tun müsse.

Die Fantasie über den gemeinsamen Aufbau einer Batteriefabrik mit dem Elektroautobauer Tesla trieb den Kurs von Panasonic weiter. Nach dem Aufschlag von 5,7 Prozent am Mittwoch stieg die Aktie um weitere 2,6 Prozent. Tesla will für bis zu 5 Milliarden US-Dollar ein Werk zum Bau von Lithium-Ionen-Batterien errichten. Ob sich Panasonic daran beteiligt, ist unklar. Panasonic ist Teslas Hauptlieferant für Batterien.

China-Börsen ignorieren schwächeren Yuan

In China zogen die Börsen im Verlauf an, unbeeindruckt von einer neuerlichen Liquiditätsverknappung im Bankensystem des Landes - bereits der vierten in den vergangenen zehn Tagen. Teilnehmer erklärten die positive Reaktion damit, dass die Notenbank betont habe, dass es sich um eine "ganz übliche Praxis" handele, da nach Beendigung der Neujahrsfeiertage viel Geld an die Banken zurückfließe. "Das bedeutet nicht, dass sich unsere geldpolitische Ausrichtung ändert", sagte ein Offizieller der People's Bank of China und ergänzte: "Auf die Liquidität am Aktienmarkt dürfte das keine entscheidende Wirkung haben".

Für Rückenwind sorgten außerdem Aussagen des Börsenbetreibers in Schanghai, wonach die Regulierungsbehörden die sogenannten Blue Chips stärken wollten. Gerade vor dem Hintergrund der deutlich besseren Entwicklung des Aktienmarktes für Start-up-Unternehmen in Shenzen seien das gute Nachrichten, meinte Analyst Tang Yonggang von Hongyuan Securities.

Zur besseren Stimmung trug auch bei, dass die zuletzt belastenden Sorgen über das sich verlangsamende Wachstum im Immobiliensektor in den Hintergrund gedrängt wurden. Der Markt rechne damit, dass die Banken den Sektor letztlich nicht im Stich lassen werden, zumal er auch für die Wirtschaft des Landes insgesamt ein wichtiger Pfeiler sei, hieß es.

Reformhoffnungen pushen Hongkong

Das deutliche Plus in Hongkong von 1,8 Prozent erklärten Marktbeobachter mit kräftigen Gewinnen von Indexschwergewichten. So verteuerten sich Sinopec um 5,3 und PetroChina um 1,9 Prozent. Immer noch stützten Händlern zufolge Berichte über bevorstehende Reformen im chinesischen Energiesektor. Zusätzlich gestützt wurden Sinopec von einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs.

Um 5,3 Prozent nach oben ging es auch für den Internetriesen Tencent Holdings. Für Fantasie sorgte hier, dass das Unternehmen eine Bank damit beauftragt hat, den Kauf des chinesischen Online-Händlers JD.com zu prüfen. Damit könnte ein starker Konkurrent für Alibaba entstehen, das bislang das Internetgeschäft in China dominiert.

In Sydney schloss der S&P/ASX-200 rund 0,5 Prozent schwächer, belastet von im vierten Quartal niedrigeren Investitionen der Unternehmen. "Die Zahlen beinhalten ein beträchtliches Abwärtsrisiko für den Wachstumsausblick Australiens in den kommenden 18 Monaten", sagte Paul Bloxham, Chefvolkswirt bei HSBC. Mit weiteren Zinssenkungen der Notenbank des Landes rechnet der Experte aber nicht. Der Austral-Dollar geriet dennoch unter Druck und fiel von 0,8970 auf 0,8923 US-Dollar zurück.

Im Mittelpunkt des Geschehens in Sydney stand aber die Qantas-Aktie. Sie verlor mehr als neun Prozent an Wert, nachdem die Fluglinie nach einem hohen Verlust in der ersten Hälfte ihres Geschäftsjahres 5.000 Arbeitsplätze streichen wird. Zudem will Qantas gepachtete Flughafenterminals abstoßen, Flugzeugbestellungen hinauszögern und Strecken aufgeben.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ