Marktberichte

Nach dem Kurssturz Gold lockt Investoren wieder

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(Foto: REUTERS)

An den Rohstoffmärkten steigen Investoren nach dem Einbruch in den vergangenen Tagen nun zu günstigeren Kursen wieder ein. Insbesondere die Preise für Edelmetalle ziehen an, doch auch bei Industrie- und Agrarrohstoffen klettern die Kurse.

Nach der zehnprozentigen Talfahrt der vergangenen Tage haben die ersten Investoren am Dienstag die Gelegenheit zum Wiedereinstieg bei Gold genutzt. Eine Feinunze des Edelmetalls kostete mit 1661,19 Dollar 2,1 Prozent mehr als am Vortag. Am Terminmarkt zog der US-Gold-Future zur Lieferung im Dezember sogar um 4,4 Prozent auf 1665,50 Dollar an. Dies ist der größte Tagesgewinn seit zweieinhalb Jahren.

"Auf dem aktuellen Niveau kaufen die Leute, weil sie davon ausgehen, dass der Kursrutsch der vergangenen Tage nur eine Korrektur war", sagte Gold-Händler Ronald Leung von Lee Cheong Gold Dealers. Analyst Cameron Alexander von der Thomson Reuters-Tochter GFMS betonte, dass Gold angesichts der weiterhin unklaren Aussichten für die Weltkonjunktur und der anhaltenden europäischen Schuldenkrise nichts von seiner Attraktivität als "sicherer Anlagehafen" eingebüßt habe. Er gehe davon aus, dass das Edelmetall bis zum Jahresende die Marke von 2000 Dollar ins Visier nehmen werde.

Industrierohstoffe klettern

Auch die Preise anderer Rohstoffe zogen an. Auslöser dafür waren Spekulationen um eine mögliche Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF. Ein Barrel der US-Rohölsorte WTI kostete mit 82,66 Dollar drei Prozent mehr als am Montag. Brent-Öl aus der Nordsee verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 105,87 Dollar. Bei den Industriemetallen zog der Preis für Kupfer um 1,8 Prozent auf 7395 Dollar je Tonne an. Blei und Zinn, die in den vergangenen Tagen 19 und zehn Prozent verloren hatten, verteuerten sich um jeweils rund 4,5 Prozent auf 1962,50 beziehungsweise 21.210 Dollar.

"In den vergangenen Tagen hat der Markt auf die Lage in der Euro-Zone und den USA überreagiert", sagte GFMS-Analyst Cameron Alexander. Sein Kollege Victor Say vom Research-Haus Informa Global Markets betonte: "Klarheit zu den Plänen in der Euro-Zone ist der Schlüssel. Der Rohöl-Preis schwankt hin und her, abhängig von den Kommentaren aus Europa."

Erntesorgen verteuern Weizen und Mais

Am Markt für Agrarrohstoffe verteuerten sich die Preise für Weizen und Mais. Ein wichtiger Auslöser dafür war Regenmangel in wichtigen Anbaugebieten. Die US-Terminkontrakte verteuerten sich in der Spitze um jeweils knapp zwei Prozent auf 6,5975 beziehungsweise 6,60 Dollar je Scheffel. EU-Weizen zog um bis zu 1,8 Prozent auf 195,75 Euro je Tonne an.

"Die Trockenheit in den USA in den vergangenen zwölf Monaten beeinträchtigt die Weizen-Aussaat für 2012", sagte Rohstoff-Stratege Luke Mathews von der Commonwealth Bank of Australia. Auch in Argentinien gebe es deutlich zu wenig Regen. Bei Mais sorgten Börsianern zufolge Spekulationen auf eine geplante Bestellung von fünf Millionen Tonnen aus China für zusätzliche Unterstützung.

Quelle: n-tv.de, nne/rts

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