Marktberichte

Boeing erlebt Höhenflug Dow schließt nach turbulenter Woche im Plus

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(Foto: REUTERS)

Nach den enormen Verlusten am Montag, dreht die Wall Street zum Wochenende deutlich in die Gewinnzone. Analysten wollen der Erholung aber nicht zu viel Bedeutung beimessen. Denn nach wie vor Sorge die Corona-Krise für Verunsicherung an den Märkten.

Mit deutlichen Kursgewinnen haben die US-Börsen den letzten Handelstag einer von starken Schwankungen geprägten Börsenwoche beendet. Unter den Anlegern setzte sich die Hoffnung durch, dass sich Demokraten und Republikaner in den USA unter dem Druck der sich ausweitenden Corona-Pandemie vielleicht doch noch auf weitere Unterstützungsmaßnahmen für Bevölkerung und Wirtschaft einigen.

Nach Kursverlusten zu Handelsbeginn drehten die Indizes im weiteren Verlauf ins Plus. Der Dow-Jones-Index schloss 1,3 Prozent höher bei 27.174 Punkten. Der S&P-500 gewann 1,6 Prozent, der Nasdaq-Composite 2,3 Prozent.

S&P 500
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Derzeit verunsichern vor allem die rasant steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen in Europa und die damit verbundenen Risiken für die Weltwirtschaft die Anleger. Hinzu kommen der ungelöste Konflikt zwischen den USA und China und der an Schärfe zunehmende US-Präsidentschaftswahlkampf. Immerhin scheint es etwas Bewegung bei dem zuletzt stockenden neuen staatlichen Konjunkturpaketpaket für die angeschlagene US-Wirtschaft zu geben.

Die demokratische Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, soll einen Vorschlag vorbereiten, in dem das Volumen der geplanten Maßnahmen auf 2,4 Billionen Dollar abgespeckt ist. Damit würde man den Forderungen der Republikaner nach einer Beschränkung der Ausgaben entgegenkommen. In dem Paket sollen Hilfen für Fluggesellschaften, Restaurants und kleine Unternehmen enthalten sein, von denen einige auch die Zustimmung der Republikaner haben dürften.

Beobachter wollten der Erholung zum Wochenende nicht zu viel Bedeutung beimessen. Die Volatilität werde andauern, bis ein Impfstoff gegen das Virus verfügbar sei, meinte David Coombs, Leiter des Bereichs Multi-Asset Investments von Rathbone Brothers. Denn ohne einen Impfstoff lasse sich der Verlauf der Pandemie nicht absehen.

Impfstoff-Studie stärkt Novavax

Costco Wholesale verloren 1,3 Prozent nach Vorlage guter Geschäftszahlen. Markteilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie im laufenden Jahr knapp 19 Prozent zugelegt hat. Der Umsatz der Großhandelskette stieg im vierten Geschäftsquartal um 12,5 Prozent auf 53,4 Milliarden Dollar, das war der höchste Zuwachs in der Unternehmensgeschichte. Erstmals überstieg der Jahresgewinn die Marke von 4 Milliarden US-Dollar. Dabei profitierte Costco offenbar vom Kaufverhalten in der Corona-Krise. Ein Wermutstropfen waren die coronabedingt gestiegenen Kosten.

Novavax
Novavax 68,11

Das Biotechunternehmen Novavax hat in Großbritannien mit einer Phase-3-Studie zu einem Covid-19-Impfstoff begonnen. Wie das US-Unternehmen mitteilte, sollen an der Studie 10.000 Personen teilnehmen. Im Oktober könnte dann in den USA die Phase-3-Studie mit dem Impfstoffkandidaten mit bis zu 30.000 Probanden beginnen. Ferner kündigte Novavax eine Zusammenarbeit mit Endo zur Produktion des Impfstoffs an. Die Novavax-Aktie rückte um 10,9 Prozent vor. Endo verbesserten sich um 8,4 Prozent.

Stärkster Wert im Dow-Jones-Index waren Boeing mit plus 6,8 Prozent. Das Unternehmen hatte am Donnerstag nach Börsenschluss einen Auftrag der US-Luftwaffe zur Lieferung von präzisionsgelenkten Bomben (SDB) im Volumen von 2,24 Milliarden Dollar vermeldet.

Der Rechtsstreit um die Steuerzahlungen von Apple in Europa geht indessen weiter - womöglich auf Jahre: Die EU-Kommission entschied, gegen eine Gerichtsentscheidung vorzugehen, die zugunsten von Apple ausgegangen war. Brüssel ist weiter der Meinung, dass Irland dem iPhone-Hersteller über Jahre hinweg 13 Milliarden Euro unberechtigte Steuerrabatte gewährt hat. Die Apple-Aktie stieg gleichwohl um 3,8 Prozent, nachdem Morgen Stanley die Kaufempfehlung für die Aktie bekräftigt hatte. Anleger sollten die Kursverluste zum Einstieg nutzen, hieß es. Technologiewerte waren generell gefragt. Der Sektor war mit einem Plus von 3,6 Prozent größter Gewinner.

Kaum Bewegung bei den Ölpreisen

Am Devisenmarkt war der Dollar mit den andauernden Unsicherheiten als sicherer Währungshafen weiter gefragt. Der Dollarindex gewann 0,3 Prozent. Auf dem Euro lastete die Angst vor Lockdowns aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen. Die Gemeinschaftswährung notierte bei etwa 1,1630 Dollar gegenüber 1,1672 am Freitagmorgen.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.878,98

Die Ölpreise traten mehr oder weniger auf der Stelle. Auf der einen Seite lasteten Sorgen um die Weltwirtschaft und der feste Dollar auf den Preisen, auf der anderen Seite kam Unterstützung von der Erholung der Aktienmärkte. Der Preis für das Barrel der Sorte WTI ermäßigte sich um 0,1 Prozent auf 40,25 Dollar, Brent verlor 2 Cent auf 41,92 Dollar.

Auch auf den Goldpreis drückte unverändert der starke Dollar. Der Preis für die Feinunze fiel um 0,3 Prozent auf 1.863 Dollar. US-Staatsanleihen waren angesichts der Unsicherheiten gefragt. Die Zehnjahresrendite sank bei steigenden Notierungen um 1,3 Basispunkte auf 0,65 Prozent.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ