Marktberichte

Tiefschlag von der EZB Euro bricht unter die 1,24er Marke

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Draghis Medizin schmeckt dem Markt.

(Foto: REUTERS)

Tiefschlag vom EZB-Chef: Mario Draghi hält mit einmal mehr vage Äußerungen die Hoffnung auf weitere Hilfen am Leben. Das ist es, was der Markt hören will. Der Euro geht in die Knie.

Mit seinen neuerlichen Äußerungen zu etwaigen Eingriffen hat EZB-Chef Mario Draghi den Euro ins Taumeln gebracht. Binnen Sekunden rauschte die Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,25 Dollar. Die Gemeinschaftswährung verlor mehr als eineinhalb Cent und kostet am frühen Abend 1,2399 Dollar um und kämpfte mit der 1,24er Marke. Zugleich ging es für den Dax deutlich aufwärts.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) ist nach den Worten Draghis entschlossen, ihre Politik weiter zu lockern, wenn das erforderlich sein sollte. Beim Frankfurt European Banking Congress verteidigte Draghi zudem die bereits beschlossenen Programme zur Versorgung der Banken mit zusätzlicher Liquidität und zum Ankauf privater Wertpapiere. Zur Größe der EZB-Bilanz äußerte sich Draghi erneut eher unscharf.

Die EZB legte den Referenzkurs auf 1,2422 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8050 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen setzte sie die Referenzkurse auf 0,79210 britische Pfund, 146,46 japanische Yen und 1,2024 Schweizer Franken fest.

Zugleich verschaffte Draghi dem Franken eine kleine Ruhepause: Das Dollar/Franken-Paar hat auf 0,9659 aufgewertet und zieht über die Crossrates auch den Euro gegen den Franken leicht nach oben. Mit dem nahenden Gold-Referendum in der Schweiz Ende des Monats habe die Bewegung nichts zu tun, heißt es im Handel.

Sollte die Gold-Initiative erfolgreich sein, müssten die Nationalbank SNB ihren Goldanteil in der Bilanz massiv ausweiten. Die Aufrechterhaltung des Euro/Franken-Mindestwechselkurses von 1,20 könnte dann schwierig werden. Die Anleger setzen seit geraumer Zeit auf einen steigenden Franken. Das Euro/Franken-Paar hat unlängst ein Jahrestief bei 1,2005 markiert. Aktuell notiert das Paar bei 1,2025.

Derweil rechnet die BNP Paribas zwar nach wie vor damit, dass der Dollar seinen Anstieg zum Yen fortsetzt, befürchtet aber nach den Aussagen des japanischen Finanzministers vom Freitag noch mehr verbale Interventionen am Devisenmarkt. Minister Aso hatte die jüngste Abwertung des Yen als zu schnell bezeichnet, worauf sich die japanische Währung zum Dollar erholte. Auf dem aktuellen Kursniveau seien Wetten auf eine Abwertung des Euro zum Dollar attraktiver als Wetten auf einen Anstieg des Dollar zum Yen, meint die französische Bank.

Der Dollar kostet am Freitagvormittag 118,10 Yen und zeigt sich damit erholt von seinem Tagestief bei 117,36 Yen. Der Euro fällt dagegen auf 1,2466 Dollar zurück, nachdem EZB-Präsident Draghi neuerliche geldpolitische Lockerungen in Aussicht gestellt hat. Das Tageshoch des Euro lag bei 1,2568 Dollar.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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