Marktberichte

Minuszeichen zum Wochenausklang Dax verliert kräftig

3i250131.jpg7831916229553061091.jpg

Kursverluste bestimmen den Handel am Freitag.

(Foto: dpa)

Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Freitag schwach. Die Möglichkeit, dass sich die Ukraine-Krise erheblich verschärft, sorgt für Unruhe. Auch aus den Vereinigten Staaten gibt es Gegenwind.

Die Krise in der Ukraine hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag im Griff. Vor allem das Wochenende schürt die Sorge vor überraschenden Ereignissen, auf die nicht am Markt reagiert werden kann. Investoren reduzierten daher bereits ihre Positionen. In Russland hat die Notenbank zudem die Zinsen angehoben und reagiert damit auf die Abstufung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Ratingagentur Standard & Poor's. Zudem drohte der Westen Russland mit weiteren Sanktionen.

Dax
Dax 12.557,64

Auch aus den USA kam am Nachmittag keine Unterstützung. Im Gegenteil: Die Wall Street eröffnete mit Verlusten. So sackte der Dax im späten Handel weiter ab.

Der Dax verlor 1,5 Prozent und schloss bei 9402 Punkten. Der MDax fiel um 1,3 Prozent auf 16.057 Zähler. Der TecDax verzeichnete ein Minus von 1,0 Prozent und wies 1211 Punkte auf.

"Washington und Moskau liefern sich Wortgefechte und die russischen Truppenmanöver an der Grenze zur Ukraine heizen die Stimmung zusätzlich an", stellte das Bankhaus Metzler fest. "Die Rhetorik der Beteiligten deutet weiterhin keinesfalls auf eine Entspannung der Lage hin", sagte auch Dirk Gojny von der National-Bank.

Nachdem ukrainische Streitkräfte am Donnerstag gewaltsam in eine prorussische Hochburg eingedrungen sind und es in einem Gefecht zum Tod von mehreren militanten Kämpfern kam, haben sie ihren Vorstoß bereits wieder gestoppt. Die russische Führung hat Tausende Soldaten in Alarmbereitschaft versetzt, die sie im Zuge der Krise an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen hatte.

Entsprechend risikoscheu agierten die Investoren und schichteten in Bundesanleihen als sicheres Investment um. "Vor dem Hintergrund der erneut angestiegenen Risikoaversion zeigt sich der Bund gestärkt", sagte Johannes Jander von der Helaba.

Sämtliche Branchen notierten in Frankfurt im Minus. Besonders kräftig abwärts geht es bei Banken- und Autowerten. So fielen die Aktien von Continental um 3,1 Prozent, obwohl die Niedersachsen am Tag der Hauptversammlung das Ziel für die Gewinnmarge in diesem Jahr von 10 auf 10,5 Prozent erhöht haben. Laut Michael Punzet von der DZ Bank liegt die Markterwartung mit 11,4 Prozent jedoch noch darüber.

Bei den Autowerten verbilligten sich Volkswagen um 1,6 Prozent, BMW sackten um 2,1 Prozent ab, Daimler verloren 2,2 Prozent.

Auch die Deutsche Bank verbuchte Kursverluste. Die Aussicht auf eine mögliche Kapitalerhöhung drückte die Aktie um 2,0 Prozent. Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen denken laut "Handelsblatt" über eine Kapitalerhöhung im Laufe des Jahres nach, die ein Volumen von rund fünf Milliarden Euro haben könnte. "Die Aktien der Deutschen Bank dürften nun erst mal das Nachsehen haben - zumindest, solange nicht alle Fakten auf dem Tisch liegen", sagte ein Händler. Die Analysten von Equinet schrieben in einem Kommentar, sie würden eine Kapitalerhöhung im Volumen von mindestens fünf Milliarden Euro begrüßen. Die Bank wäre dann wieder in einer Position, in der sie Marktanteile gewinnen könnte, statt die Bilanz zu schrumpfen, um die Kapitalquote zu verbessern, erklärten die Experten. Commerzbank sackten um 2,5 Prozent ab.

Am Dax-Ende präsentierte sich die Lufthansa. Die Aktie fiel um 4,1 Prozent.

Im TecDax waren dagegen Bechtle gefragt: Die Steigerung des Umsatz im ersten Quartal trieb die Titel des IT-Dienstleisters um 1,6 Prozent in die Höhe.

Quelle: ntv.de, wne/DJ/rts