Marktberichte

US-Arbeitsmarkt im Blick EZB-Gedankenspiele heben den Dax

32243328.jpg

Im Fokus der Börsianer steht der US-Arbeitsmarkt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Am Aktienmarkt lockert der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht aus den USA die Stimmung. Zwar werden weniger neue Stellen geschaffen als erwartet. Doch die Erholung sei intakt, heißt es im Handel. Zudem stoßen EZB-Planungen auf Interesse.

Der deutsche Aktienmarkt beendet den letzten Handelstag der Woche mit deutlichen Gewinnen. Für Rückenwind sorgte der US-Arbeitsmarktbericht. Der brachte nämlich das Kunststück fertig, eine Erholung der Wirtschaft zu signalisieren, ohne dass die Fed die Geldpressen drosseln müsste.

Letztlich schiebt dies den Dax um 0,7 Prozent auf 9696 Punkte. Im Handelsverlauf lugte das Börsenbarometer schon über die Marke von 9700 Zählern und streckte so die Hand nach seinem Allzeithoch. Der MDax gewann 0,5 Prozent auf 16.714 Stellen. Der TecDax kletterte 0,3 Prozent auf 1274 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 3230 Punkte.

In de USA ist im März die Zahl der neugeschaffenen Stellen zwar mit 192.000 leicht unter den Schätzungen von 200.000 geblieben. Allerdings wurde der Februarwert deutlich nach oben revidiert. Positiv ist auch der Anstieg der geleisteten Arbeitsstunden im März um 0,2 auf 34,5 Stunden wöchentlich. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,7 Prozent.

EZB spielt QE durch

"Die Zahlen zeigen, dass der Erholungsprozess in den USA fortschreitet", sagt die Helaba. Erfreulich sei die trotz steigender Erwerbsquote stabile Arbeitslosenquote. Das Wachstumsszenario in den USA sei intakt. "Der Anstieg der Beschäftigung ist zwar nicht überbordend, der US-Arbeitsmarkt ist aber nach dem strengen Winter auf den Erholungskurs zurückgekehrt", sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Finanzmarkt-Experte Marcus Bullus vom Brokerhauses MB Capital fügte hinzu: "Die Aktienmärkte haben genau das bekommen, was sie sich gewünscht hatten: Gesundes statt übertriebenes Wachstum".

Für gute Stimmung sorgte darüber hinaus ein Vorabbericht der "FAZ" über Modellrechnungen innerhalb der EZB über ein Programm quantitativer Lockerungen (QE) mit einem Volumen von 1.000 Milliarden Euro. Im Handel war man sich einig: Sollte QE kommen, wäre dies extrem positiv für europäische Aktien, insbesondere, da die US-Notenbank dabei sei, ihr Programm zurückzufahren. Noch sei das Ganze aber recht spekulativ, heißt es. Dennoch waren einem Marktteilnehmer zufolge die Anleger, die auf Kursverluste gesetzt hätten, gezwungen, ihre Wetten aufzulösen.

Anleger honorieren Lufthansa-Härte

Im Dax beendeten HeidelbergCement den Tag mit einem Aufschlag von 4,3 Prozent und damit als Spitzenreiter. Der Titel profitierte von Berichten über Fusionsgespräche zwischen dem Schweizer Zementherstellers Holcim und dem Konkurrenten Lafarge sowie der damit verbundenen Konsolidierung im europäischen Baustoffsektor

Lufthansa verteuerten sich um 2,9 Prozent. Die Aktie der Fluglinie hat bereits in den vergangenen Tagen trotz der streikbedingten Flugausfälle zugelegt. "An der Börse wird positiv gewertet, dass das Unternehmen sogar einen Arbeitskampf eingeht, um längerfristig die Kosten in den Griff zu bekommen", sagt ein Händler.

Commerzbank zogen 2,1 Prozent an.

Daimler erhöhten sich um 1,9 Prozent. Grund sind Absatzzahlen. "Daimler hat eine junge Modell-Palette im Angebot, die gut angenommen wird", sagt Frank Biller, Analyst bei der LBBW. Der März sei traditionell der stärkste Verkaufsmonat, und konnte dieses Jahr mit einem Absatz von 168.078 Autos nochmals getoppt werden. Biller geht davon aus, dass Daimler mit den aktuellen Modellen den Wettbewerbern Marktanteile abnehmen kann. Für Biller ist und bleibt die Aktie ein Kauf. BMW legten 0,9 Prozent zu

Abgaben mussten FMC hinnehmen, die 1,3 Prozent zurücksetzten. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen. Der Dialysekonzern hatte am Donnerstag angekündigt, er wolle seinen Umsatz bis 2020 annähernd verdoppeln und den Gewinn kräftig steigern. Die Aktien waren daraufhin um mehr als drei Prozent gestiegen. Infineon verloren 1,1 Prozent. Adidas fielen um 0,7 Prozent zurück.

In der zweiten Reihe erhöhten sich allen voran ElringKlinger um 3,3 Prozent. Gagfah zogen 2,9 Prozent an. Airbus stiegen um 1,9 Prozent. Beim Versicherer Talanx honorierten Anleger offenbar eine Hochstufung von JP Morgan. Die Analysten hatten die Titel auf "Overweight" von "Neutral" gesetzt. Die Aktien rückten um 1,8 Prozent vor.

Abwärts ging es für RTL, die 2,4 Prozent sanken. Wincor büßten 1,8 Prozent ein. SGL Carbon fielen um 1,7 Prozent zurück

Im TecDax standen Carl Zeiss Meditec mit einem Plus von 3,4 Prozent ganz oben auf den Kauflisten. Im SDax legten AirBerlin 1,6 Prozent zu.

Quelle: ntv.de, jga/rts/DJ/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen