Marktberichte

Inside Wall Street Das teuerste Lunch der Welt

Die Börsenkolumne aus New York, von Lars Halter

Für 650.100 Dollar kann man eine Menge kaufen. Ein paar Meilen außerhalb New Yorks gibt es dafür ein schickes Haus. In New York selbst immer noch ein Appartement. Und in Midtown Manhattan… nun, hier reicht es immerhin noch für ein Mittagessen in einem der besseren Steak-Häuser. Und Warren Buffett sitzt mit am Tisch.

Bereits zum achten Mal hat der Investment-Guru aus Omaha, Nebraska, nun eine Privataudienz versteigert. Bereits zum achten Mal ist der Preis dafür gestiegen. Den Zuschlag in diesem Jahr bekam Mohnish Pabrai, ein 43-jähriger Investor aus Kalifornien. Er betreut einen 600 Mio. US-Dollar schweren Fond, in dem auch 50 Mio. US-Dollar in Aktien von Berkshire Hathaway liegen.

Mit diesen Aktien dürfte Pabrai in den letzten Jahren gewaltig verdient haben, doch ist er Buffett noch in ganz anderer Hinsicht dankbar. "Er hat sehr stark beeinflusst, wie ich investiere und wie ich an die Gesellschaft zurückgebe", so Pabrai. Wer mit einem Hirn gesegnet sei, das erfolgreiches Investieren möglich mache, der müsse dasselbe auch nutzen, die Welt ein Stück weit zu verbessern,

Und darum geht es beim Lunch mit Warren Buffett. Schließlich steckt der Multimilliardär die Kohle nicht ein, sondern spendet sie - wie jedes Jahr - der Glide-Stiftung in San Francisco, die sich für Arme und Obdachlose einsetzt. Allein über die Buffett-Versteigerungen sind in den letzten Jahren mehr als 2 Millionen Dollar zusammengekommen, die der Stiftung mit einem Jahresetat von 12 Mio. US-Dollar die Arbeit erleichtern.

Für solche Spenden ist Buffett in den letzten Jahren fast bekannter geworden als für seine Investitionen. Die laufen zwar weiter hlchst erfolgreich und haben den Kurs der in alle Branchen investierten Berkshire Hathaway seit dem Jahr 2000 von 40 000 US-Dollar auf ein Allzeithoch von 114 000 US-Dollar klettern lassen.

Doch waren es zuletzt andere Aktionen, die Buffett in den Schlagzeilen hielten. Zum Beispiel seine Ankündigung, fast sein gesamtes Vermögen von geschätzten 52 Milliarden Dollar in die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung und in vier von seinen Kindern betreute Stiftungen einzubringen.

Warum so großzügige Spenden die Welt verbessern, und was man machen muss um überhaupt soviel Geld anzusammeln, das werden Pabrai und seine Familie nun mit Warren Buffett besprechen können, wenn sie ihn in wenigen Tagen zum Lunch im legendären Steakhouse „Smith & Wollensky treffen. Für Steak-Freunde, denen die eigene Gesellschaft gut genug ist, gibt es das Porterhouse dort übrigens für 49 US-Dollar.

Quelle: ntv.de

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