Marktberichte

Eurozone kommt nicht voran Euro bricht durch die 1,28er Marke

devisenmanipulation.jpg

(Foto: REUTERS)

Der europäischen Gemeinschaftswährung verliert wieder an Wert. Dazu trägt der Stimmungsrückgang in der deutschen Wirtschaft bei. Immer mehr Anleger sehen nun die EZB unter Handlungsdruck. Einen Boden findet derweil die ukrainische Währung.

Der Euro hat mit der Veröffentlichung der Ifo-Daten wieder den Rückzug angetreten. Die Gemeinschaftswährung nimmt dabei im Handelsverlauf wieder die Marke von 1,28 Dollar ins Visier. Bei 1,2776 Dollar markiert die Gemeinschaftswährung den niedrigsten Stand seit Juli 2013. Für das dritte Quartal steht schon ein Minus von gut sieben Prozent zu Buche. Teilnehmer sprechen allerdings von einer andauernden Dollar-Stärke und nicht von einer Euro-Schwäche. So klettert der Greenback auch zu anderen Währungen auf Rekordstände. Zum kanadischen Dollar ist der Greenback auf ein Sechsmonatshoch gestiegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2826 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7796 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78230 britische Pfund, 139,50 japanische Yen und 1,2077 Schweizer Franken fest.

Mit dem abermaligen Rückgang des Ifo-Index' - inzwischen der fünfte In Folge - gewinnen am Markt Spekulation über weitere Lockerungsmaßnahmen der EZB Raum. "Die Tatsache, dass der Euro am Dienstag den Widerstand bei 1,2930 Dollar nicht knacken konnte, zeigt, wie stark der Euro-Bärentrend aktuell ist, sagte Junichi Ishikawa sagt, Marktanalyst von IG Securities.

Barclays sieht mehrjährigen Abwärtstrend

Erst am Morgen hatte EZB-Chef Mario Draghi bekräftigte, dass die Zinsen in der Euro-Zone für längere Zeit niedrig bleiben werden. Außerdem werde die Notenbank bei Bedarf alle Mittel ausschöpfen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Angesichts der Konjunktursorgen um Europa sei dies eine gut zeitlich gut abgestimmte Erinnerung zu sein, dass die EZB mit Liquidität bereitsteht, sagte  Andreas Paciorek, Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets.

Der Verkauf des Euro gegen den US-Dollar gehört für Barclays zu den zentralen Themen im kommenden Quartal. Die Volkswirte der Bank haben ihre Zwölf-Monats-Prognose für den Euro auf 1,10 von 1,25 Dollar revidiert. "Wir rechnen mit einem breiten, mehrjährigen Abwärtstrend im Euro", sagt Barclays-Devisenanalyst Marvin Barth. Er begründet seine Prognose damit, dass sich die Aussichten für die europäische Wirtschaft stark eingetrübt haben, und mit der "aggressiven" Reaktion der EZB auf diese Entwicklung. Barclays setzt im kommenden Quartal überdies auf eine Abwertung des Euro zur Indischen Rupie und eine Aufwertung des Dollar zu Zloty, Yuan und Schweizer Franken.

Hrywnja stabilisiert sich

Unterdessen wird es nach Ansicht der Deutschen Bank nach der Rally des Dollar von 101 auf in der Spitze 109 Yen nun darauf ankommen, wie stark die Käufe japanischer Investoren bei Dollar-Rücksetzern ausfallen und wie beständig gute Konjunkturdaten aus den USA kommen. Analyst Taisuke Tanaka sagte: "So lange die Stärke der US-Wirtschaft weiter um sich greift, lässt sich der Aufwärtstrend des Dollar zum Yen nicht einfach ändern".

Tanaka glaubt, dass der Dollar bis zum Jahresende auf 112 Yen weiter steigen wird. Trotz einiger Anpassungen nach der Rally dürften japanische Pensionsfonds und Importeure mit Dollarkäufen in Schwächephasen den Dollar-Aufwärtstrend stützen. Aktuell kostet die US-Devise 108,58 Yen.

Etwas Luft bekommt offenbar die ukrainische Hrywnja. Sie  scheine sich aufgrund der etwas positiveren Entwicklung in der Ost-Ukraine im Vergleich zum extremen Niveau vom vergangenen Freitag zu erholen, wie die Commerzbank sagt. Die Notenbank habe einige der Devisenbeschränkungen aufgehoben, allerdings auch neue hinzugefügt. Endlich scheine im Osten der Ukraine wieder so etwas wie Normalität einzukehren; der Granaten-Beschuss habe nachgelassen, wenngleich er in einigen Gegenden noch weiter anhalte, und in der Region Donezk und Luhansk habe sich die wirtschaftliche Aktivität wieder etwas belebt. Wenn sich die Beruhigung fortsetze, könne der Dollar bald wieder unter 13 Hrywnja fallen. Aktuell steht er bei 13,2845 Hrywnja.

Quelle: ntv.de, kst/jwu/DJ/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen