Marktberichte

Lösung für Griechenland Euro dreht auf

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die sich abzeichnende Einigung bei den Griechenlandhilfen hat die Euro-Käufer am Devisenmarkt zuversichtlich gestimmt. Der Euro stieg am Donnerstag in einem sehr volatilen Handel bis auf ein Tageshoch von 1,4333 Dollar - im Vergleich zum Vortagesschluss legte er um mehr als einen US- Cent zu. "In Sachen Griechenland passiert endlich etwas - das wird am Devisenmarkt positiv aufgenommen", sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. Der Euro-Gipfel will dem hoch verschuldeten Mittelmeerland mit einem Mix aus Laufzeitverlängerungen, niedrigeren Zinsen bei Krediten und einer Beteiligung des Privatsektors bei der Lösung seiner Probleme helfen. Ein Entwurf für das Kommunique des Sondertreffens sieht zudem eine erhebliche Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten des Euro-Rettungsschirms EFSF vor. Der EFSF scheine deutlich flexibler zu werden, das dürfte den Umgang mit dem Thema Schuldenkrise zumindest erleichtern, urteilte Sartoris.

Schon vor der Veröffentlichung des Entwurfs hatten sich immer mehr Details für das neue griechische Rettungspaket abgezeichnet, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sich in der Nacht auf Donnerstag in Grundsätzen auf eine gemeinsame Linie verständigt hatten. Auch ein teilweiser Zahlungsausfall Griechenlands ist kein Tabu mehr, wie der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager sagte. Finanzkreisen und deutschen Regierungskreisen zufolge hat die Europäische Zentralbank ihren Widerstand dagegen inzwischen aufgegeben. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet habe bei einem Gespräch mit Merkel und Sarkozy signalisiert, dass er entgegen früherer Aussagen nun doch einer Beteiligung privater Gläubiger an einer Rettung Griechenlands zustimme, erfuhr Reuters am Donnerstag.

Italien aus der Schusslinie

Der Gipfel wurde einberufen, da die Schuldenkrise von den kleinen Ländern Griechenland, Portugal und Irland auf die wirtschaftlichen Schwergewichte Italien und Spanien überzugreifen droht. "Wichtig ist, dass die Einigung - wie auch immer sie letztlich aussieht - Italien und Spanien wieder aus der Schusslinie der Märkte nimmt", sagte Derek Halpenny, Währungsstratege bei der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Oberste Priorität habe, die Ansteckungsgefahr zu reduzieren.

Am Rentenmarkt gaben die Renditen der griechischen zehnjährigen Anleihen weiter nach. Sie notierten bei 16,720 Prozent (Vortag: 17,473 Prozent). Die Renditen italienischer und spanischer Papiere lagen wieder unter sechs Prozent. Deutsche zehnjährige Bundesanleihen verloren als sicherer Hafen an Attraktivität und fielen um bis zu 94 Ticks auf 103,29 Punkte.

Quelle: ntv.de, DJ