Marktberichte

Es grünt so grün Dow macht Satz nach oben

An der Wall Street herrscht eine Art Glücksgefühl: Nach dem "Massaker" vom Montag geht es mit den Kursen kräftig nach oben. Grund ist die Ankündigung der Fed, an ihrer Politik der ultra-niedrigen Zinsen festzuhalten. Wie lange die Freude der Börsianer anhält, ist völlig unklar. Die amerikanischen Konjunkturprobleme bleiben und die Schuldenkrise in den USA und Europa ist weiter existent.

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Endlich wieder ein Lichtblick.

(Foto: AP)

Das Bekenntnis der Fed zu einer anhaltenden Nullzinspolitik hat den US-Börsen kurz vor Handelsschluss am Dienstag Flügel verliehen und der Verkaufswelle der vergangenen Tage ein Ende gesetzt. Der Dow-Jones-Index ging mit Gewinnen von vier Prozent, die Nasdaq mit einem Plus von mehr als fünf Prozent aus dem Handel. Nach den Kurseinbrüchen zum Wochenauftakt schöpften Anleger aus der Erklärung der US-Notenbank Hoffnung.

Der Leitzins werde noch bis "mindestens Mitte 2013 extrem niedrig bleiben", teilte die Federal Reserve mit. Zudem ließ Fed-Chef Ben Bernanke offen, ob und gegebenenfalls wann er mit einem neuen Anleihekaufprogramm weitere Milliarden in die Wirtschaft pumpen könnte. Vor allem die Aussicht auf ein drittes Ankaufprogramm ließ die Kurse in die Höhe schnellen.

In einem stark volatilen Handel schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit Aufschlägen von vier Prozent auf 11.239 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 10.604 und 11.244 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 legte knapp 4,8 Prozent auf 1172 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann sogar 5,3 Prozent auf 2482 Punkte.

Im Sog der US-Märkte hatte der Dax zu Handelsschluss seine Verluste deutlich verringert und war mit Abschlägen von 0,1 Prozent auf 5917 Stellen aus dem Handel gegangen. Damit schloss der deutsche Leitindex erstmals zehn Tage in Folge im Minus. Am zweiten Tag, an dem die Europäische Zentralbank im Kampf gegen die sich ausweitende Schuldenkrise spanische und italienische Anleihen kaufte, gingen die meisten Aktienmärkte in Europa mit Aufschlägen aus dem Handel. Der italienische FTSE MIB gewann 0,5 Prozent, der britische FTSE 100 legte 1,9 Prozent zu und der französische CAC 40 stieg um 1,6 Prozent. Dort drückte vor allem die wachsende Rezessionsangst auf die Kurse.

Bei den Einzelwerten stand die Bank of America im Mittelpunkt. Die Papiere legten mehr als 16 Prozent zu und erholten sich damit fast wieder von den noch stärkeren Verlusten am Vortag.

Apple-Anteilsscheine legten 5,9 Prozent zu. Das iPhone- und iPad-Unternehmen überholte zwischenzeitlich erstmals Exxon Mobil als wertvollstes börsennotiertes US-Unternehmen. Die Papiere des Öl-Riesen verteuerten sich um 2,1 Prozent.

Von der US-Konjunktur kamen erneut ernüchternde Nachrichten. Die Produktivität der US-Wirtschaft verringerte sich im zweiten Quartal. Mit minus 0,3 Prozent fiel der Rückgang aber niedriger aus als von Experten befürchtet, die minus 0,8 Prozent erwartet hatten. Zuletzt hatte eine Serie enttäuschender Daten die Furcht vor einem erneuten Abgleiten der US-Wirtschaft in die Rezession geschürt.

Quelle: n-tv.de, rts

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