Marktberichte

Zypern sorgt für neues Tief Euro deutlich unter 1,29 Dollar

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Die Zypern-Krise nimmt den Euro in die Zange.

(Foto: dpa)

Die Entwicklungen in Zypern setzen die Devisenmärkte unter Druck. Nach ersten Gerüchten über den Rücktritt des zyprischen Finanzminister fällt der Euro unter die 1,29er Marke. Dort bleibt er auch, als das Parlament in Nikosia das Zwangsabgaben-Gesetz ablehnt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,17

Der Kurs des Euro ist wegen der Unsicherheit um Zypern wieder deutlich unter der Marke von 1,29 Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Abend mit 1,2879 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,2944 Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,7726 Euro. Die Handelsrange reichte am Dienstag von 1,2844 Dollar bis 1,2970 Dollar.

"Die Lage Zypern ist unklar und ungemütlich", sagte Stephan Rieke, Devisenexperte von der BHF-Bank. Laut Händlern ist der Eurokurs am Abend zudem wegen der Medienberichte über den Rücktritt des zyprischen Finanzministers Michael Sarris zusätzlich unter Druck geraten. Sarris dementierte diese Berichte selbst.

Der Euro hatte sich im Tagesverlauf zunächst stabilisiert und die Nervosität war etwas abgeklungen. "Insgesamt reagierten die Märkte noch relativ gelassen, da man weiterhin mit einer Lösung rechnet", sagte Rieke. Zudem sei Zypern sehr klein und Bankenpleiten in dem Land würden sich kaum auf die gesamte Eurozone auswirken. Problematisch für die Eurozone und den Euro ist jedoch, dass jetzt das Vertrauen in Bankeinlagen generell geschwächt wurde. Sollte es in Ländern wie Italien oder Spanien zu erneuten Problemen kommen, könnte das Bankensystem schneller als bisher durch Geldabflüsse unter Druck geraten. "Diese Abgabe lastet auf dem Euro, da hier ein Präzedenzfall geschaffen wurde", sagte Rieke.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85585 (0,85620) britische Pfund, 123,49 (122,88) japanische Yen und 1,2218 (1,2221) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1610,75 (1603,75) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39.140,00 (39 070,00) Euro.

Quelle: ntv.de, rts/dpa/DJ

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