Marktberichte

Wall Street leicht im Plus Dax kommt unter die Räder

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Rückschlag für den Dax: Abwärts geht es heute, die 12.300er Marke wird unterschritten. Gewinnmitnahmen belasten den zuletzt prächtig gelaufenen Index. Auch gute Zahlen zweier US-Großbanken können keine Impulse geben.

Von Gewinnmitnahmen wurde der Dax heute geplagt und schaffte es bis zum Ende nicht, sich aus der Verlustzone zu befreien. Am Nachmittag rutschte der Leitindex erneut unter 12.300 Punkte und blieb dort bis zum Schluss. Kräftig nach unten ging es auch für Autoaktien: VW, Daimler lagen im Minus und sogar BMW - trotz eines Rekordquartals. "In den Autos war zu viel Erwartung eingepreist gewesen", sagte ein Händler.

Auch neue Quartalszahlen aus den USA konnten die Stimmung nicht verbessern. Sowohl Wells Fargo als auch JP Morgan hatten zwar besser abgeschnitten als erwartet, Impulse aus dem Gesamtmarkt gingen davon aber nicht aus. "Da wartet der Markt auf die großen Multinationals wie die Industriekonzerne oder auch Intel", sagte ein Händler. Erst diese dürften Aufschluss geben, wie sich die Dollar-Stärke auswirkt, sagte er. Intel legt am Abend die Ergebnisse vor.

Euro und Gold waren an den Märkten die Gewinner des Nachmittaghandels. Die Einzelhandelsumsätze in den USA sind im März langsamer gewachsen als erwartet, das drückt auf die US-Währung. Der Euro stieg um einen Cent auf 1,0660 Dollar, Gold macht die Verluste aus dem Tagesverlauf fast vollständig wett und wurde wieder knapp unter der Marke von 1200 Dollar je Feinunze gehandelt.

Deutschland: Henkel geprägt vom Dividendenabschlag

Metro AG
Metro AG 7,16

Der Dax büßte am Ende 0,9 Prozent ein und schloss auf 12.228 Punkten. Beim MDax zeigte sich ein Minus von 0,6 Prozent auf 21.487 Zähler, der TecDax schloss 0,6 Prozent tiefer bei 1678 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 verlor deutliche 1,2 Prozent auf 3783 Punkte.

Gewinner gab es im Dax am Ende nur einen: ThyssenKrupp legten 0,1 Prozent zu. VW und BMW verloren jeweils 0,9 Prozent und Daimler 1,4 Prozent.

Henkel schlossen 1,5 Prozent niedriger und standen weit hinten im Dax. Hierbei handelte es sich jedoch um den Dividendenabschlag, die Düsseldorfer schütten je Vorzugsaktie 1,31 Euro an die Aktionäre aus.

Metro litten im MDax mit einem Abschlag von 0,9 Prozent unter einer Abstufung durch die Bank Societe Generale. Die Passagier- und Frachtzahlen von Fraport im März nannte ein Händler "ein bisschen enttäuschend". Die Aktie des Flughafenbetreibers gab 0,3 Prozent nach.

Unter den deutschen Aktienwerten sorgte Sixt für Aufsehen. Der Autovermieter will seine Leasing-Tochter an die Börse bringen. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research wertete diesen Plan positiv. Denn ohne das frische Kapital wäre es schwieriger, die gut laufende Sparte weiter auszubauen. Sixt-Papiere stiegen im SDax um 2,9 Prozent.

USA: Dow Jones gibt zu Beginn leicht nach

Dow Jones
Dow Jones 28.725,51

JP Morgan hat den Anlegern mit erfreulich ausgefallenen Geschäftszahlen Mut auf eine gute Berichtssaison gemacht. Die größte Bank in den USA steigerte Gewinn und Einnahmen stärker als vom Markt erwartet. Als echter Lichtblick wird der Geschäftsbereich Vermögensverwaltung gewertet. Die Aktie legt im frühen US-Handel um 1,6 Prozent zu. Der positive Geschäftsausweis stützt den Gesamtmarkt aber kaum, zumal Händler von einer weiterhin abwartenden Haltung im Hinblick auf die Berichtsperiode sprechen. An den überzeugenden Geschäftszahlen von JP Morgan lasse sich noch kein Trend festmachen, heißt es.

Etwas gebremst werden die Kurse außerdem von nicht ganz überzeugend ausgefallenen Einzelhandelsumsätzen im März. Die Inflationsdaten auf Basis der Erzeugerpreise decken sich dagegen im Großen und Ganzen mit dem Marktprognosen. Die Inflation steigt, bleibt aber niedrig. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,2 Prozent auf 18.008 Punkte. S&P-500 notiert nahezu unverändert, der Nasdaq-Composite gibt 0,4 Prozent nach.

Johnson and Johnson ziehen um 0,5 Prozent an, nach im Rahmen der Erwartungen ausgefallenen Geschäftszahlen des Dow-Unternehmens. Beim US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P&G) zeichnet sich ein Wechsel an der Konzernspitze ab. Der Kurs steigt um 0,2 Prozent.

Von guten Geschäftszahlen sprechen Händler mit Blick auf Wells Fargo. Das ehemalige Postkutschenunternehmen hat die Analystenerwartungen an den Gewinn übertroffen. Allerdings ging die Nettozinsmarge der Bank weiter zurück. Der Kurs fällt um 1,1 Prozent.

Rohstoffe: Ölpreis von Spekulationen getrieben

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 85,57

Spekulationen auf eine rückläufige US-Förderung haben dem Ölpreis Auftrieb gegeben. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich bis zum Nachmittag um 63 Cent auf 59,57 Dollar je Barrel. Das US-Öl WTI stieg um 1,21 Dollar auf 53,12 Dollar je Barrel.

Einer Prognose der EIA zufolge wird die Förderung von Schiefergas in den USA im Mai erstmals seit vier Jahren zurückgehen. Das Informationsbüro des US-Energieministeriums erwartet ein Minus von 45.000 auf 4,98 Millionen Barrel pro Tag. Am weltweiten Überangebot ändere sich dadurch aber wenig, betonten die Analysten von JP Morgan. Schließlich steige die Ölförderung in Saudi-Arabien und dem Irak. Wegen mangelnder Nachfrage bei gleichzeitig wachsendem Angebot hat sich der Ölpreis seit dem vergangenen Sommer in etwa halbiert.

Asien: Nikkei tritt auf der Stelle

Nach der jüngsten Rally haben sich Anleger in Fernost mit Aktienkäufen weitgehend zurückgehalten. Chinesische Papiere bildeten eine Ausnahme und legten weiter zu. Der Höhenflug des Shanghai Composite hält nun bereits seit mehr als fünf Wochen an. Investoren setzen auf neue Konjunkturmaßnahmen der Regierung in Peking. In Hongkong büßte der Index allerdings knapp ein Prozent ein. Am Tag zuvor hatte das Börsen-Barometer dort den höchsten Stand seit sieben Jahren erreicht.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte rund 0,3 Prozent niedriger. In Tokio trat der Leitindex Nikkei auf der Stelle und ging nahezu unverändert mit 19.908 Punkten aus dem Handel. Börsianer verwiesen auf fehlende Impulse von der Wall Street.

Quelle: ntv.de, kst/rts/DJ

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