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S&P knöpft sich Niederlande vor Euro hält stand

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Die Niederlande hinken bei der BIP-Entwicklung hinter vergleichbaren Euro-Nationen her.

(Foto: REUTERS)

Pattsituation am Devisenmarkt: der Euro notiert wenig verändert zum Dollar. Die Herunterstufung der Bonität der Niederlande durch S&P hinterlässt in der Euro-Dollar-Kurve einen kleinen Zacken. Ausgleich kommt von guten Neuigkeiten aus Zypern und Spanien.

Der Euro ist damit auf dem besten Wege, die dritte Gewinnwoche in Folge zu verzeichnen. Trotz eines Nacke nschlags für die Niederlande hält sich die europäische Gemeinschaftswährung über der Marke von 1,36 Dollar.

Die Tatsache, dass die Ratingagentur S&P der fünftgrößten Euro-Wirtschaft ihre Top-Bonität entzogen hat, setzte den Euro nur kurz unter Druck. Er erholte sich schnell wieder und kostete zuletzt 1,3606 US-Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,3592 (Mittwoch: 1,3596) Dollar festgesetzt.

S&P schlägt bei den Niederlanden zu

Die Analysten von S&P stuften das Rating für die langfristigen Verbindlichkeiten von den Niederlanden auf "AA+" herunter von zuvor "AAA". Sie begründeten dies mit schwachen Aussichten für das Wirtschaftswachstum des Landes. Den Ausblick für die Niederlande stufte die Agentur dagegen als "stabil" ein. Das Kurzfrist-Rating wurde mit "A-1+" bestätigt.

Vor dem Wochenende richtet sich der Blick der Anleger zudem auf neue Inflationszahlen aus dem Euroraum. Die Daten für November fallen erwartungsgemäß aus. Sie sind von großer Bedeutung für die Geldpolitik der EZB.

Die Notenbank hatte Anfang November auf einen deutlichen Rückgang der Teuerung mit einer abermaligen Zinssenkung reagiert. Der Schritt wurde insbesondere in Deutschland stark kritisiert.

Gute Neuigkeiten für Zypern

Darüber hinaus hob S&P die Bewertung für Zypern an. Das mit internationalem Hilfsgeld gestützte Euro-Land werde nun mit "B-" bewertet nach zuvor "CCC+", teilte die Ratingagentur mit. Die unmittelbaren Risiken, dass Zypern seine Schulden nicht zurückzahlen könne, seien zurückgegangen, hieß es zur Begründung.

Zypern wurde im März mit einem Hilfsprogramm der Währungspartner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Volumen von zehn Milliarden Euro vor dem Staatsbankrott bewahrt. Bedingung dafür war ein Umbau des überdimensionierten Bankensektors. Der IWF attestierte dem Land zuletzt Fortschritte bei den Reformen.

Gute Nachrichten gab es auch für Spanien. S&P hob den Ausblick auf "stabil" an, sodass dem Land so schnell keine weiteren Abstufungen mehr drohen. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte Standard & Poor's Spanien mit "BBB-" bewertet; das ist nur noch einen Schritt vom sogenannten Ramschniveau entfernt.

Der US-Dollar gab zum Yen nach. Ein Händler führte dies darauf zurück, dass Investoren noch vor dem Wochenende Gewinne einstreichen wollten. Auslöser der Gegenbewegung seien das jüngst markierte Sechsmonatshoch des Dollar bei 102,61 Euro sowie die Kursverluste im japanischen Aktienmarkt gewesen. Aktuell steht der Dollar bei 102,27 Yen.

Aus dem Lager der charttechisch orientierten Beobachter hieß es, die US-Währung könnte bis zur nächsten technischen Unterstützungslinie von 101,50 Yen abwerten.

Rückenwind an Thanksgiving

Am Vorabend hatte sich der Euro während der Schlussglocke an den europäischen Aktienbörsen weiterhin eng an der Marke von 1,36 Dollar gehalten. Der festere Euro spreche zum einen für Kapitalströme in die Eurozone, hieß es. Auf der anderen Seite pushe er aber auch die Unternehmensgewinne in den USA und stützt somit die Stimmung für US-Aktien.

Hinweis: In den USA findet am Tag nach "Thanksgiving" ein verkürzter Handel am Aktien- (bis 19 Uhr) und Anleihemarkt (bis 20 Uhr, beide Zeitangaben MEZ) statt.

Quelle: n-tv.de, ddi/mmo/dpa/rts

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