Wirtschaft
Keine Unterstützung aus Übersee.
Keine Unterstützung aus Übersee.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 04. März 2010

US-Daten enttäuschen: Dax unter 5.800

Negative Konjunkturdaten aus den USA drückten den Dax nach vier Gewinntagen in Folge unter die Marke von 5.800 Punkten. Auf der Verliererseite standen Versorger neben Elektro-Riesen, an die Spitze schaffte es dagegen die Banken.

Der Leitindex fiel um 0,39 Prozent auf 5.795,32 Punkte. Der MDax hingegen gewann 0,40 Prozent auf 7.739,55 Punkte. Der TecDax gab um 0,18 Prozent auf 815,24 Zähler nach.

Laut Patrick Pflüger, Marktanalyst bei IG Markets, sank die Zahl der noch nicht abgeschlossenen US-Hausverkäufe im Januar überraschend deutlich. Zudem hielten sich einige Anleger vor dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht am Freitag mit Engagements zurück, sagten Händler. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihren Leitzins wie erwartet erneut unverändert belassen, bewegte den Markt indes nicht weiter. Dass Griechenland an diesem Tag eine fünf Milliarden Euro schwere Anleihe auf den Markt brachte, habe ebenfalls keinen Einfluss auf den Aktienmarkt gehabt.

Beim Industriegasespezialist Linde missfiel offenbar einigen Anlegern, dass der Ausblick auf 2010 erst bei Vorlage der endgültigen Zahlen am 17. März gegeben wird. Die Papiere verloren 0,7 Prozent. "Allerdings ist es aus meiner Sicht ganz normal, dass eine Prognose erst bei Veröffentlichung der endgültigen Zahlen gegeben wird", sagte ein Händler.

Zu den Verlierern im Dax zählten auch die schwergewichteten Eon-Aktien. Sie gaben 0,74 Prozent auf 26,59 Euro ab. Auch RWE schlossen schwächer. Ein trüber Ausblick des französischen Versorgers GDF Suez drücke die Stimmung im Sektor, sagten Händler. Der Konzern hatte seine Prognose für 2010 gesenkt. Suez-Aktien fielen in Paris um 2,5 Prozent.

Siemens sanken um 1,1 Prozent auf 66,45 Euro. Am Markt wurde das darauf zurückgeführt, dass China der "Financial Times Deutschland" zufolge den Ausbau des Eisenbahnnetzes für Hochgeschwindigkeitszüge drosseln will. Dabei drohten Unternehmen aus dem Ausland Auftragseinbrüche.

Auf der Gewinnerseite standen im Dax dagegen Fresenius, die nach einer Reihe positiver Analystenkommentare 0,7 Prozent auf 54,27 Euro zulegten. Die Analysten von Citigroup waren von ihrer Verkaufsempfehlung abgerückt und hatten die Papiere im Nachgang der bereits veröffentlichten Rekordzahlen für 2009 auf "Hold" hochgestuft.

Auch Finanzwerte legten mehrheitlich zu, Commerzbank gewannen 1,5 Prozent auf 5,66 Euro und waren damit die größten Gewinner im Leitindex.

Beiersdorf machten anfängliche Verluste wett und schlossen 0,4 Prozent höher bei 45,45 Euro. Der vor allem für seine Marke Nivea bekannte Kosmetikkonzern rechnet nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr 2010 mit einem stabilen Geschäft.

Bei den Nebenwerten profitierten die Aktien von Singulus und Balda vom bevorstehenden Aufstieg in den TecDax und den SDax, konnten im schwachen Umfeld nicht alle Gewinne verteidigen. Zu guter Letzt blieb für Singulus ein Plus von 2,4 Prozent auf 4,64 Euro übrig, Balda gewannen 6,95 Prozent auf 3,54 Euro.

Die Aktien von Aurubis wurden mit einem Dividendenabschlag von 0,65 Euro gehandelt, gingen aber nahezu unverändert bei 36,29 Euro aus dem Handel. Bei der Hauptversammlung hatte Europas größte Kupferhütte stabile Kupfer-Lieferungen aus Chile nach dem schweren Erdbeben in dem lateinamerikanischen Land in Aussicht gestellt.

Quelle: n-tv.de

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