Marktberichte

ESM-Euphorie ebbt ab Dax beruhigt sich

DI10205_20120912.jpg4037760451356974601.jpg

Ein turbulenter Tag neigt sich dem Ende zu.

(Foto: dapd)

Nachdem die Karlsruher Richter grünes Licht für den Euro-Rettungsfonds ESM geben, steigt der Dax über die Marke von 7400 Punkten und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2011. Drei neue Jahreshöchststände in vier Handelstagen sind dann aber doch etwas viel – am Nachmittag geht den Anlegern die Luft aus.

Nach der euphorischen Reaktion auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm, gibt der Dax einen Großteil der Gewinne wieder ab. Zum Xetra-Schluss liegt das Börsenbarometer nur noch 0,5 Prozent im Plus bei 7343 Zählern. "Der Markt ist kurzfristig vielleicht doch etwas heiß gelaufen", sagt ein Händler. Das wichtigste deutsche Aktienbarometer hat bereits seit Monatsanfang mehr als sechs Prozent zugelegt.

Auch an der Wall Street mache sich vor der Fed-Sitzung eine abwartende Haltung breit. Der Dow Jones Index sei kurzzeitig ins Minus gedreht, der S&P-500 und der Nasaq-Composite drohten ebenfalls in die Verlustzone zu rutschen. "Erst mit den Aussagen der Fed werden die Karten neu gemischt. Dann muss sich zeigen, ob Bernanke die hohen Erwartungen erfüllt", sagt der Händler.

"Das Bundesverfassungsgericht hat mit der Genehmigung genauso geurteilt, wie erwartet", sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Es seien zwar einige Auflagen verlangt worden, um der Ausgestaltung des ESM zustimmen zu können. "Grundsätzlich ist der Drops aber gelutscht und die Maschinerie seitens der EZB kann ins Laufen kommen", so Lipkow. Auch Aktienhändler Markus Huber von ETX Capital bezeichnete die Ratifizierung des ESM "wie erwartet". Das sei zum großen Teil in den Marktpreisen enthalten. Kurzfristig drohten Gewinnmitnahmen, auf längere Sicht sei die Entscheidung aber positiv für den Markt.

Commerzbank-Aktien hielten sich mit plus 7,2 Prozent auf 1,58 Euro klar an der Dax-Spitze. Händlern zufolge knüpft das Papier vor allem wegen der Entspannung in der Eurozone, die sich an tendenziell sinkenden Renditen der Staatsanleihen klammer Euroländer wie Spanien und Italien ablesen lasse, an seine Erholung an. Zudem verwiesen einige auf die verbesserte Charttechnik. Titel der Deutschen Bank verloren dagegen nach ihren kräftigen Vortagsgewinnen 0,46 Prozent.

Gegen den Trend schwächer zeigten sich Daimler-Aktien mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 39,19Euro. Händler verwiesen auf belastende Aussagen des US-amerikanischen Lkw-Herstellers Paccar, demzufolge sich die Auftragslage in Nordamerika in den vergangenen Monaten verschlechtert hat.

Im MDax gewannen Fraport-Aktien nach Verkehrszahlen des Flughafenbetreibers für August 5,3 Prozent auf 47,28 Euro.

Für die Apple-Jünger kommt die wichtigste Nachricht des Tages noch: Die Vorstellung der neuesten Generation des iPhones. Die Erwartungshaltung ist wie jedes Mal extrem hoch. Nicht nur für Apple, sondern auch für die US-Wirtschaft. Die Umsätze mit dem neuen iPhone könnten das jährliche Wirtschaftswachstum der USA zwischen einem viertel und einem halben Prozentpunkt erhöhen, schätzt Michael Feroli, Chefvolkswirt von JP Morgan Chase. Das könnte helfen, um die schleppend verlaufende US-Wirtschaft angesichts der Risiken in den letzten Monaten des Jahres abzufedern.

Quelle: ntv.de, sla/DJ/rts