Marktberichte

Inside Wall Street Der Gore-Faktor

Die Börsenkolumne aus New York von Lars Halter

Dass Al Gore für sein Umwelt-Engagement den Friedensnobelpreis bekommen hat, hat sich auch in konservativen Landstrichen herumgesprochen. Dass sich die Amerikaner nun inspirieren lassen und plötzlich grüner werden ist unwahrscheinlich, und dass der Ex-Vize in das Rennen um die Präsidentschaft einsteigen wird, ebenso. Doch lässt sich ein Gore-Faktor nicht leugnen - und den will der World Wildlife Fund nutzen.

Die weltweite Naturschutz-Organisation hat für das amerikanische Publikum erstmals einen Weihnachts-Katalog aufgelegt. Nun dürfte das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr zwar weniger stark ausfallen als erwartet, doch muss man sich beim WWF nicht sorgen: Mit ganz besonderen Geschenk-Ideen spricht man explizit diejenigen an, die ohnehin schon alles haben.

Die verwöhnte Oberschicht, die mehr Geld als Ideen für Weihnachtsgeschenke hat, kommt der WWF mit Angeboten, die nicht nur Weihnachtsfreude spenden, sondern ganz nebenbei bedrohten Tieren oder ganzen Landschaften helfen. Für 1000 US-Dollar lässt sich beispielsweise symbolisch die schulische Laufbahn von Mädchen in Kenia und Tansania unterstützen. Für 100 000 US-Dollar gibt es das gute Gefühl, eine Undercover-Ermittlung im Kampf gegen den Elfenbein-Schmuggel finanziert zu haben.

Wer eine Million übrig hat, kann sich oder seinen Liebsten die Patenschaft für einn Park im Amazonas-Gebiet schenken, wo damit die schnell voranschreitende Rodung gebremst wird.

Ganz patriotische Amerikaner, die lieber die Natur im eigenen Land unterstützen wollen, haben dazu ebenfalls Gelegenheit: Ein Geschenk für 18 000 US-Dollar finanziert ein Projekt, mit dem die Puma im Nordosten der USA studiert und geschützt werden. Mit 30 000 US-Dollar wird die größte wilde Bison-Herde in Montana unterstützt.

Wer sich für ein WWF-Geschenk entscheidet, wird damit niemandem ein großes Paket unter den Weihnachtsbaum legen - eine Karte muss reichen. "Immer mehr Leute haben heutzutage mehr als genug", meint WWF-Vize John Donoghue. "Es sollte uns mehr um das Schenken als um das Bekommen gehen. Wir ermutigen die Leute dazu, zu Weihnachten ein Geschenk zu machen, dass der ganzen Welt einen langfristigen Nutzen bringt."

Das Konzept scheint aufzugehen: Von mehr als 100 Geschenken, die im WWF-Programm angeboten werden, sind bereits 30 verkauft. Und eine ähnliche Organisation macht seit vergangenem Jahr vor, dass es - zumindest in einem erschwinglicheren Bereich - durchaus Interesse an gemeinnützigen Geschenken gibt. Auf der Webseite von Oxfam.com kann man Familien in der Dritten Welt Nutztiere zukommen lassen. Ein Kamel kostet 175 US-Dollar, eine Kuh nur 75 US-Dollar. Populärstes Geschenk in der vergangenen Saison war die Ziege: Die kostet 45 US-Dollar und wurde mehr als 3000 Mal verschenkt.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen