Marktberichte

Inside Wall Street Deutsche Schlussglocke

Das Leben an der Wall Street ist spannend: Mal sieht man eine Jahrhundert-Rallye, mal droht ein Crash. Im New Yorker Finanzdistrikt werden Milliarden gemacht - und verloren; hier werden Imperien aufgebaut, hier stürzen sie zusammen. Das alles geschieht auf dem Parkett der NYSE, auf das ich heute einen besonderen Blick haben durfte.

Zum ersten Mal überhaupt durfte heute ein deutscher Finanzjournalist die Schlussglocke an der New York Stock Exchange läuten, die jeden Tag den Handel beendet. Das Ritual der "Closing Bell" wird US-weit auf allen Nachrichten- und Wirtschaftssendern übertragen, und auch zahlreiche Sender in Übersee sind live dabei, wenn pünktlich um 16 Uhr (Ortszeit, 22 Uhr MESZ) der Handel nach sechseinhalb Stunden zu Ende geht und die Kurse für den Abend eingefroren werden.

Der symbolische Akt, der dem Handel mit einem 20 Sekunden langen Geläut und einem feierlichen Hammerschlag das Ende aller Aktivitäten mitteilt, ist eine der großen Traditionen, die allen Wandel an der Wall Street überlebt haben. Auf dem Parkett mag es ruhiger geworden sein, seit der größte Teil der Aktien elektronisch und über Programme gehandelt wird, doch die "Closing Bell" ist geblieben - und hat von ihrer Magie nichts eingebüßt.

Amerikanische Präsidenten haben die Glocke geläutet, Politiker aus aller Welt drückten den Knopf; unter den zahlreichen Prominenten, die erst in den letzten Wochen zu Wall-Street-Ehren kamen, waren Olympia-Held Michael Phelps, Golfer Phil Mickelsen, Hollywood-Star Josh Hartnett, R'n'B-Lady Ashanti und die gesamte Besetzung des Broadway-Musicals "Rent".

Wenn gerade keine Weltstars auf dem kleinen Balkon stehen, der das Parkett überblickt und die legendäre Glocke hält, dann nutzen NYSE-gelistete Konzerne den Anlass, um möglichst fernsehtauglich ihre Jubiläen oder Akquisitionen, Börsengänge oder Vorstandswechsel zu feiern.

Dass nun zwischen all den Stars und Konzernen ich selbst die Glocke läuten durfte, habe ich einer Doppelrolle zu verdanken: Meine Zeit außerhalb der Börse verbringe ich mit der Organisation der German-American Steuben Parade, die jedes Jahr am dritten Samstag im September auf der Fifth Avenue in New York stattfindet. Die Parade, die in diesem Jahr zum 51. Mal stattfindet, ist der Höhepunkt des German-American Friendship Month, und den durfte ich mit meinem Komittee feiern.

Denn die Wall Street feiert mit: Der CEO der New York Stock Exchange, Duncan Niederauer, ist ein Sohn deutscher Einwanderer und führt die diesjährige Steuben Parade als einer von drei Grand Marshals an. Er hatte das Komittee eingeladen, die Schlussglocke zu läuten - und wir Deutsch-Amerikaner rückten mit einer prominent besetzten Gruppe an:

Mit mir auf dem Balkon - und mehr als ich ein Blickfang für die Trader - war Melissa Gratzl, die in diesem Jahr als Miss German-America regiert. Der neue deutsche Generalkonsul in New York, Dr. Horst Freitag, hatte an der NYSE seinen ersten offiziellen Termin, und auch die Wirtschaft war vertreten: Der Hauptsponsor der Steuben Parade, Mercedes Benz USA, schickte Finanzchef Norbert Litzkow, und Klaus-Peter Statz, CEO von Deutsche Telekom USA, vertrat einen anderen langjährigen Partner der Organisation.

Mit Siemens und Fresenius Medical Care hatten zudem zwei der acht deutschen NYSE-notierten Unternehmen Vertreter auf das Parkett geschickt, die sich nur zu gerne mit Miss German-America und einigen Komittee-Mitgliedern in Lederhosen und Dirndl ablichten ließen.

Wer sich die deutsch-amerikanische Schlussglocke am heimischen PC ansehen will, kann das ganz einfach per Mausklick tun (siehe Link).

Die Steuben Parade am Samstag gibt es hingegen nur live auf der Fifth Avenue zu sehen, ebenso wie zahlreiche Kultur-Veranstaltungen im German-American Friendship Month, der mittlerweile auch an der Wall Street gefeiert wird.

Quelle: ntv.de

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