Marktberichte

Börsenausblick Dax könnte Rekord knacken

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Der Dax hatte sein Rekordhoch von knapp 13.597 Punkten im Januar 2018 erreicht.

(Foto: imago/Sven Simon)

Nur noch wenige Punkte fehlen dem Dax zum Rekordstand. Die Zeichen stehen gut, dass dem deutschen Leitindex der Sprung in der neuen Woche gelingt.

Nach dem Waffenstillstand im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit wird der deutsche Leitindex Dax wohl sein Rekordhoch von 13.596,89 Punkten ins Visier nehmen. Spätestens wenn am Freitag Stimmungsindikatoren für Deutschland und die Eurozone veröffentlicht werden, könnte es soweit sein. "Es gibt mehr Planungssicherheit, was sich positiv auf die weltweite Investitionsstimmung auswirken könnte", stellt VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel fest.

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Allzu große Euphorie war angesichts weiter bestehender Strafzölle bei den Investoren jedoch  nicht aufgekommen, weswegen das Wochenplus nur bei mageren 0,2 Prozent lag. "Nach dem Deal ist vor dem Deal", sagte Helaba-Strategin Claudia Windt. Das Handelsabkommen lasse viele heikle Fragen offen, insbesondere bezüglich der Wettbewerbsverzerrungen durch China. "Diese sollen in einem 'Phase Two Deal' vermutlich erst nach den US-Präsidentschaftswahlen [im November] behandelt werden." Ob der Burgfriede bis November halte, sei keineswegs sicher. Dennoch könnte die Vereinbarung die Risikofreude der Anleger steigern.

An der Wall Street waren Dow Jones & Co bereits auf frische Rekordstände geklettert. Am Montag bleiben die US-Börsen wegen eines Feiertages (Martin Luther King Day) geschlossen.

Zugleich dürfte mit Spannung auf die Notenbanksitzungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan geschaut werden. Zuvor stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland im Fokus. Die Berichtssaison schreitet derweil in den USA voran, während sie hierzulande erst mit den Ende des Monats erwarteten Quartalszahlen von SAP anlaufen wird.

"Gute Aussichten"

Am Freitag hatte der Dax erstmals seit rund einem Jahr wieder über der Marke von 13.500 Punkten geschlossen. Mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 13.526 Zähler beendete der Index den Tag und legte damit im Wochenverlauf um 0,3 Prozent zu. Zum Rekordhoch fehlen dem deutschen Leitindex damit keine 100 Punkte mehr.

Erwartet wird kommende Woche ein weiterer Anstieg der Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten. Nachdem der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember auf 10,7 Zähler und damit den höchsten Stand seit Februar 2018 gestiegen war, rechnen Analysten im Januar im Mittel mit einem Anstieg auf 15 Zähler. Ob die Prognose stimmt, werden die Anleger am Dienstag erfahren.

Besonders spannend wird es Freitag, wenn die Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor für Deutschland und die Euroregion anstehen. Dabei wird mit Steigerungen gerechnet. Zum anhaltenden Niedrigzinsumfeld komme zunehmend ein solides wirtschaftliches Fundament, was für weiter gute Aussichten am Aktienmarkt spreche, resümiert Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.

Bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag rechnen Experten zwar nicht mit großen Überraschungen. Marktteilnehmer warten vor allem auf erste Signale zur Überprüfung der EZB-Strategie, die von der neuen Notenbank-Chefin angekündigt wurde. "Die Idee von Christine Lagarde, angesichts der drängenden Klimaprobleme dieses Thema in die Strategieüberprüfung einzubeziehen, erscheint zwar grundsätzlich möglich", konstatiert Helaba-Analyst Ulf Krauss. "Allerdings hat Bundesbankchef Jens Weidmann zu Recht darauf hingewiesen, dass eine Geldpolitik mit explizit umweltpolitischen Zielen Gefahr läuft, sich zu übernehmen." Ökonomen gehen davon aus, dass die Währungshüter ihren Leitzins bei 0,0 Prozent und ihren Einlagensatz bei minus 0,5 Prozent belassen werden.

Berichtssaison im Blick

Zwei Tage vor der EZB-Zinsentscheidung tritt die Bank of Japan (BoJ) zusammen. Auch hier gehen Beobachter davon aus, dass der geldpolitische Werkzeugkasten geschlossen bleiben wird. "Die BoJ kann sich angesichts eines seit Ende August 2019 gegenüber dem US-Dollar kontinuierlich abschwächenden Yen und des von der Regierung angekündigten Konjunkturpakets in der Größenordnung von 13 Billionen Yen entspannt zurücklehnen", führt Stephan Rieke, Leiter Investment Office Märkte bei ODDO BHF aus

Während es in Deutschland auf Unternehmensseite noch ruhig zugeht, dreht sich in den USA bereits alles um das Thema Bilanzen. Etliche Firmen lassen sich in der neuen Woche in die Bücher schauen, darunter IBM und Netflix (Dienstag), Johnson & Johnson und Texas Instruments (beide Mittwoch) sowie Intel (Freitag). Aus Europa legen unter anderem UBS (Dienstag) und Burberry (Mittwoch) Zahlen vor.

Quelle: ntv.de, jga/dpa/rts