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Ständiger Richtungswechsel Dax schafft das Plus

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Hickhack um Griechenland macht dem Dax zu schaffen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Europa ächzt unter der Schuldenkrise. Nun kommt noch eine Hiobsbotschaft aus Spanien: Die ökonomisch starke Region Katalonien kann ihre Schulden nicht mehr refinanzieren. Andererseits gibt es ermutigende Konjunkturdaten aus den USA. Der Dax wechselt am Freitag mehrmals die Richtung.

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Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenausklang eine wahre Achterbahnfahrt hingelegt. Neue Probleme im hoch verschuldeten Spanien wirkten sich belastend auf das Handelsgeschehen aus. Marktteilnehmer verwiesen auf den Ruf Kataloniens nach Finanzhilfen der spanischen Zentralregierung. "Dies schürt natürlich die Furcht vor einer Eskalation der Schuldenkrise", sagte ein Börsianer. Danach sorgte ein besser als erwartet ausgefallener Michigan-Index in den USA für einen leichten Aufschwung.

Der Dax stieg um 0,4 Prozent und schloss bei 6340 Punkten. Der MDax verlor 0,3 Prozent auf 10.196 Zähler. Der TecDax verzeichnete ein Plus von 0,1 Prozent und wies 752 Punkte auf.

Die autonome Region Katalonien - wo ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet wird - hat nach Worten ihres Präsidenten Artur Mas Probleme bei der Umschuldung von in diesem Jahr fälligen Krediten im Volumen von mehr als 13 Milliarden Euro.

Da gleichzeitig die Diskussion um den "Grexit"- einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone - anhielt, machten am Markt Spekulationen über neue Geldspritzen der EZB die Runde. "Wir gehen davon aus, dass die EZB bei ihrer nächsten Ratssitzung am 6. Juni Maßnahmen ergreift", schrieben die Analysten der Credit Agricole in einem Kommentar. Die Währungshüter hatten den angeschlagenen europäischen Banken im Dezember und Februar insgesamt rund eine Billion Euro zu einem Mini-Zins von einem Prozent zur Verfügung gestellt.

Unter den Einzelwerten gehörten die jüngst zu einer Erholung ansetzenden Aktien von Energiekonzernen bis zuletzt zu den stabilsten Werten. Unter den wenigen verbliebenen Dax-Gewinnern verteidigten die Eon-Anteile ein Plus von 1,5 Prozent. Papiere des Konkurrenten RWE legten 1,6 Prozent zu.

Zulegen konnten auch Siemens. Eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank verhalf den Papieren des Elektrokonzerns um 2,3 Prozent nach oben.

Die Aktien der Deutschen Telekom wurden ex Dividende gehandelt. Mit einem Minus von 8,0 Prozent bildeten sie das Schlusslicht im Dax.

Im MDax verzeichneten Leoni einen Aufschlag von 2,4 Prozent. Die Aktien profitierten von einer Hochstufung. Nach der jüngsten Kurskorrektur biete sich nun eine Kaufgelegenheit, begründeten die HSBC-Experten ihre Hochstufung auf "Overweight" von "Neutral".

Gefragt waren in der zweiten Reihe auch die Anteilsscheine von SGL Carbon mit plus 1,9 Prozent. Der Grafitspezialist hatte mitgeteilt, dass sich die französische Bank Societe Generale über Optionsscheine einen Anteil von insgesamt 5,27 Prozent an dem Unternehmen gesichert hat. "Es kursieren Spekulationen am Markt, dass VW dahinter stehen und so seinen Anteil an SGL aufstocken könnte", sagte ein Frankfurter Händler.

Bei Praktiker sorgte eine "Spiegel"-Meldung für einen Abfall von 4,6 Prozent. In dem Magazinbericht hieß es, US-Finanzinvestor Anchorage verlange für einen Kredit an die im SDax notierte Baumarktkette eine "Überschreibung" der Sparte Max Bahr. Praktiker widersprach dieser Darstellung. Tatsächlich solle ein vorrangiges Darlehen in dieser Höhe lediglich durch Vermögenswerte besichert werden. Demnach hat Anchorage - wie bereits bekannt - nur dann Zugriff auf Max Bahr, wenn Praktiker den Kredit nichtzurückzahlt.

Quelle: ntv.de, wne/rts/dpa

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