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Vorzeitiges Aus für Anleihenkäufe? Fed schreckt US-Börsen

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(Foto: REUTERS)

Kaum legt sich die Freude an den Märkten über die Beilegung des Etatstreits, sorgt die US-Notenbank für eine dicke Überraschung. Im Offenmarktausschuss mehren sich kritische Stimmen zu den Anleihenkäufen, was den Börsianern einen gehörigen Schreck in die Knochen jagt.

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Nach dem rauschhaften Jahresauftakt hat sich am Donnerstag an der Wall Street Ernüchterung breitgemacht. Denn der Kompromiss im Haushaltsstreit, den die Aktienbörsen am Mittwoch mit fulminanten Gewinnen gefeiert hatten, kam für Teile der US-Wirtschaft zu spät. So klagt der Einzelhandel über ein durchwachsenes Weihnachtsgeschäft. Aus Angst vor Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand, die im Fall einer Nicht-Einigung in Kraft getreten wären, hielten sich die Verbraucher zurück.

Den Arbeitsmarkt scheint das lange Ringen von Regierung und Opposition um eine Einigung indessen nicht beeinträchtigt zu haben. Der private Dienstleister ADP registrierte im Dezember einen unerwartet starken Beschäftigungsaufbau. Das stimmt zuversichtlich für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag.

Auf wenig Begeisterung an den Märkten stieß das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Die Federal Reserve deutete darin an, dass sie den Kauf von US-Staatsanleihen vorzeitig beenden könnte. Mit ihren Anleihekäufen hatte die Fed die Zinsen niedrig gehalten, um die Wirtschaft anzukurbeln und war damit nach eigener Einschätzung erfolgreich.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,2 Prozent auf 13.391 Punkte. Der S&P-500 sank um 0,2 Prozent auf 1.459 Punkte. Der Nasdaq-Composite gab um 0,4 Prozent auf 3.101 nach. Das Umsatzvolumen sank auf 0,71 (Mittwoch: 0,85) Mrd. Aktien.

Aktien des Einzelhandelsunternehmens Limited Brands, das unter anderem die Kette Victoria's Secrect betreibt, verloren 5,7 Prozent. Das Umsatzwachstum blieb im Dezember hinter den Erwartungen zurück. Dem Discounter Family Dollar Stores verhagelte das schwache Weihnachtsgeschäft das erste Geschäftsquartal. Das ließ den Kurs um 13,1 Prozent einbrechen. Besser als erwartet lief es dagegen für Costco Wholesale, deren Kurs um 1,0 Prozent stieg.

Gute Nachrichten kamen von den beiden großen US-Automobilkonzernen. Sowohl Ford als auch General Motors (GM) haben im vergangenen Jahr mehr Autos verkauft als 2011. Die Ford-Aktie stieg um 2,0 Prozent, der GM-Kurs erhöhte sich um 2,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de, ddi/nne/DJ/rts

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