Marktberichte

Nervöser Handel Dax schaukelt kräftig

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(Foto: AP)

Was ist bloß an den Börsen los? Zunächst stürzen sie weltweit wegen der Sorgen um die Konjunktur in den Keller, um dann wieder nach oben zu schießen. Und in Frankfurt geht es auf und ab.

Am deutschen Aktienmarkt geht es weiter turbulent zu: Erst nimmt der Dax am Morgen Anlauf auf die markante Marke von 9000 Punkten, dann schwenkt er um und liegt plötzlich im Minus. Danach arbeitet er sich wieder vor, nur um erneut zurückzufallen und weiter um seinen Vortagesschluss zu pendeln. Und am Ende schließt er im Plus.

Dax Kursindex
Dax Kursindex 6.590,97

Der Leitindex stieg 0,5 Prozent im Plus bei 8940 Punkte. "Nach der steilen Rallye der letzten Tage legt der Dax eine Verschnaufpause ein", sagte Kornelius Barczynski, Marktanalyst beim Brokerhaus GKFX.

Für den MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen ging es um 1 Prozent auf 15.583 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,6 Prozent auf 1208 Punkte.

Der Dax war vor knapp zwei Wochen wegen anhaltender Sorgen um die Weltwirtschaft unter die 9000-Punkte-Marke gerutscht. Es folgte ein Abstieg bis hinunter auf 8355 Punkte. In den vergangenen Tagen hatten sich die Kurse aber auf breiter Front erholt. Alleine am Dienstag gewann der deutsche Leitindex knapp 2 Prozent. Ein Marktteilnehmer verweist darauf, dass Medienberichten zufolge elf Banken den Stresstest nicht bestanden haben sollen. Dies belaste aktuell.

Demnach sollen drei griechische, drei italienische, zwei österreichische, eine zyprische, eine portugiesische und womöglich eine belgische Bank den Test nicht erfolgreich absolviert haben. Insgesamt wurden 130 Institute, darunter 24 aus Deutschland, geprüft. Die Ergebnisse werden am Sonntag bekannt gegeben.

Wegen guter Vorgaben der amerikanischen und asiatischen Börsen sah es zunächst auch am Mittwoch nach einem Durchmarsch des Dax aus. "Die Erholungsrally geht weiter", so Analyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) .

Die Hoffnungen auf zusätzliche Konjunkturstimuli durch die Europäische Zentralbank (EZB) sowie gute Wirtschafts- und Unternehmensnachrichten aus den USA hätten der Risikobereitschaft der Anleger zuletzt weltweit einen Schub gegeben, sagt Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black.

In den USA läuft die Börsenerholung mittlerweile bereits vier Tage und nahm am Vorabend nochmals Fahrt auf. Auch aus Asien kam dank durchweg positiver Kurstafeln Unterstützung.

Die Berichte über einen möglichen Ankauf von Unternehmensanleihen durch die EZB seien das grüne Licht für eine Rally, sagt Jonathan Sudaria von Capital Spreads. Die Europäische Zentralbank prüft im Kampf gegen die Konjunkturschwäche offenbar, ihre Geldschleusen noch weiter zu öffnen. "Die Stimmung hat sich deutlich verbessert", meint Analyst Daniel Lee von der Credit Agricole. "Der Markt will die Käufe von Unternehmensanleihen sehen", so Stan Shamu von IG Markets.

Daimler gewinnen 0,7 Prozent. Der Autohersteller hat seine Beteiligung am amerikanischen Elektroauto-Hersteller Tesla für 780 Millionen Dollar verkauft. Der Konzern hatte sich im Jahr 2009 mit 9,1 Prozent an Tesla beteiligt.

Die Geschäftszahlen von Valeo stützen das Sentiment für die Automobilzulieferwerte. Das französische Unternehmen hat den Umsatz im abgelaufenen Quartal um 10 Prozent gesteigert und den Ausblick bestätigt. "Jeder Zwischenbericht ohne Enttäuschung sollte die Stimmung für die Branche verbessern", sagt ein Händler.

Außerdem sorgt der Autokonzern PSA Peugeot Citroen mit seinem Umsatzwachstum für eine positive Überraschung. Die Aktien von Continental gehören mit plus 0,9 Prozent zu den größeren Gewinnern im Dax. Auch die Zulieferer Leoni, Rheinmetall, Norma Group und ElringKlinger legen zu.

Für Infineon geht es um 1,5 Prozent hoch, was Experten auf überraschend gute Zahlen des amerikanischen Schaltkreis-Spezialisten Broadcom zurückführen. Sowohl Umsatz als auch Gewinn von Broadcom lagen im dritten Quartal über den Markterwartungen.

Keine guten Vorgaben hat der US-Wettbewerber Cree für Aixtron geliefert. Der schwache Ausblick von Cree enttäuschte die Wall Street - im nachbörslichen Handel verlor die Aktie rund 10 Prozent. Das Unternehmen warnte zudem vor einer schwächer als erwartet ausgefallenen Nachfrage nach LED-Beleuchtung. "Die Probleme bei Cree sind zum Teil hausgemacht", meint ein Händler. Schon im Vorquartal habe der US-Wettbewerber enttäuscht, die Aktie habe seit Jahresstart bereits die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Im TecDax verlieren Aixtron 0,4 Prozent.

Stratec Biomedical punkten mit einer Steigerung von Umsatz und Gewinn. Die Titel gewinnen 2,2 Prozent. "Die Zahlen zum dritten Quartal liegen oberhalb meiner Erwartung", sagt Analyst Sven Kürten von der DZ Bank. Auf Grund der hohen Bewertung bestätigt er aber seine Verkaufs-Empfehlung für die Aktie.

Quelle: ntv.de, jga/jog/rts/dpa/DJ

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